Also, das Risiko für Gesäugekrebs kannst du nur dann entscheident verringern, wenn du deine Hündin spätestens nach der ersten Läufigkeit kastrierst. Bei einer Kastration vor der ersten Läufigkeit geht das Risiko nahezu gegen Null.
Allerdings erhöht sich durch eine Kastration (insbesondere durch eine Frühkastration) das Risiko für einige andere (Krebs)erkrankungen.
Die Userin tagakm hat für ihre Doktorarbeit z.B. folgende Aufstellung recherchiert, die die gesundheitliche Problematik einer Kastration/Nicht-Kastration darlegt.
Zitat
Rein gesundheitliche Aspekte.....
Vorteil einer Kastra bei Rueden
- eliminiert das schmale Risiko ( < 1%) an Hodenkrebs zu sterben
- reduziert das Risiko fuer nicht-krebsartige Prostata Probleme
- reduziert sehr wahrscheinlich das Risiko Diabetes zu entwickeln (daran wird noch geforscht)
Nachteile:
- wenn der Hund vor dem 1. Lebensjahr kastriert wird erhoet sich das Risiko fuer Knochenkrebs
- erhoehtes Risiko fuer Herztumore
- verdreifacht das Risiko fuer Hypothyreose
- erhoehtes Risiko fuer "Altersdemenz"
- verdreifacht das Risiko fuer Uebergewicht
- vervierfacht das Risiko fuer Prostatakrebs
- verdoppelt das Risiko fuer Harnwegkrebs
- erhoeht das Risiko fuer Orthopaedische Schaeden
- erhoeht das Risiko auf Impfstoffe eine schlechte Reaktion zu entwickeln
Huendinnen, Vorteile
- wenn vor dem 3. Lebensjahr kastriert reduziert es das Risiko fuer Mammartumore
- reduziert fast gaenzlich das Risiko fuer Pyometra (rund 23% aller unkastrierten Huendinnen entwickeln Pyometra)
- redziert das Risiko fuer perianale Abszesse
- reduziert das (schmale) Risiko fuer Gebaehrmutter-, Eierstock- und Gebaehrmutterhals-krebs
Nachteile fuer Huendinnen
- wenn es vorm 1. Lebensjahr gemacht wird erhoeht es das Risiko auf Knochenkrebs
- erhoeht das Risiko auf Milzhaemangiosarkom (Krebs) und Herzkrankheiten
- verdreifachtes Risiko fuer Hypotheorese
- erhoehtes Risiko auf Uebergewicht
- verursacht Inkontinenz in 4-20% aller kastrierten Huendinnen
- erhoeht das Risiko fuer Harnwegsentzuendungen
- erhoehtes Risiko fuer vaginale Dermatitis, Vaginitis, vor allem wenn vor der Pubertaet kastriert wird
- verdoppelt das Risiko fuer Harnwegtumore
- erhoeht das Risiko fuer orthopaedische Krankheiten
- erhoeht das Impfstoff Risiko wie bei Rueden
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Ich kann dir also auf keinen Fall dazu raten deine Hündin frühkastrieren zu lassen. Zu den gesundheitlichen Aspekten kommen noch einige psychische Aspekte hinzu, wenn man eine noch nicht ausgereifte Hündin kastrieren lässt. Und selbst bei einer ausgereiften Hündin kann es zu erwünschten oder unerwünschten Begleiterscheinungen kommen, da sich auch eine Hündin durch eine Kastration hormonell verändert. Es ist nicht so, wie häufig angenommen, dass sich eine kastrierte Hündin nun dauerhaft im Anöstrus befindet. Eine intakte Hündin produziert im Schnitt selbst im Anöstrus fast doppelt so viele weibliche Hormone wie eine kastrierte. Einige Hündinnenhalter bekommen auch gerade durch eine Kastration das Problem, dass ihre Hündin für viele Rüden nun interessanter riecht. Frag mich aber nicht, woran das liegt. Das ist eine Feststellung meiner Hundetrainerin, die ich auch hier im Forum schon bestätigt bekommen hab. Es kann also sein, dass deine Hündin gerade durch die Kastration Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Hunden bekommt bzw. eben besonders interessant wird.
Hinzufügen will ich noch, auch wenn es dich wahrscheinlich nicht betrifft, dass von der Kastration einer eher aggressiven Hündin in jedem Fall abzuraten ist.
Scheinschwangerschaften sind natürlich ein Problem, wenn sie in einem Ausmaß auftreten, in dem die Hündin gesundheitliche Probleme bekommt oder auch wenn das Zusammenleben unter diesen Umständen für den Menschen unzumutbar wird. Generell wird jede Hündin nach der Läufigkeit Scheinschwanger, aber bei den meisten Hündinnen verläuft diese Scheinschwangerschaft so, dass der Besitzer relativ wenig bis gar nichts davon mitbekommt. Dass du nun bei deiner eigenen Hündin und bei der Hündin deiner Eltern zweimal das andere extrem erlebt hast, heißt nicht automatisch, dass deine jetzige Hündin ebenfalls solche Probleme haben wird. Es gibt viele nicht-kastrierte Hündinnen, die Zeit ihres Lebens niemals Probleme mit Scheinschwangerschaften haben. Sollte es bei deiner Hündin zu Problemen kommen, so ist eine Kastration immer noch möglich.