Beiträge von *Sascha*

    Ich finde ihr macht euch so viele Gedanken und immer geht es darum, wie es für den Hund, die Hunde am Besten ist.
    Ich denke, ein Hund wird es gut bei euch haben.

    Zu der Lösung mit dem Mädchen ist natürlich noch zu Bedenken, dass sich die Interessen in diesem Alter schnell ändern können bzw. sich das Leben des Mädchens ändert und euer Hund nicht mehr mit rein passt.
    Was ich damit sagen will ist, dass ihr eure Überlegungen nicht zu sehr um das Mädchen herum aufbauen solltet, sondern sie nur das Tüpfelchen auf dem i ist, dass die Hundehaltung für euch noch viel einfacher und passender macht. Es sollte auch ohne das Mädchen eine vernünftige dauerhafte Lösung geben.

    Ich würde meinen Hund nicht dauerhaft 8 Std. täglich alleine lassen, deswegen finde ich schon (anders als Ännchen), dass es da eine Lösung geben muss. Ich finde es auch super, dass ihr keine Probleme damit habt, wenn der Hund neben euch noch andere Bezugspersonen hat.
    Bei mir ist es nicht anders, wenn ich an der Uni bin, dann kümmert sich hauptsächlich meine Mutter um Sascha und das ist auch gut so. Ich denke, man sollte hier im Sinne des Hundes entscheiden und dem ist es, zumindest wenn er das gleich so kennenlernt, relativ egal, ob Frauchen sich um ihn kümmert oder eben das Ersatz-Frauchen.

    Sicherlich muss man dafür Abstriche in Kauf nehmen, sei es, dass der Hund vielleicht nicht so fixiert ist auf die eigene Person oder sei es auch, dass die Erziehung schwieriger wird, weil verschiedene Menschen immer verschieden erziehen (ganz gleich wie gut die Absprache ist). Dem Hund selber schadet eine weitere Bezugsperson auf jeden Fall nicht, im Gegenteil bleibt er so unabhäüngiger von dir, was natürlich auf der einen Seite schade ist, auf der anderen Seite es dem Hund aber deutlich leichter macht, sollte er mal über längere Zeit oder für immer von euch getrennt werden (Was ich natürlich nicht hoffe, aber manchmal spielt einem das Leben da böse mit).

    Okay, kurz und gut, ich finde ihr macht euch da schon super viele Gedanken und deswegen bin ich mir auch sicher, dass das mit dem Hund gut klappen wird.

    Ich würde euch allerdings wirklich raten zumindest zunächst nur einen Hund aufzunehmen und den in euer Leben richtig zu integrieren. Ist dann noch "Bedarf" für einen weiteren Hund, warum nicht, aber euer erster Hund sollte dann soweit gefestigt sein.
    Zwei Hunde allein, sind eben auch nur zwei Hunde allein. Beschäftigung und Abwechslung verschaffen sich auch zwei Hunde nicht, die gemeinsam alleine sind, im Gegenteil fangen sie eher an sich gemeinsam eine Ersatzbeschäftigung zu suchen, die vielleicht nicht so schön ist ...
    Eben auch aus diesem Grund würde ich von der offenen Hundeklappe in eurer Abwesenheit auch abraten. Hunde gewöhnen sich in der Abwesenheit des Hundehalters (und häufig auch in seiner Anwesenheit :roll: ) sehr schnell Verhaltensweisen an, die so schnell nicht zu korrigieren sind.

    Zitat

    ja aber warum empfehlen dan soooo viele TA das man so mit nen Jahr kastrieren lassen sollen???? Versteh das nicht.


    Ich bin jetzt mal ganz fies ...

    ... weil die Erziehung intakter Rüden Problematiken mit sich bringt, die in dieser Ausprägung bei kastrierten Rüden nicht zu erwarten sind. Kurz und gut, kastrierte Rüden sind meist einfacher zu halten und zu erziehen.
    Und da viele Hundehalter der Erziehung ihres Hundes ja sowieso schon nicht gewachsen sind, ist das kleinere Übel für den Tierarzt (und Tierfreund) die Kastration. Schließlich erlebt er tagtäglich die Auswirkungen davon, wenn wiedermal ein Hundehalter mit seinem Hund überfordert war ...

    ... ich sagte ja, es wird fies ...


    Zum kleinbleibenden Kopf:
    Ich meine, ich habe das tatsächlich mal irgendwo gelesen - kann mich aber auch täuschen - da ging es allerdings um echte Frühkastrationen, also Kastrationen im Welpenalter.

    Kasha
    Das Verhalten selber ist normal, die Ausprägung allerdings nicht unbedingt.

    Zitat

    Kann man da überhaupt noch erzieherisch einwirken, wenn der Hund in solchen Situationen seinen HH gar nicht mehr wahrnimmt und auf nichts mehr reagiert?


    Ja kann man.
    Das muss ich auch immer wieder, denn mein Hund ist genausowenig ansprechbar und ebenso erregt, wenn er "auf der Jagd" ist. Wichtig ist hier ein Cut und dann die Konfrontation unter Bedingungen in denen der Hund eben noch reagiert. Genau das haben wir am Sonntag mit Chandro auch gemacht.

    Den Sexualtrieb hat jeder Rüde, der eine mehr der andere weniger, aber es kommt nicht nur auf die Ausprägung des Triebs an, sondern auch darauf, wie der Hund seinen Trieb kontrollieren kann und an diesem Punkt kann man ansetzen und arbeiten.

    Es geht nicht darum den Trieb zu löschen, es geht darum den Hund zu befähigen seinen Trieb zu kontrollieren. Dazu braucht es feste Regeln die dem Hund halt geben und ihm eine Orientierung schaffen, dann Selbstbeherrschung und Frusttoleranz - schließlich Übung und Erfahrung.

    Genauso arbeitest du auch am Jagdtrieb, nur mit dem Unterschied, dass du hier in Ansätzen den Frust (Triebstau) ein wenig abbauen kannst mit Jagdersatzspielen. Trotzdem gibt es genügend Hunde, die nie wirklich abrufbar sein werden, weil der Trieb so stark ist und der Hund zu schwach seinen Trieb zu kontrollieren.

    Ähnlich verhält es sich eben auch mit dem Sexualtrieb, es gibt Hunde, die ihren Trieb nicht beherrschen können und denen kannst du mit einer Kastration helfen. Allerdings bin ich eben der Meinung, dass die Kastration nur der letzte Ausweg sein sollte und vorher bereits alle anderen Register gezogen werden sollten. Arbeiten muss man mit einem solchen Hund sowieso, denn auch eine Kastration wird nicht alle Probleme allein lösen. Wenn man allerdings bemerkt, dass man einfach nicht durch kommt, dass alle Erziehungsversuche scheitern, man den Hund auch mit Hilfe seines Trainers einfach nicht mehr erreicht ... Ich denke, es hängt eben auch nicht nur vom Hund ab, ob man mit dem Training Erfolg hat, sondern auch von den Umständen.

    Deswegen werde ich mich auch hüten hier irgendwelche Urteile über diejenigen zu Fällen, die sich schließlich zu einer Kastration entschließen, auch wenn ich mir ganz sicher bin, dass bei den meisten Hunden kein so überaus starker Trieb vorlag, der eine Kastration rechtfertigen würde.
    Und bitte, es soll sich hier jetzt keiner persönlich angesprochen fühlen, ich kann doch gar nicht über die Hunde urteilen, die ich nicht täglich sehe! Ich kann nur von den Erfahrungen berichten, die ich hier bei mir vor der Tür mache.

    Und um nochmal auf Chandro zurückzukommen, denn den habe ich zumindest mal persönlich kennengelernt. Ich werde Sylvi mit Sicherheit keinen Vorwurf machen, wenn sie ihn kastriert. Ich würde es momentan zwar noch nicht machen, es könnte aber sein, dass es trotzdem auch zum jetzigen Zeitpunkt schon die richtige Lösung ist. Das Verhalten, dass er momentan beginnt zu zeigen, darf sich in dieser Ausprägung auf gar keinen Fall festigen.

    Sylvi, Chandro hat Sascha nicht gebissen, das waren ganz normale Comment-Kämpfe. Dass sich da mal ein Zahn verhakt und auch mal ein bißchen Blut fließt, das kann passieren, das hat aber überhaupt nichts mit einer richtigen Beißerei zu tun.

    Trotzdem gebe ich dir da völlig recht, es geht nicht, dass Chandro sich auf jeden Rüden stürzt, der ihm gerade nicht in den Kram passt. Das ist aber etwas, was er halt auch nicht wissen kann, das muss er erst lernen. Er tut doch nur das, was er für richtig hält und das, was ihm den größten Vorteil bringt.
    Diese Situationen zu meiden bringt nichts, daraus lernt er nichts und sein Verhalten wird sich nicht ändern. Ihr müsst ihn gezielt mit diesen Situationen konfrontieren und dann gezielt sein Verhalten steuern, indem ihr ganz klare Grenzen zieht und "Spielregeln" aufstellt.
    Was Chandro bräuchte wäre gezieltes "Spielverhaltenstraining" (ich kann es gerade nicht besser ausdrücken).
    Ich weiß, dass man durch gezieltes Eingreifen und Splitten im freien Sozialspiel einiges am Verhalten ändern und formen kann, viele Verhaltensweisen tatsächlich auch löschen kann. Ich erlebe das hier (in unserer Hundeschule) regelmäßig und da sind schon ganz andere Kaliber mit dabei gewesen.
    Chandro ist kein Problemhund, er könnte sich aber zu einem entwickeln!

    Dass er sich momentan nur für Weiber interessiert ist normal, auch dass er ständig versucht aufzureiten und die Mädchen zu begatten. Es ist zwar bei ihm momentan ziemlich intensiv, das hab ich auch gesehen, aber da muss man abwarten wie sich das in den nächsten Monaten einpendelt und auch durch Erziehung ordnen lässt.
    Ich denke das größte Problem ist zur Zeit sein "Größenwahnsinn", aber selbst der ist bis zu einem gewissen Maße in diesem Alter normal. Das heißt, Rüden in diesem Alter sind häufig ein wenig Plem-Plem, Chandro ist allerdings im besonderen Maße Plem-Plem :D
    Was er braucht sind Grenzen, bis hierhin und nicht weiter. Punkt - Nie - Niemals! Es gibt Dinge, über die diskutiere ich mit meinem Hund, da lass ich auch mal mit mir reden, die lasse ich auch mal durchgehen und es gibt Dinge über die wird nicht diskutiert, die werden verlangt - erwartet - durchgesetzt - immer - und immer sofort.

    Was die Kastration angeht, ich weiß nicht, ob sie sich dauerhaft vermeiden lässt. Chandro hat schon einen sehr starken Trieb und ich weiß nicht inwieweit er den langfristig kontrollieren lernen kann. Es kann gut sein, dass er es nicht schafft. Wobei ich finde, dass er eine sehr hohe Frustrationstoleranz hat, er kann sich sehr gut zusammenreißen und bändigen. Ob es aber für seinen doch sehr ausgeprägten Sexualtrieb reicht, das wird die Zeit erst zeigen.
    Momentan steht er da ziemlich unter Strom, allerdings fehlen ihm eben auch noch die Regeln und Eckpfeiler.

    Also ich würde ihn jetzt noch nicht kastrieren lassen, aber die Verhaltensweisen, die er momentan beginnt zu zeigen, dürfen sich auf keinen Fall festigen, ihr müsst jetzt daran arbeiten.
    Schafft ihr das ohne Kastration nicht, dann lasst ihn kastrieren und arbeitet dann mit ihm unter entschärften Bedingungen.
    Das sind meine Gedanken zu dem Chandro, den ich Sonntag kennenlernen durfte ;)

    Was sollten denn da noch für andere Vorschläge kommen? :?

    Erkundige dich beim Amts-Vet was herausgekommen ist.

    Ansonsten wirst du da wohl wenig machen können, wenn du (aus welchen Gründen auch immer) selber keine Zeit und Möglichkeiten hast, dich privat zu engagieren.

    Dann bleibt nur der offizielle Weg und der geht nunmal über das Veterinäramt.