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Was mich allerdings an der ganzen Sache stört sind einige Ungereimtheiten worin denn der Sinn einer neuen Rasse besteht?
Warum muss eine neue Rasse einen Sinn haben? Wenn es Menschen gibt, die sich für diese Züchtung erwärmen können, dann ist das doch ein völlig ausreichender Grund. Welchen tieferen Sinn haben denn die schon vorhandenen Show-Zuchten?
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Und ich hab die ganze Zeit während ich diesen Thread gelesen habe angestrengt nach einem anderen Zuchtziel des Labi-Pudels gesucht als Allergikerfreundlich (was sich ja erledigt hatte) und bin immer wieder ausschließlich bei der Optik hängengeblieben.
Ich weiß nicht, ob es in der Doodle-Zucht noch andere Zuchtziele gibt als die Optik, allerdings ist eben gerade die auch für alle anderen Nicht-Gebrauchszuchten der Grundpfeiler. Kein Hund wird die Zuchtzulassung bekommen, der die phänotypischen Voraussetzungen nicht erfüllt, da kann sein Interieur noch so gut und rassetypisch sein.
Warum also sollte man einer neuen Züchtung nicht auch das zugestehen, was man bei alten Rassen schon lange so praktiziert?
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Aber ganz ehrlich, was rechtfertigt denn die zum Teil lächerlichen Kreuzungen, welche aus Amerika kommen,
Es wird immer das angeboten, was nachgefragt wird. Da nützt es auch nichts, wenn wir uns hier darüber den Kopf zwerbrechen. Ich kann auch nicht verstehen, wie sich z.B. jemand eine Französische Bulldogge oder einen Mops anschaffen kann (Sorry an die Besitzer). Trotzdem, wenn jemand nun einmal diese Rassen mag, dann ist das doch sein Ding und kann mir völlig egal sein, solange die Rassen nicht zu einer Qualzucht werden.
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aber was ist mit den Hunderten von total unsinnigen kaum händelbaren Mischungen (Jagd x Hütehund etc) die auch zu den Designer Hunden aus Amerika zählen?
Na klar, über manche Mischungen lässt sich nur der Kopf schütteln. Deswegen ist aber nicht jede Mischung per se verwerflich und unverantwortlich. Ebensowenig wie jede Rassehundezucht verwerflich ist, nur weil es auch Qualzuchten gibt oder Rassen mit diskussionswürdigem Zuchtziel.
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Und woran ich noch zu knabbern hab: Im Laufe des Threads kamen irgendwo das Argumente das viele Retriever oder auch Pudel kaum noch ihr ursprüngliches Zuchtziel verfolgen können, weil schlichtweg auf Optik gezüchtet wurde. Also ist ein spritziger gesunder Mix aus beiden Rassen
nicht zu verwerfen und ein Anwärter als Allroundfamilienhund, denn die Ursprungsrassen sind ja verzüchtet.
Muss denn das ursprüngliche Zuchtziel verfolgt werden? Wieviele Menschen wollen denn heute noch einen Labrador oder Pudel mit Arbeitseigenschaften? Heute ist doch eher der genügsame Familienhund gefragt. Wozu sollte es gut sein Hunde am Markt vorbeizuzüchten?
Der heutige 08-15 Hundehalter sucht sich seinen Hund nach der Optik und der Familientauglichkeit aus.
Ich hab ein Problem damit, dass es sich in der Hundezucht zum größten Teil um Reinzuchten handelt, das finde ich persönlich völlig unnötig. Die Zuchtziele sind mir zu eng. Das gilt für die "alten Rassen" genauso, wie für den Versuch neue Rassen zu züchten. Ich finde "neue Rassen" nicht besser als "alte Rassen", aber eben auch nicht "unnötiger" oder "verwerflicher".
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Wie viele Top-Labis bleiben da übrig? Wie viele Top-Pudel? Und warum soll dann genau das Produkt aus diesen Rassehunden besser sein als die Rassen selbst?
Bei Tieren aus zwei Linien, die sich längere Zeit unabhängig voneinander entwickelt haben, haben sich unterschiedliche Gene in der Erbanlage durchgesetzt, einige Genpaare liegen nur noch rezessiv vor. Selektierst man eine Population nach bestimmten Merkmalen, so bringt man nicht nur die gewollten Erbanlagen in eine reinerbige Form, sondern dazu noch eine Vielzahl anderer Gene. Kreuzt man nun diese Tiere miteinander, so hat der Nachwuchs meist mehr mischerbig vorliegende Genkombinationen und da es sich gezeigt hat, dass gerade die dominanten Gene die günstigeren Erbinformationen in Bezug auf Vitalität, Leistung etc. tragen, sind die Kreuzungen meist vitaler als ihre reingezüchteten Eltern.
Das nennt man Heterosis-Effekt und der ist umso ausgeprägter je unterschiedlicher und reinerbiger die Elternlinien gezüchtet sind.
Deswegen werden z.B. in der Schweine- oder Geflügelzucht extra Inzuchtlinien erzeugt, um besonders leistungsfähige Hybride zu produzieren. Allerdings kommt der Heterosis-Effekt nicht nur hier zum Tragen, wenn auch natürlich in einer ganz anderen Intensität, auch z.B. der Rinderzüchter macht sich diesen Effekt zu Nutze, indem er Gebrauchskreuzungen zweier verschiedener (nicht in- aber reingezüchteter Rassen vornimmt) und selbst innerhalb einer Rasse kann es einen Heterosis-Effekt geben, wenn es z.B. zwei sehr unabhängig voneinander gezüchtete verschiedene Linien gibt.
Allerdings ist eine solche Kreuzungszucht eben auch immer mit dem Problem verbunden, dass sich aufgrund der Mischerbigkeit in der F1 in der F2 wieder deutlich mehr Genkombinationen auch phänotypisch zeigen, weswegen nach einer Kreuzung zumeist eine Rückkreuzung vorgenommen wird, um bestimmte Eigenschaften wieder zu festigen.
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Früher waren die meisten Hunde robust.
Hm ...
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Aber sie sind und bleiben nunmal was sie sind. Eine Mischung. Wie viel mehr oder weniger gelungene Mischungen auf dieser Welt. Und wie die vielen Mischungen die ungesehen in Tierheimen sitzen, nur weil sie nicht doodlen. Und alle nicht mehr oder weniger gesund als die Rassen, aus denen sie entstanden sind.
Was sagt mein Vater immer so schön. Klar ist der reinrassig. Ein reinrassiger Hund 