Beiträge von *Sascha*

    Tja, bei Sascha bin ich ja noch nicht so weit, dass ich sagen könnte, dass ich seinen Jagtrieb im Griff habe. Mein Problem ist monentan, dass er Verbote nicht ernst nimmt und immer wieder hinterfragt.

    Trotzdem sind wir jetzt schon einen riesigen Schritt weiter, denn es ist mir mittlerweile tatsächlich möglich auch in wildreichen Gebieten mit ihm zu kommunizieren. Noch vor einem Jahr war er "hinter dem Ortsschild" nicht mehr ansprechbar, sondern nur noch high, keine Chance irgendwie auf ihn einzuwirken. Was hätte ich tun sollen? Ihm verbieten zu riechen? Ihm verbieten zu laufen? Ihm verbieten seine Sinne zu benutzen? Bei ihm stand in solchen Momenten alles auf Jagd, ohne dass überhaupt Wild in der Nähe gewesen wäre! Mein Weg ging darüber alles zu bestärken, was sich eben nicht mit "ich will jagen" befasste. Jeder Blickkontakt, jedes nachlaufen, jedes Stehenbleiben und warten wurde geclickt und so haben wir es geschafft, dass er irgendwann Leckerlies suchte, später dann sogar mit mir Ball spielte. Er sieht ein Reh/Hase und ist doch immer noch für anderes empfänglich. Es gibt "Click" (ich "clickere" meist über Markerwort, wenn ein Verhalten gefestigt ist) fürs Vorstehen (etwas was ich bis vor kurzem noch dachte, dass er es gar nicht zeigen würde!) und dann ist er sofort umlenkbar auf ein anderes Verhalten, z.B. Leckerliesuche mittlerweile aber auch einfach weiterlaufen!
    Ich würde also schon sagen, dass wir diesen Teil rein positiv aufgebaut haben und ich wüsste ehrlich auch nicht, wie ich es anders hätte erreichen sollen.

    Jetzt sind wir an dem Punkt, dass ich endlich wirlich an der eigentlichen Jagdsequenz arbeiten kann, nämlich tatsächlich den Moment abpassen kann, in dem er überlegt zu jagen und es ihm einfach verbieten kann, weil er eine Alternative kennt.

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    Ich mache 1x sie Woche Agility und ab Februar 1x Erziehungskurs.


    Wie benimmt sie sich denn so beim Agility? Dreht sie leicht hoch? Kannst du ihr in Ruhe die Geräte zeigen, ohne dass sie sofort machen/tun will? Ein Border Collie hat tendentiell häufig das Problem, dass er es dir möglichst sofort recht machen will und dadurch hochdreht, Befehle vorwegnimmt und unsauber ausführt. Regel Nummer eins heißt daher Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe reinbringen.
    Was hast du denn bisher mit ihr erziehungstechnisch gemacht?

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    Ich trainiere viel mit ihr und gehe Gassi und natürlich spielen wir viel.


    Was spielt ihr? Ich hoffe keine Ballspiele! Auch hier gilt, gut ist, was den Kopf fordert, der Hund sollte keinesfalls unreflektiert herumrennen, Dinge verfolgen, das ist gerade bei einem Border Collie fatal.

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    Wir bekamen sie mit 3 Monaten, seitdem jagd sie Autos,Fahrräder...


    Nimm sie an die Leine/Schleppleine - immer. Das Verhalten festigt sich immer mehr, sie darf keinen Erfolg mehr damit haben. Verbiete ihr das Nachjagen nachdrücklich. Vieles wird sich aber auch mit anderer Auslastung und entsprechendem Training an anderer Stelle automatisch verbessern/einstellen.

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    Zudem ist sie sehr ängstlich und aggressiv gegenüber Männern in Arbeitsschuhen.


    Wie hast du sie sozialisiert? Wo ward ihr überall? Was kennt sie, was kennt sie nicht? Viele Borders, die ich hier so kenne, haben in der Sozialisierung leider Defizite, sind aber auch grundsätzlich bei lauten, ungewohntenm, unheimlichen Begegnungen auch häufiger deutlich sensibler als viele andere Rassen.

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    Wenn man ihr Befehle erteilt ignoriert sie die !!!


    Wann gibst du ihr Befehle und wie ignoriert sie die? Wie hast du die Befehle aufgebaut und generalisiert?

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    Beim Agility kann ich auch nicht ohne Leine trainieren.


    Ich denke, dein Hund ist ziemlich hochgedreht, dem fehlt es an Frust- und Stresstoleranz. Da wirst du unbedingt dran arbeiten müssen.

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    1. Was kann man mit ihr machen um sie richtig auszulasten?


    Momentan würde ich weniger über Auslastung als über Erziehung nachdenken. Da sind grundsätzliche Dinge noch nicht wirklich klar. Wichtig ist für dich immer die Ruhe zu bewahren, du hast mit einem Border Collie einen Hund, der nervlich nicht unbedingt der belastbarste ist, d.h. du musst Nerven für euch beide behalten, nur dann kann dein Hund Ruhe und Souveränität finden. Grundsätzlich geht als Auslastung alles, wo der Hund nachdenken muss, wo er nicht hochdreht. Fahr Tempo und Reaktion herunter, mach Kopfarbeit mit dem Hund und achte darauf, dass er exakt arbeitet. Es ist nicht die Geschwindigkeit, die man bei einem Border belohnen und fördern muss, sondern die Langsamkeit bzw. eben die Exaktheit.

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    2. Wie bekommt man das Jagen aus ihr raus?


    Durch Ruhe und deutliche klare diskussionslose Verbote.

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    3. Wie zeugt man ihr das sie nicht der Chef ist?


    Indem man ihr zeigt, dass man, was Ruhe und Souveränität anbelangt,
    ihr überlegen ist. Das Leben im Griff hat, die Welt kennt. Nie sauer, nie ungeduldig wird. Ruhe und Langsamkeit, dafür aber absolut Exaktheit!

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    4. Wie kann man sie motivieren?


    Ich glaube nicht, dass man einen Border groß motivieren muss, meist liegt das Problem dieser Hunde in ihrer Übermotivation.

    Meiner Erfahrung nach sind die Fütterungsempfehlungen von Josera ab ca. dem 4./5. Monat zu hoch.
    Sowohl bei Sascha als auch bei Chiko haben wir die Menge ab dem 4. Monat nicht mehr wesentlich gesteigert, sondern beibehalten.

    Chiko bekommt mit einem Endgewicht von ca. 18/19 kg heute noch mit fast 8 Monaten nur 200g.

    Ich denke auch nicht, dass deine 20kg wird, es könnte sogar gut sein, dass sie nicht einmal die 15 schafft.

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    ich hatte ja schon mal geschrieben, dass ich zum ersten Mal gerne unter der Woche mal das Gelände im kleineren Kreis anschauen würde...


    Welches Gelände denn? Wir treffen uns doch jedesmal woanders. :?

    Finde es auch sehr schade, dass du nicht kommen magst.

    Auch Imba und Loki werde ich vermissen. (und Diana sowieso) :(

    Hm, in den beiden Fällen waren es aber jeweils Verhältnisse, die vorher ungeklärt waren. Einmal eben der neue fremde Rüde und einmal der aufstrebende Halbstarke, der immer frecher wurde. Ich hatte da schon den Eindruck, dass da etwas geklärt wird, da vorher kein Rüde eindeutige Demutssignale gegenüber dem anderen zeigte.

    Es war auch keine Zurechtweisung, sondern eher wirklich so etwas wie von Corinna erwähnt, ein "ritualisierter Schaukampf".
    Die von Corinna erwähnte typische Frage kam übrigens tatsächlich auch auf durch einen anderen Hundehalter, der fragte, ob das wohl noch so okay wäre ...

    Also würdest du eine handfeste Auseinandersetzung immer als echten Kampf bezeichnen? Egal ob mit oder ohne Verletzungsabsicht?

    Hm, ich hab 2/3x ein solches Geplänkel zwischen Sascha und einem anderen Rüden erlebt, da ging es aber schon darum den gegenseitigen Status abzuchecken. 1x war es mit einem älteren neuen Rüden, da war Sascha der unterlegene, ein anderes Mal mit einem halbstarken Jungrüden, da war Sascha der überlegene. Bei beiden "Kämpfen" hat man entsprechendes Demutsverhalten und Beschwichtigungsgesten, also angelegte Ohren, Lippen lecken, tiefe Rute, geduckterr Gang usw. erst nach der Auseinandersetzung bemerkt. Daher denke ich schon, dass hier etwas geklärt wurde.

    Zwischen "keine Raufereien zulassen" und "alles regeln" gibt es aber noch sehr viel mehr, oder nicht? Bei meinem Hund jedenfalls. :? ;)

    Und klar hat man mir als Kind auch beigebracht, dass Raufereien keine Lösung sind, sonst würde ich mich wohl heute noch prügeln ... aber nun ist ein Hund eh kein Mensch und "einsichtig" wird ein Hund sicher nicht sein, er wird die Raufereien auch nicht mit seinem "Gewissen" vereinbaren müssen ... Er rauft einfach, wenn er damit Erfolg hat und er es für notwendig erachtet.

    Corinna
    Was genau verstehst du denn jetzt eigentlich unter einem Kommentkampf?