Es geht nicht darum einem Welpen im Schnelldurchlauf die Welt zu erklären, das ist Quatsch.
Aber es ist ein Unterschied, ob der Welpe in jüngerer Zeit in erster Linie ein Hunderudel, wenige Besucher, sehr wenige fremde Hunde (ohne die Notwendigkeit sich mit ihnen abgeben zu müssen), ein paar mal Auto fahren, eine schöne grüne Wiese und das ein oder andere Tier auf dem Spaziergang kennenlernt.
Oder ob es für ihn einfach Normalität ist regelmäßig andere Hunde zu treffen, mit denen zu kommunizieren/zu spielen, regelmäßig mit dem Auto itgendwo hingefahren zu werden, seinen Menschen von A nach B über C überall hin zu begleiten.
Es geht darum, wie geht der Welpe auf Menschen, fremde Tiere und andere Hunde zu, welche Grundeinstellung hat er zu diesen Dingen und auch ganz wichtig, welche Einstellung möchte ich meinem Welpen vermitteln.
Klar kann der Besitzer Fehler machen, das kann aber auch der Züchter. Vielleicht macht er auch keine Fehler, vielleicht sieht er einige Dinge nur anders. Wolfsspitze sind eher abwartend und misstrauisch Fremden gegenüber. So war auch der Welpe meiner Nachbarin als sie ihn mit 8,5 Wochen übernahm. Sie hat daraufhin ihren Welpen genommen und die nächsten 2 Wochen ein Hardcore "Wir-lieben-Fremde-Programm" durchgezogen, weil ihr wichtig war, dass sich ihr Welpe auch Fremden gegenüber aufgeschlossener verhält. Hätte sie den Hund erst mit 12 Wochen bekommen, dann hätte sich sein Verhalten bereits gefestigt gehabt, sie hätte die Synapsen nicht einfach wieder anders schalten können. Das nur mal als ein Beispiel, warum es sinnvoll sein kann einen Welpen so früh selbst prägen zu wollen. Und ich lege Wert darauf, dass es sich keinesfalls um einen schlechten Züchter gehandelt hat, der die Welpen nicht oder falsch geprägt hat! Absolut nicht! Er hat eine gute Arbeit geleistet, aber jeder sieht halt das Verhalten seines Hundes aus dem eigenen Blickwinkel und für jeden Hundehalter ist ein anderes Bild das angestrebte Ideal.
Die Frage ist doch auch, auf was oder wen möchte ich meinen Welpen prägen. Soll er auf ein Hunderudel geprägt werden (sofern der Züchter den eines hat) oder soll er auf seine Menschenfamilie geprägt werden? Automatische Defizite im Sozialverhalten kann ich jedenfalls bei mit 8 Wochen übernommenen Welpen nicht feststellen, da hängt es ja auch wieder daran, was der neue Besitzer daraus macht. Sozialverhalten erlernt sich nicht in 4 Wochen. 
Ich sehe auch, dass die Phase des "Verstoßens" von der Mutter eine sehr wichtige ist, im Leben eines Welpen. Die Bindung zur Mutter wird dünner und der Welpe offen für neue.