Tja, bei Sascha bin ich ja noch nicht so weit, dass ich sagen könnte, dass ich seinen Jagtrieb im Griff habe. Mein Problem ist monentan, dass er Verbote nicht ernst nimmt und immer wieder hinterfragt.
Trotzdem sind wir jetzt schon einen riesigen Schritt weiter, denn es ist mir mittlerweile tatsächlich möglich auch in wildreichen Gebieten mit ihm zu kommunizieren. Noch vor einem Jahr war er "hinter dem Ortsschild" nicht mehr ansprechbar, sondern nur noch high, keine Chance irgendwie auf ihn einzuwirken. Was hätte ich tun sollen? Ihm verbieten zu riechen? Ihm verbieten zu laufen? Ihm verbieten seine Sinne zu benutzen? Bei ihm stand in solchen Momenten alles auf Jagd, ohne dass überhaupt Wild in der Nähe gewesen wäre! Mein Weg ging darüber alles zu bestärken, was sich eben nicht mit "ich will jagen" befasste. Jeder Blickkontakt, jedes nachlaufen, jedes Stehenbleiben und warten wurde geclickt und so haben wir es geschafft, dass er irgendwann Leckerlies suchte, später dann sogar mit mir Ball spielte. Er sieht ein Reh/Hase und ist doch immer noch für anderes empfänglich. Es gibt "Click" (ich "clickere" meist über Markerwort, wenn ein Verhalten gefestigt ist) fürs Vorstehen (etwas was ich bis vor kurzem noch dachte, dass er es gar nicht zeigen würde!) und dann ist er sofort umlenkbar auf ein anderes Verhalten, z.B. Leckerliesuche mittlerweile aber auch einfach weiterlaufen!
Ich würde also schon sagen, dass wir diesen Teil rein positiv aufgebaut haben und ich wüsste ehrlich auch nicht, wie ich es anders hätte erreichen sollen.
Jetzt sind wir an dem Punkt, dass ich endlich wirlich an der eigentlichen Jagdsequenz arbeiten kann, nämlich tatsächlich den Moment abpassen kann, in dem er überlegt zu jagen und es ihm einfach verbieten kann, weil er eine Alternative kennt.