Ich denke der Vergleich zum Reitenlernen hinkt sowieso. Um Reiten zu lernen, brauche ich zunächst einfach mal ein geduldiges, gut ausgebildetes Pferd (Die Rasse spielt da mMn kaum eine Rolle). Wenn ich dann Westernreiten will, dann werde ich nicht in einen Dressurstall gehen und wenn ich klassisch Dressur reiten möchte, dann ist auch der Gangpferdestall nicht der Richtige.
Ich denke, mein Problem ist einfach, wenn man sich natürlich einfach nur auf eine Rasse versteift und meint, dass man sein Leben dann schon angepasst bekommt bzw. den Hund passend in sein Leben erziehen kann, dann funktioniert das natürlich viel häufiger, wenn ich mehr Erfahrung habe und den Hund innerhalb meines Lebens managen kann. Das ist wohl so, erstrebenswert finde ich das aber auch nicht.
Wenn ich aber ein bestimmtes Leben zu bieten habe, den Hund evtl. sogar für einen bestimmten Gebrauch benötige, dann werde ich z.B. als Schäfer nicht mit einer "einfacheren" Rasse anfangen, sondern ich werde mich, wenn ich es gut mache, mit arbeitenden BCs in der Praxis beschäftigen, ich werde mir die Praxis anschauen und ich werde lernen und dann evtl. sogar mit einem schon ausgebildeten BC anfangen. Auch wenn ich z.B. Jäger bin, dann werde ich mir nicht den "einfachsten" Jagdhund holen, sondern den passenden.
Wir Hobbyhundehalter haben nur leider mMn viel zu häufig den Anspruch, dass alle Hunderassen (mit der richtigen Erziehung) tauglich für ein durchschnittliches Familien-, Hobby-, Begleit- und Sofahundeleben sein sollen. Deswegen mMn der Gedanke zuerst mit "einfachen" Hunden anzufangen und sich erst dann an die "schwierigen" heranzutasten. Vielleicht aber sind die einfachen gar nicht einfach und die schwierigen gar nicht schwierig, sondern erstere einfach passend und zweitere eben nicht.