Beiträge von *Sascha*

    Ich habe auch ein Problem damit, welch skurrile Ausmaße die s. g. Gefährdungshaftung annehmen kann - ein Beispiel hier aus dem Ort ist ein Jugendlicher, der in eine Pferdekoppel eingedrungen ist, sich auf das - gar nicht eingerittene - Pferd gesetzt hat, abgebuckelt wurde, sich einen Arm gebrochen hat und dann kommt die Gefährdungshaftung ins Spiel, weil Pferd. Einen Satz heisser Ohren hätte so jemand verdient, aber nicht die Haftungsübernahme für Idiotie. Das Prinzip "ich trage die Verantwortung für Mist, den ich baue, selbst" ist verloren gegangen. Wir können die Welt nicht auf Idioten ausrichten.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass in dem Fall noch viel von der Gefährdungshaftung übrig bleibt.

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    Bzgl. Maulkorb sehe ich nicht, dass wir hier eine Vollkaskomentalität brauchen. Solche Unfälle wie mit dem kleinen freilaufenden Hund und dem angeleinten Hund, die werden einfach immer passieren, weil Unfälle leider passieren. Aber wenn ich weiß (und das unterstelle ich jetzt gar nicht in dem Fall konkret), dass mein Hund wirklich gefährlich werden könnte für andere Tiere (also mehr als nur theoretisch) und ich das auch an einer kurzen Leine nicht sicher verhindern kann, dann sollte der Hund einen Maulkorb tragen. Und ich denke dabei nicht an die Trulla, die ihre Hunde zu jedem unangeleinten Hund hinlaufen lässt, sondern einfach an ganz normale Unfälle, die eben passieren können, wenn Menschen und Tiere involviert sind. Da flitzt ein Hund aus der Tür, da ist ein Besitzer mal unaufmerksam und die Leine flutscht aus der Hand oder ein Besitzer verschätzt sich einfach und der Junghund ist "über alle Berge". Es kann manchmal einfach so schnell gehen und dann geht es doch gar nicht um Schuld, sondern einfach darum "Schlimmeres" zu verhindern.

    Das funktioniert aber auch nur, wenn man da ganz explizit den Auslandstierschutz exkludiert, sonst sind da gewisse Shelter plötzlich voll von QZ-Welpen, die natürlich alle von der Straße kommen.

    Dafür muss man nur den Import verbieten. Ohne Importverbot läuft sowieso jedes Zuchtverbot ins Leere. Bei einem Haltungsverbot gehe ich auch mit, da sollte auch die Regelung kein größeres Problem sein. Für die Haltung sollte dann ein berechtigtes Interesse vorliegen. Z.B. Hund wurde schon vor einem bestimmten Stichtag angeschafft oder kommt aus dem Tierschutz.

    Daher muss ich eben einfach damit rechnen, dass sich an diesen Orten viele Menschen aufhalten und ein Teil dieser Menschen wahrscheinlich auch einfach gar keine Ahnung von Hunden hat, Hunde nicht mag, Angst vor ihnen hat oder sie einfach so toll findet, dass jeder Hund angequatscht und gestreichelt wird. Für mich ist das erstmal auch keine Frage von Schuld oder fehelender Rücksichtnahme, sondern zunächst einmal eine Tatsache mit der ich als Hundehalter umgehen muss.

    Aber warum? Kann ich von Erwachsenen nicht ein Mindestmaß an Manieren und Anstand verlangen? Wenn es mir nicht gehört, fasse ich es nicht an, ganz einfach eigentlich. Wenn ich wirklich nicht anders kann, Frage ich ob ich streicheln darf, aber wie bei allem anderen im Leben heißt nein eben nein. Wie hat mal jemand zu mir gesagt?

    "Nein ist ein vollständiger Satz und eine zu jeder Zeit angemessene und ausreichende Begründung wenn es um Einwilligung(zur Berührung) geht"

    Natürlich erwarte ich das von jedem einzelnen Menschen, aber ich erwarte nicht an einem Ort, an dem sich sehr sehr viele unterschiedliche Menschen aufhalten, dass sich jeder Mensch so verhält.

    Und wenn ich merke, mein Hund ist evtl. sogar grundsätzlich überfordert in diesen Situationen, dann setze ich ihn diesen gar nicht erst aus. Leider können viele Menschen ihre Hunde nicht richtig einschätzen oder sind sogar der Meinung, dass ihre Mitmenschen in jeder Situation ein an die Bedürfnisse des Hundes angepasstes Verhalten zeigen müssen. Aber viele Nicht-Hundehaltere und auch viele Hundehalter haben eben einfach gar keine Ahnung von Hunden und damit ist eben in solchen unübersichtlichen Situationen immer zu rechnen.

    Es gibt aber auch Halter, die sich im Klaren darüber sind, dass eine Situation für den eigenen Hund herausfordernd ist, diese Situation aber trotzdem trainieren möchten, weil sie dem Hund die Chance geben möchten sich weiterzuentwickeln - oder die es gar wegen ihrer Lebensumstände müssen. Wir zum Beispiel. Ein Mindestmaß an gegenseitigem Respekt und Höflichkeit macht es einfach für alle Beteiligten leichter.

    Meine Hündin geht nicht nach vorne, aber es ist ihr unangenehm, bedrängt zu werden. In einer eh schon stressigen Situation kann ein Tätscheln halt auch schon mal Trainingserfolg von Wochen zunichte machen. Und ich finde nicht, dass „damit muss man halt rechnen“ ein Argument dafür ist, dass der Fehler beim Halter und nicht beim Grabbler zu suchen ist.

    Hab ich ja geschrieben, dann sichert man den Hund ab. Natürlich soll man seinen Hund fordern und mit ihm üben, aber überfordern sollte man ihn nicht.
    Mir geht es darum, dass wir hier davon reden, seinen Hund in Fahrzeuge, Räume oder auf Plätze mitzunehmen, die dafür gedacht sind Menschenmassen(!) zu konzentrieren. Ich finde es gut und richtig, dass dort auch Haustiere, insbesondere Hunde erlaubt sind und geduldet werden, aber der Zweck einer S-Bahn, eines Zuges oder eines Fahrstuhls ist es nicht, Hunde zu befördern, sondern Menschen. Daher muss ich eben einfach damit rechnen, dass sich an diesen Orten viele Menschen aufhalten und ein Teil dieser Menschen wahrscheinlich auch einfach gar keine Ahnung von Hunden hat, Hunde nicht mag, Angst vor ihnen hat oder sie einfach so toll findet, dass jeder Hund angequatscht und gestreichelt wird. Für mich ist das erstmal auch keine Frage von Schuld oder fehelender Rücksichtnahme, sondern zunächst einmal eine Tatsache mit der ich als Hundehalter umgehen muss. Ganz einfach, ich kann nicht erwarten, dass ich an diesen Orten, die primär für Menschen gemacht sind und an denen ich mit einem hohen Aufkommen von Menschen rechnen muss, genügend Übersicht behalten kann oder mir und meinem Hund so viel Rücksichtnahme entgegengebracht wird, dass ich ihm jede unangenehme Situation ersparen kann oder ich immer die Möglichkeit habe, auszuweichen.

    Stehe ich hier alleine mit meiner Einstellung, dass andere Menschen sich darauf verlassen dürfen, mein Hund ist gerade in solchen Situationen verlässlich ungefährlich?

    Nein stehst du nicht. Wenn ich in einen Zug steige, in einen Fahrstuhl gehe, ein volles Kaufhaus betrete oder ähnliches, dann kann ich dies nur mit einem verlässlich ungefährlichen Hund tun, der eben auch Situationen aushält, die nicht "hundekonform" gemanagt werden können. Bin ich mir nicht sicher oder weiß ich sogar, dass mein Hund in bestimmten Situationen Aggressionsverhalten zeigen könnte, dann sichere ich ihn in solchen Situationen mit Maulkorb ab. Und wenn ich merke, mein Hund ist evtl. sogar grundsätzlich überfordert in diesen Situationen, dann setze ich ihn diesen gar nicht erst aus. Leider können viele Menschen ihre Hunde nicht richtig einschätzen oder sind sogar der Meinung, dass ihre Mitmenschen in jeder Situation ein an die Bedürfnisse des Hundes angepasstes Verhalten zeigen müssen. Aber viele Nicht-Hundehaltere und auch viele Hundehalter haben eben einfach gar keine Ahnung von Hunden und damit ist eben in solchen unübersichtlichen Situationen immer zu rechnen.

    Ich finde es wichtig, bzw. gehört das bei mir zur Sozialisierung dazu, dass meine Hunde lernen, normale Sozialkontakte selbst zu regeln. Das heißt aber natürlich auch nicht, dass ich einen Hund, der in bestimmten Situationen damit überfordert ist, einfach allein lasse. Ziel ist für mich aber immer, den Hund zu befähigen, sich im Umgang mit anderen Hunden sozial angemessen zu verhalten. Und er im besten Fall aus einem großen Reservoir an Verhaltensmöglichkeiten schöpfen kann. Dazu braucht es aber Anleitung und die passenden Hundekontakte, einfach machen lassen, wäre für mich genauso wenig eine Lösung wie immer schützen und raus rufen.

    Ja geht, aber ich würde trotzdem zur Abgabe der Katzen raten. DU wirst immer Angst haben und außerdem müsste hier ja erst einmal das Training überhaupt ansetzen, bisher habt ihr die Tiere ja strikt voneinander getrennt, was eben auch zeigt, wie "hilflos" du selbst bist in dieser Problematik. Zudem werden auch die eigenen rennenden Katzen insbesondere im Garten wahrscheinlich immer ein Trigger für euren Hund bleiben und es wird auch nach einer Vergesellschaftung ein Restrisiko da sein.

    flying-paws

    Er war so aufgeregt. Sitzen war echt schwer. Hat er aber gemacht wenn ich ins Regal geguckt hab. Das Pinkeln war so im vorbei laufen.

    Pinkeln und auch Koten, kann auch der Aufregung geschuldet sein. Timur schafft dann beides! sogar im Laufen.
    Da hilft dann nur, Blase und Darm vorher zu entleeren, den Stress begrenzen und nur langsam die Ablenkung zu steigern UND natürlich den Fokus dauerhaft auf dem Hund zu halten in solchen Situationen.