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So ganz versteh ich das nun auch nicht. Nur weil das, was ich sage auch befolgt werden soll, heißt das ja nicht, dass mein Hund mir nun am Rockzipfel kleben muss.
Eben. Ich sehe es sogar eher im Gegenteil, setze ich meinem Hund klare Grenzen, dann hat er viel mehr Freiheit innerhalb dieser Grenzen tun und lassen zu können, was er gerne möchte. Setze ich nie Grenzen, belohne immer nur gewünschtes Verhalten und versuche so unerwünschtes Verhalten zu eliminieren, so beeinflusse ich meinen Hund in der freien Wahl seiner Verhaltensweisen doch viel mehr. Er muss immer schauen, was mir gefällt.
"Frei" ist unser Hund so oder so nicht.
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Da stellt sich mir jetzt sogar die Frage, ob ich meinen Hund nicht sehr verunsichere, wenn ich das nicht fordere. Also wenn ein Kommando mal befolgt werden MUSS, weil da eine Straße ist oder sonstiges und wenn ers auch mal überhören darf und die einzige Konsequenz das ausbleibende Leckerchen ist. Woher weiß der Hund dann, in welchen Situationen es nun absolut lebensnotwendig ist, das Kommando umzusetzen und in welchen das links rein und rechts raus gehen darf?
Eine gute Frage!
Wahrscheinlich an unserem Verhalten. Es gibt ja Hunde, die sich recht leicht beeindrucken lassen, meine Freundin braucht bei ihrem Spitz auch nur mal ein wenig eindringlicher werden und schon stellt er das Kommando nicht mehr in Frage, sondern merkt, dass es ihr Ernst ist. Sascha würde über ein ausbleibendes Leckerli übrigens nur "mit den Schultern zucken". Mit Leckerlis und positiver Verstärkung kann man ihm nur kommen, wenn er motiviert ist. Wenn er besseres zu tun hat, dann ist es ihm egal, daher bin ich mittlerweile dazu übergegangen die Umsetzung der wirklich wichtigen Alltagskommandos wieder ohne Leckerlis abzuverlangen. Scheint er besser anzunehmen. Belohnt wird zwischenzeitlich zwar immernoch, aber nur noch sehr selten über Leckerlies und nur, wenn er motiviert ist, ansonsten "verlange" ich tatsächlich einfach nur noch.