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Man kann natürlich auch von einer Vernunftgesellschaft ohne Regeln träumen oder nur bedingten Regeln, aber das sehe ich angesichts unserer Natur als utopisch an.
Nein, von so etwas träume ich tatsächlich nur, wenn ich ganz fest schlafe.
Aber ein paar Regeln weniger, ein bißchen mehr aufeinander zugehen, das wäre schon möglich bzw. auch sinnvoll. Heute haben die "Regeln" teilweise schon solche Ausmaße angenommen, dass man sich problemlos hinter ihnen verstecken kann. Eine individuelle Lösung hat kaum noch Platz und wenn dann läuft sie meist wider der Regeln und bedarf somit immer einseitig einer "Duldung".
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Was mich an Janas Aussage vielmehr stört ist, dass man sich einerseits seine eigenen Spielregeln aufstellt - was für sich genommen ok ist, wenn ich dabei andere nicht gefährde, wobei man sich da durchaus schon auf dünnes Eis begibt.
Auf der anderen Seite soll die Gesellschaft einen dann aber so wie man ist akzeptieren - also die gleich Gesellschaft an deren Regeln man sich nur bedingt hält.
Ob ich mir meine eigenen Spielregeln aufstelle? Vielleicht. Aber nicht auf Kosten anderer! Generelle Regeln gehen immer auf Kosten anderer. Und wie gesagt, die Gründe, die hinter einem jeweiligen Leinengebot stehen, an die halte ich mich immer. So gibt es, außer dass es eben keine sichbare Leine zwischen mir und meinem Hund gibt, eigentlich auch nichts zu mäkeln.
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Das strapaziert "die anderen" m.E. doch recht einseitig.
Ob es "die anderen" strapaziert? Was strapaziert mehr? Der Hund von Caro, der brav im Fuß neben ihr läuft und niemanden belästigt, niemanden gefährdet oder der Hund von der Frau nebenan, der wild ziehend an der Flexi im Zick Zack über den Fußweg läuft? Welchen Sinn hatte nochmal der Leinenzwang? Wer hält sich denn nun eher an die "Regeln"?
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Geschickt eingefädelt! : D
Nee
Ist einfach das Argument, das kommen musste 
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Das ist wohl so, wobei die Einschätzung der Sinnhaftigkeit einer Regel, doch eher etwas subjektives ist. Soll heißen, was der eine für sinnvoll erachtet, kann der andere überhaupt nicht verstehen.
Das ist wohl war. Jedoch ist es auch richtig, dass man, je mehr scheinbar sinnlose Regeln man findet, dazu tendiert mehr Regeln für sinnlos zu halten. Oder im Gegenzug, die Gefahr besteht, dass man sich so sehr an den Regeln festhält, dass man den Blick für das Wesentliche verliert und kaum noch außerhalb der Regeln dazu in der Lage ist, individuelle Lösungen zu finden.
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Aus vielen Verstößen gegen eine Regel ergibt sich noch nicht deren Sinnlosigkeit. Dies kann auch auf der mangelnden Einsicht der betreffenden Leute, die dagegen verstoßen liegen.
Da gebe ich dir absolut recht.
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Sicherheitsempfinden würde ich als etwas subjektives ansehen. Insofern bringt der Leinenzwang Leuten, die mit Hunden ein Problem haben, ein subjektiv erhöhtes Sicherheitsempfinden. Daher ist eine solche Regelung grundsätzlich auch nicht sinnlos und deren Befolgung auch nicht.
Sicherheitsempfinden ist subjektiv, ja. Sicherheitsempfinden hat auch etwas mit Gewohnheiten und Erfahrungen zu tun.
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Natürlich kannst Du Deinen Hund objektiv betrachtet auch anders "sichern". Es ist aber die Frage, ob die "Begünstigten" einer Leinezwang-Regelung, dies dann auch subjektiv als ebenso sicher empfinden.
Wenn es objektiv möglich ist, dann sollte es subjektiv auch einsehbar sein. Wäre dann einfach eine Frage des "Rüberbringens".
(Erinnert mich ein wenig an die Frage in der Fahrschule, welche Bahnschränke schlechter einschätzbar wäre, die beschrankte oder die unbeschrankte. Meiner Meinung nach ist es die beschrankte, da jeder sich darauf verlässt, dass die Schranken immer unten sind, wenn ein Zug kommt. An einen unbeschrankten Bahnübergang fährt man grundsätzlich vorsichtiger ran.)
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Ich würde es daher schon begrüßen, wenn man das erst mal akzeptiert. D.h. ja nicht, dass ich mich nicht parallel für die Abschaffung der Regel einsetzen kann. Genausso gut kann der Hund auch mal unangeleint im Leinenzwang-Gebiet laufen.
Ich handhabe das immer so:
Wenn mich einer dieser Regelkunde-Altherren darauf anspricht, dann befolge ich einerseits die nunmal bestehende Regelung und versuche gleichzeitig zu erklären, dass die Regelung nicht so sinnvoll ist, wie er vielleicht meinen mag und warum.
Funktioniert alles in allem ganz gut und wirkt deeskalierend.
Hast du das jetzt geschrieben? 
Übrigens, wenn mich einer anspricht, dann nie nett und eine Diskussion wäre völlig sinnlos. Da kann man dann nur deeskalierend seinen Hund anleinen und hinter der nächsten Ecke wieder loslassen ...