Beiträge von *Sascha*

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    Du sagtest, es wäre schlimemr geworden?
    Seit Beginn des Trainings? Oder einfach mit steigendem Alter(ist er noch jung?)?


    Theoretisch könnte es natürlich auch am Training liegen, weil wir damit bereits im Welpenalter angefangen haben, bevor er überhaupt auf die Idee gekommen ist zu jagen. Aber ich denke, es liegt doch mehr am zunehmenden Alter, er ist jetzt 2 1/2.

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    An der Reizangel hat Missy sehr schnell gelernt, wie sie zu Jagderfolg gelangt. Ich muss hinzu sagen, Missy geht auch total auf die Angel ab... also es war DEUTLICH schwieriger für sie, sich am bewegten Objetkt zu beherrschen.


    Ich wollte die Reizangel eigentlich nicht dazu einsetzen, um die Kontrolle am bewegten Objekt zu üben. Wobei ich jetzt auf die Idee gekommen bin, daran doch nochmal vermehrt zu arbeiten, da der Abruf bzw. das ins Platz legen tatsächlich noch besser funktionieren könnte, wenn der Reiz sich weiter bewegt. Liegt er erstmal im Platz, dann ist die Situation unter Kontrolle, eigentlich hält er das Platz dann sicher, komme was da wolle.
    Aber eigentlich wollte ich die Reizangel direkt "am Wild" einsetzen, in der Hoffnung, dass ich seinen Jagdtrieb so auf ein Spiel mit mir umlenken kann. Quasi: Hinter den Rehen darfst du zwar nicht her, aber dafür machen wir jetzt ein tolles Hetzspiel.

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    Das ist vielleicht eine ganz wichtige Voraussetzung, um beim Hund zu konditionieren: SO gelange ich zur Beute und So nicht.


    Ja, wobei ich nicht glaube, dass es Sascha tatsächlich um die Beute geht. Ich denke, ihm geht es mehr um den "Spaß" des Hetzens und des Fährtens bzw. ist es einfach der Trieb, der sich da durchsetzt.
    Deswegen geht es mir in meinem Training weniger um den Beuteerfolg, sondern mehr darum ihm das Hetzen nur nach Aufforderung zu erlauben. Er darf, aber nur mit Erlaubnis und wird die Erlaubnis widerrufen, dann hat er selbstständig keine Chance das Spiel weiterzuführen, d.h. hört er nicht verschwindet auch der Reiz und es geht erst weiter, wenn er vollständig runtergefahren ist.

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    Aber als Missy (irgendwann mal :kopfwand: ) gelernt hatte, dass sie die Beute nicht bekommt, wenn sie einfach losschießt, fing sie an "vorzustehen" (was sie vorher NIIIIE getan hätte)... und DA konnte ich ansetzen.


    Wie gesagt, die Beute ist ihm völlig egal, hat er sie, dann ist das Spiel draußen (d.h. in der Feldmark) für ihn sofort beendet, er lässt die Beute fallen und geht wieder anderen Beschäftigungen nach. Zu Hause fordert er meist zu einem erneuten Spiel auf. Die Beute allein macht ihn nicht glücklich.
    Vorstehen tut er auch nur sehr selten, gestern hat er es z.B. bei ein paar Rehen getan, aber ich denke, das ist dem Umstand zu verdanken, dass er an der Schleppe war und eben in diese bereits mehrfach hineingeknallt ist. Natürlich habe ich das Vorstehen sofort überschwänglich belohnt ;)
    Vielleicht war das ja schon ein erster Lichtblick und er tut das jetzt öfter. Wobei er eben auch sehr schnell kapiert, wann ich Einfluss auf ihn (die Situation) habe und wann nicht.

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    Blöd sind natürlich wirklich die Momente, wo man zu langsam war und der Hund weg ist.


    Das darf hier eben absolut nicht vorkommen, wir haben sehr viel Wild und auch entsprechend viele Jäger. Aber momentan sind wir auch noch nicht so weit, dass ich es überhaupt wagen könnte ihn mal abzuleinen, da er, wie gesagt, dann u.U. einfach mal zum Jagen losstiefelt, ohne dass du auch nur ein Anzeichen vorher erkannt hast. Das heißt, es muss nichtmal Wild da sein, eine interessante Spur reicht völlig und er ist nicht mehr abrufbar.

    Seine Erfolge hatte er bisher immer dann, wenn ich die Wildlage nicht richtig eingeschätzt habe und ich ihn in einem vermeindlich wildfreien Gebiet von der Leine gemacht habe.
    Ansonsten ist mir auch schon die Schleppe gerissen und letzte Woche hat meine Ma, die Schleppe losgelassen als er mal wieder mit Vollkaracho in die Schleppe raste.

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    Wenn der Superpfiff nicht mehr funktioniert, wie wärs mit dem neuen Festigen eines Superkommandos?


    Der Pfiff war super konditioniert, von der fünfzehnten Woche an und fest mit der Futtergabe verknüpft und wurde immer mit einem Superleckerlie bestätigt. Er hat monatelang 1a darauf reagiert, aber beim ersten Ernstfall hat der Pfiff versagt. Ich hege wenig Hoffnung, dass ein neues Supersignal besseren Erfolg bringt, werde es aber trotzdem noch einmal versuchen.

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    Und das mit dem Blickkontakt ist super, wirklich.

    Seitdem ich Missy (fast) jederzeit ins Fuß mit angucken bringen kann, können so einige Situationen völlig stressfrei passiert werden.
    Ich denke, das ist ein guter Ansatz.


    Solange sich Sascha in einem Radius von ca. 3m aufhält ist er, ich behaupte jetzt mal immer ;) kontrollierbar. Das ist nicht unser Problem :/ Das Problem ist, dass er bei verstärkter Reizlage in der Distanz nicht mehr abrufbar ist und diese verstärkte Reizlage bei uns hinter dem Ortsschild beginnt ... :/ Ich kann ihn ja schlecht auf unseren Spaziergängen stetig in einem Radius von 2-3m halten, dann kann ich ja gleich mit kurzer Leine rausgehen.

    P.S. Danke für diesen Thread, es tut gut die eigenen Gedanken zu sortieren.

    Äh, was wurde denn hier schwieriges über Labbis geschrieben? :?

    Dass man einen Welpen nicht so lange alleine lassen kann, das gilt für jede Rasse und Schwierigkeiten kann jeder Hund machen, das ist auch nichts Labbispezifisches, ebensowenig, dass jeder Hund ausgelastet werden will.

    Welche Ansprüche stellst du denn überhaupt an deinen Hund?

    Gerade wenn du Angst vor fremden größeren Hunden hast würde ich dir nicht zu einem Welpen raten, denn mit einem Welpen wirst du zwangsläufig sehr viel Kontakt zu anderen Hunden aufnehmen müssen.

    Ich würde dir zu einem älteren ruhigen sozial gefestigten Hund raten, mit dem du gemeinsam die Welt der Hunde kennenlernen kannst.
    Schau doch mal im Tierheim vorbei, vielleicht sitzt dort schon genau dein Hund, mit dem du dich auf längeren Spaziergängen in Ruhe bekannt machen kannst.

    Wie sieht es bei euch aus?
    schlecht

    Wer hat Jäger?
    Ich, einen DSH-Labrador Mix

    Wie setzt ihr euch mit dem Thema auseinander?
    Pia Gröning habe ich gelesen, ansonsten I-net und was man alles überall eben so aufschnappt.

    Welche Erfahrungen musstet/ durftet ihr machen?
    Er ist nicht mehr ansprechbar, wenn er Wild in die Nase bekommt.

    Selbst bei meinen eigenen Kaninchen (die er von 8 Wochen an kennt)dreht er immer mal wieder am Rad. Alle routinierten Abläufe funktionieren, er ist vom Auslauf abrufbar, allerdings muss die Distanz seinem Erregungszustand angepasst sein. Steadiness kein Thema, er zittert, aber er bleibt liegen. Am Schlimmsten war er aber beim Ausmisten der Kaninchen (Pferdebox über den Winter), da hätte man ihm einen Holzhammer über den Kopf ziehen können, er hätte es nicht gemerkt. Die Kaninchen waren nicht anwesend! Die waren zu dem Zeitpunkt schon im Auslauf draußen.

    Und so ähnlich benimmt er sich auch, wenn wir in die Feldmark gehen. Sobald die Wildspuren mehr werden dreht er völlig am Rad.

    Sieht er einen Hasen oder ein Reh, dann hetzt er. Auf einem Spaziergang ist er mir ohne Übertreibung ca. 10x in die Schleppleine geknallt. Das hat zumindest so viel Eindruck hinterlassen, dass es mittlerweile nicht mehr auf jedem Spaziergang passiert. Nach solchen Aktionen ist er je nach Erregungszustand meist 5-30min nicht richtig ansprechbar.

    Er geht auch selbstständig los und scheucht Wild auf und ist bereits beim losgehen ab einer Entfernung von 5-20m nicht mehr abrufbar. Hat er sich in den Kopf gesetzt, dass er jetzt jagen gehen will, dann tut er das.

    Katzen jagt er zu 95% nicht mehr.

    Wo entstehen Probleme?
    Die Probleme entstehen sobald wir die Ortschaft verlassen. Er läuft generell außerorts nur noch an der Schleppe, innerorts meist ohne Leine.

    Wie und was trainiert ihr?
    Puh, wir hatten z.B. einen Superpfiff aufgebaut, der super funktionierte, solange kein Wild mit ihm Spiel war. Beim ersten Wildkontakt (da war er noch kein Jahr) wollte ich diesen Pfiff einsetzen, er hat kurz überlegt und ist dann weitergerannt. Von da an hat der Pfiff in keiner Situation mit Ablenkung mehr funktioniert.

    Ansonsten Steadiness-Control bis zum Abwinken. Ich kann den Dummy werfen, rollen, über ihn rüber werfen, ihn schicken oder auch vor dem Dummy abrufen oder ins Platz schicken, er bleibt mit Kommando, ohne Kommando stehen, sitzen, liegen. Jedes Beutespiel, Hetzspiel lässt sich sofort beenden und er fährt in Millisekundenschnelle herunter.

    Außerdem machen wir viele Suchspiele, erschnüffeln Leckerlies und legen auch schon erste Fährtenansätze.

    Momentan clickern wir auf den Spaziergängen Blickkontakte.
    Ich hoffe so ihn mittelfristig aus seinem Jagdrausch herauszuholen und ihn für andere Einflüsse aufnahmefähig zu machen. Momentan interessieren ihn außerorts keine Dummys und auch Leckerlies nur selten. Selbst ein geworfener vorher interessant gemachter Dummy, dem er hemmungslos nachrennen dürfte, ist zu uninteressant. Ich überlege momentan, ob ich es mal mit der Reizangel probiere.

    Wo sind eurer Meinung nach die Grenzen des AJT?
    Das wird von Hund zu Hund unterschiedlich sein.

    Wart ihr euch von Anfang an bewusst, was ihr euch mit eurem Hund "eingebrockt" habt?
    Nein!
    Wir hatten vorher einen Flat-Coated-Retriever/Münsterländer Mix, der hatte auch Jagdtrieb, er war allerdings reiner Hetzjäger und so war es auch deutlich leichter mit ihm zu arbeiten. Außerdem ließ er von der Jagd ab, wenn man sich schnell in die andere Richtung davon bewegte, was Sascha gar nicht interessiert. Auch war für ihn die Jagd nach der Hetze sofort beendet, er war nicht so wahnsinnig lange noch nach der Jagd auf der Jagd wie Sascha. Mit ein bißchen Unterordnung konnten wir den Jagdtrieb auch ohne großartige Hunde- und Trainingskenntnisse oder Schleppleinen und so ein Zeug in Bahnen lenken in denen sie für uns absolut ertragbar waren.
    Trotzdem sollte mein nächster Hund kein passionierter Jagdhund, wie der Münsterländer, werden. Zwei Rassen mit viel Will-to-please ... ich habe mit Jagdtrieb gerechnet, klar, aber nicht in diesem Ausmaß!

    Wann stellten sich Veränderungen ein?
    Wie sahen diese aus?

    Ehrlich gesagt ist es eher schlimmer geworden.

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    @ Sascha
    Das habe ich bei Sheila Harper in der Ausbildung zum Hundetrainer gelernt.

    Ich sage ja nicht das Rute oben immer Unsicherheit bedeutet. Nur wie schon beschrieben wurde halten viele unsichere Hunde die Rute bei Begegnungen hoch um zu zeigen schau her ich bin toll du kannst mir nichts.


    Und wie hält dann der selbstsichere Hund bei Hundebegegnungen seine Rute? :?

    Ich mag ja noch glauben, dass unsichere Hunde unter bestimmten Voraussetzungen mit einer erhobenen Rute Selbstsicherheit vortäuschen, aber ich denke ein unsicherer Hund wird, wenn es ihm denn möglich ist, immer lieber den sichereren Weg wählen und durch unterwürfiges Verhalten deeskalieren.

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    Lucky spielt genauso wie Loona :herzen2:

    Mit vollem Körpereinsatz, egal was der andere Hund macht, hauptsache drauf :^^:


    Ist doch auch völlig okay - der Spielpartner im Video kommt ja scheinbar auch relativ gut damit klar.

    Die interessantere Frage ist doch, kann sich der Hund auch auf Spielpartner einstellen, die damit nicht klar kommen.
    Mobbt er die dann? Oder spielt er dann weniger offensiv oder eben gar nicht?
    Deswegen meine Frage, ob die Hündin immer so drauf geht.

    Und! In dem Viedeo ist das "Spiel" ziemlich einseitig, der dunklere Hund ist die ganze Zeit in der Defensive. Wechselt das auch mal? Im Spiel wechseln die Positionen, das ist in dem Video nicht der Fall, kann aber eben auch einfach nur aufgrund des Schnitts und durch Zufall so sein.

    Also natürlich würde ich nicht automatisch wegen dieser einen Videosequenz darauf schließen, dass das Spielverhalten der Boxerhündin nicht okay ist, aber ebensowenig würde ich aufgrund dieses Video behaupten, dass der Hund ein tolles Spielverhalten hat.

    P.S. Die Frage ist ja sowieso wieviele und welche seiner Signale der Hund (und auch der Mensch) überhaupt bewusst steuern kann. Und natürlich kommt es auch immer auf das Zusammenspiel der unterschiedlichen Signale an, welche Grundstimmung im Hund schließlich vorherrscht.

    Wo ist denn das Video zu sehen?

    Und grundsätzlich sollte man da schon unterscheiden, ob die Haare nur im Nacken gesträubt sind oder ob der "Kamm" über den gesamten Rücken geht.

    Ein Hund, der sich groß macht, in der Bewegung eher nach vorne geht und die Nackenhaare sträubt fühlt sich in dem Moment einfach nur toll und gaaanz groß.
    Sind die Haare aber über den ganzen Rücken aufgestellt, dann ist es eher ein Großmachen aus Unsicherheit, dann zeigt der Hund aber meistens noch andere Signale, die auf Unsicherheit hindeuten.