Beiträge von *Sascha*

    Ich kenne Röntgenkautionen als Aufschlag.

    Das ist ja nur eine Frage der Betrachtungsweise. Kostet der Hund z.B. 2000 EUR und du bekommst nach Untersuchung 500 EUR zurück, dann hast du ja im Endeffekt weniger bezahlt für den Hund, also ein Rabatt.

    Züchter auch gerne mal schlechte Bilder des Nachwuchses gar nicht erst zur Bewertung einschicken

    Wenn ich meinen Hund röntgen und auswerten lasse, erfährt der Züchter davon erstmal gar nichts..

    Es ist nicht so, dass der Züchter sein Einverständnis erteilen muss, bevor die Bilder zum Gutachter geschickt werden. Er muss dem Röntgen auch nicht zustimmen oder sowas..

    Also ich meinen Mali habe Röntgen laden, habe ich es seiner Züchterin erzählt. Ansonsten hätte sie erst das Ergebnis der Auswertung in der Zeitschrift des Zuchtvereins gelesen..

    Ich habe das "einschicken lassen" noch ergänzt. Natürlich läuft das im Idealfall so ab wie bei dir, aber eben nicht immer.

    Ich finde nicht perse problematisch, wenn nicht alle Hunde geröntgt werden. Das hat man doch wirklich selten. Aber es gibt halt Zielgruppen, da braucht es sowas wie eine Röntgenkaution, weil es sonst einfach gar kein Feedback gibt. Und das kann doch nicht Sinn der Sache sein. Vor allem, wenn die Hunde im Alltag auch gar nicht belastet werden und etwaige Baustellen deshalb nicht auffallen.

    Da gehe ich absolut mit! Ich würde es eben nur weniger pauschal sagen, sondern individueller betrachten, bezogen auf die Rasse/den Verein und bezogen auf die individuellen Schlussfolgerungen des Züchters. Den Anreiz für Untersuchungen würde ich aber immer setzen und sehe das weniger als "Aufschlag", sondern als "Rabatt".
    Für das erste und wichtigste Kriterium einer guten Nachzuchtkontrolle halte ich trotzdem noch immer, dass dem Züchter überhaupt bekannt ist, wie die Nachzucht sich nach dem Verkauf entwickelt, sei es gesundheitlich wie auch charakterlich. Und zwar gesundheitlich in jeglicher Hinsicht und nicht nur bezogen auf eine konkret zu untersuchende Krankheit und dann braucht es den Willen, dieses Wissen auch in die Zucht einfließen zu lassen. Wenn dann dringend alle HD-Ergebnisse der Nachzucht für eine Zuchtüberlegung gebraucht werden, dann wäre ich die letzte, die sich dem verweigern würde. Ebenso natürlich, wenn das Problem in einer Rasse so stark verbreitet ist, dass es ein echtes Problem darstellt noch Verpaarungen zu finden, in denen die Wahrscheinlichkeit für eine HD weniger ausgeprägt ist.

    Aber wenn ich mir Zuchtvereine betrachte, die munter noch weiter mit HD-C Hunden züchten, die fleißig alle möglichen HD-Ergebnisse einpflegen, aber wo Züchter auch gerne mal schlechte Bilder des Nachwuchses gar nicht erst zur Bewertung einschicken lassen, dann frage ich mich auch, welchen Wert für die Zucht hätte denn da das HD-Ergebnis meines Hundes? Wie gesagt, von meinem Züchter würde ich mich immer überzeugen lassen wollen, aber so pauschal, das muss halt, sonst tut man nicht genug für die Rasse. Nein, da würde ich nicht mitgehen.

    Mein "Familienhund" hätte von einer früheren Diagnostik nicht profitiert. Das sieht bei massiver Belastung durch bestimmte Sportarten sicher anders aus, aber für die Belastung eines "normalen Familienhund" bringt Diagnostik bei unauffälligen Tieren nicht zwingend viel.

    Und ich habe auch schon andersherum das Bsp. vom Hund einer Freundin genannt, der eine ausgewertete A-Hüfte hatte und trotzdem aufgrund von Hüftproblemen an der Hüfte operiert werden musste. Dieser Hund wurde selbst nach der OP von Züchtern noch angefragt, weil er hat ja eine A-Hüfte, wäre doch alles ok.
    Beim Pferd kenne ich von den TÄ die Aussage, dass ein Röntgenbild eben auch nur ein Röntgenbild ist und es immer auf das klinische Bild ankommt. Der eine läuft mit grauseligen Bildern völlig problemlos und der andere hat top Bilder und lahmt trotzdem. Und das soll nicht den Nutzen von Röntgenbildern in der Zucht abstreiten, sondern die Frage nach dem individuellen Nutzen bei einem klinisch unauffälligen Hund aufwerfen, der nicht übermäßig stark belastet werden soll in seinem Leben.
    Und ich habe auch schon Röntgenbilder von meinem eigenen Pferd gesehen, da waren die Beine in den Standardperspektiven frei von Arthrose, aber veränderte man den Winkel ein bisschen, waren die Arthrosen plötzlich zu sehen. (Gelahmt hatte der übrigens nicht wegen der Arthrosen, sondern wegen einer Hufgelenksentzündung, die dann erst in der Szintigrafie diagnostiziert wurde.) Wenn Gesundheit doch so einfach wäre.

    Ich hab nun keine Ahnung, wie z. B. Neufundländer gesundheitlich dastehen, kenne aber ehrlich gesagt keine massigen, großen Hunde, die auch nur ansatzweise so agil und beweglich sind wie kleinere, drahtigere Hunde. Die sind, wenn sie erwachsen sind, doch alle eher schwerfällig und gemütlich unterwegs und haben oft ein ziemlich auffälliges Gangbild, auch wenn die natürlich auch mal Gas geben, wenn sie toben, am Gartenzaun randalieren o. ä.

    Ich habe ja mal ein wenig gegoogelt und dabei den Standard des Neufundländers von 1924 gefunden. Interessant fand ich, dass die Hunde vor etwa 100 Jahren bei gleicher Größe noch gute 10kg leichter sein sollten. Mir erschließt sich auch nicht, warum die Hunde heute schwerer sein sollen, ist mMn nicht funktional.

    fci-standard-1924.pdf (neufundlaender-dnk.de)

    Ich würde grundsätzlich keinen Hund kaufen, bei dem ich überdurchschnittlich häufig damit rechnen muss, dass er irgendwelche gesundheitlichen Probleme bekommt.

    Naja, aber ohne entsprechende Datenlage kannst du ja nicht wissen, ob eine Rasse überdurchschnittlich oft von einer Erkrankung betroffen ist.

    Gehen die Leute nicht zum Testen, bleibt alles Vermutung und Hören Sagen.

    Ich fühle mich etwas missverstanden, denn ich habe wirklich nur meine ganz persönliche Gefühlslage wiedergegeben. Würde ich mit meinem Hund züchten wollen, dann wäre die HD-Untersuchung und eine notwendige Narkose dafür doch absolut obligatorisch. Hätte ich einen Hund aus einer Zucht, würde aber selbst nicht züchten wollen, dann würde ich meinen Hund natürlich HD-Röntgen lassen, sobald sich eine Gelegenheit ergäbe (weil eine Narkose eh notwendig wäre). Und wenn mein Hund irgendwelche Auffälligkeiten bzgl. des Gangwerks zeigen würde, dann würde er so oder so HD-geröntgt werden.
    Vllt würde ich bei bestimmten Rassen auch generell röntgen lassen, weil mich der Züchter darum bittet oder ich das in der Konstellation der Zucht für sinnvoll empfinden würde, aber ganz generell würde ich einen gesund erscheinenden Hund nicht in eine Narkose legen, um ihn zu röntgen. Aber das ist meine ganz persönliche Abwägung. Wenn ich mir die Kastrationsrate so betrachte, dann sehen die meisten HH, das doch auch gar nicht so eng mit der Narkose. Ich würde als Züchter wohl eine Kaution für die Untersuchungen erheben. Wobei ich persönlich denke, dass es insbesondere wichtig ist, die auffälligen Hunde zu untersuchen und deren Ergebnisse dann eben auch in die Datenbank einzupflegen und sie nicht unter den Tisch zu kehren (also das Bild gar nicht erst bewerten zu lassen).
    Und so einfach ist es ja auch wieder nicht. Eine Freundin z.B. hatte einen Rüden mit einer A-Hüfte, der trotzdem Probleme mit der Hüfte hatte. Er war als Deckrüde zugelassen, aber meine Freundin hat ihn wegen der Problematik trotzdem nie decken lassen, obwohl man sie sogar versuchte zu überreden!

    Klar kann man das in den Griff bekommen und managen, aber es kann auch einfach kolossal schief gehen. Ich tu mich schwer, etwas zu raten, weil eben auch Kinder involviert sind. Der Trainer klingt für mich nicht passend. Als erste Maßnahme würde ich den Hund sichern und ihn nur noch mit Maulkorb zu den Kindern lassen. Als zweites würde ich Kontakt zu einem Trainer aufnehmen, der regelmäßig mit Aggressionsproblematiken bei Hunden arbeitet UND sich auch mit Herdenschutzhunden auskennt. Ich kann nicht einschätzen, wie viel HSH in eurer Hündin steckt, aber auf jeden Fall habt ihr eine Aggressionsproblematik, die gerade außer Kontrolle gerät.
    Hundezentrum Mittelfranken wurde hier schon genannt.
    Hundezentrum Odenwald fällt mir noch ein.
    Sicherlich können die euch auch Trainer in eurer Nähe vermitteln, wenn eine erste Einschätzung so ausfällt, dass ein Training bei euch Sinn ergibt oder auch bei Management oder Vermittlung helfen. Evtl. gibt es dort auch die Möglichkeit den Hund auf eine Vermittlung vorbereiten zu lassen, noch ist sie ja jung.

    Aber hier online rumfummeln, das wäre einfach fahrlässig.

    Aber wenn du es aus der Sicht des Familienhundehalters betrachtest, der vllt einen jungen gesunden Hund Zuhause hat und den auch nicht vor hat, übermäßig sportlich zu belasten. Dann ist bspw. eine HD-Untersuchung eben nur unter Narkose möglich und damit erstmal ein zwar kleines Risiko, das man aber vllt individuell nicht eingehen möchte, außerdem kostet es Geld und in der Regel sind nur selten entsprechende Klauseln im Kaufvertrag vorhanden, sodass dieses Geld zurückerstattet wird. Hat dann auch beim Züchter wohl wenig Priorität oder er denkt, der erhöhte Kaufpreis könnte abschreckend wirken.

    Aber genau das ist es doch (beim Thema HD, ED, ...). Alle Welt will einen Welpen aus gesunden Eltern, am Besten mit gesunder Verwandtschaft. Macht auch Sinn!

    Wenns dann aber drum geht, selbst was dafuer zu tun, wird abgewunken. Man kann als Zuechter aber keinen Ueberblick haben, wenn die Kaeufer nicht roentgen und auswerten lassen.

    Beim Belgier/Mali haben unfassbar viele Halter - nicht Zuechter! - Blut verschickt und nur dadurch war es mgl. 4 Defekte zu finden und Tests zu entwickeln (die Suche geht weiter).

    Klar, da war keine Narkose noetig und es war deutlich preisguenstiger (wobei ich das was ich fuer roentgen + Auswertung + Eintragung in die AT zahle jetzt auch nicht teuer finde). Aber ohne die Kaeufer geht es einfach nicht..

    Also mir geht es da wirklich nur um die Narkose und vllt bin ich da auch einfach nur etwas übersensibilisiert, weil ich auch eine Rasse mit erhöhtem Narkoserisiko habe. Wenn ich mir aber z.B. ansehe, wie viele "Familienhunde" standardmäßig kastriert werden, dann denke ich, dass man mit einer entsprechenden Kaution im Vertrag für verschiedene Untersuchungen ganz sicher viele Welpenkäufer erreichen kann. Ich persönlich würde es halt auch dann trotzdem erst machen, wenn eine Narkose ohnehin notwendig wäre oder mein Hund entsprechende Probleme hätte oder eben in die Zucht gehen soll.

    Ich würde meinen Hund nur in Narkose legen lassen, wenn es aus bestimmten Gründen einfach notwendig ist, dann würde ich auch die Hüfte für meinen Züchter kontrollieren lassen, aber einfach nur so, um die bisher unauffällige Hüfte zu kontrollieren? No way.

    Für mich (!) wäre es eben schon ein zwingender Grund für eine Narkose. Oder ich würde keine Rasse kaufen, bei der die Möglichkeit einer HD (um bei diesem Beispiel zu bleiben) besteht. Einen gesunden Hund aus gesunden Lilien haben wollen, aber dann keinerlei Beitrag dazu leisten zu wollen kann ich nicht nachvollziehen. Auch nicht, wenn es „nur“ ein Familienhund ist.

    Ich würde grundsätzlich keinen Hund kaufen, bei dem ich überdurchschnittlich häufig damit rechnen muss, dass er irgendwelche gesundheitlichen Probleme bekommt. Ich sage auch nichts gegen Untersuchungen, die ohne Risiko für den Hund durchgeführt werden können, aber meinen Hund einem Narkoserisiko auszusetzen, um eine Statistik auszuführen, da würde ich mir zunächst die Frage stellen, welchen Mehrwert eine solche Untersuchung denn hätte. Würden denn die Elterntiere von der Zucht ausgeschlossen werden, wenn mein Hund eine schlechte Hüfte hat? Hätte die Mutter nicht ohnehin schon ihre 2-3 Würfe mit hoffentlich sowieso unterschiedlichen Deckrüden getätigt? Nun kann man natürlich argumentieren, dass der Vater aber ja häufiger eingesetzt wird, ABER ist das richtig, sollte eine gute Zucht nicht diversifizieren? Und werden nicht ohnehin die Hunde untersucht, die entsprechende Problematiken aufweisen oder die in die Zucht gehen, genau auf die kommt es doch an in diesen Statistiken. Schon vor Jahren gab es die Empfehlung keine Zuchtzulassungen für C-Hüften mehr auszusprechen, trotzdem wird in vielen Zuchtverbänden noch mit diesen Hunden gezüchtet. Was soll das?