Übrigens, jetzt wo ihr mir den Aufbau erklärt habt, sehe ich es auch überdeutlich in deinem ersten Video Wonder2009 . Keine Aggression, sondern nur einen Hund, der in freudiger Erwartung auf seinen Auslöser wartet, den Ball, ach nee warte den Anzug zu packen ...
Beiträge von *Sascha*
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Hm, und wenn da jetzt ein Mensch ohne den Anzug in diese Situation geht? Dann reagiert der Hund nicht? Also ich hoffe ja, dass ich keine Vorurteile habe, ich denke, dass ich keine habe. Aber in dem Video erscheint es mir schon so, dass der Hund seine Aufgabe doch eher auf den Menschen fokussiert und nicht den Anzug. Vom IGP kenne ich diese Szenen, wo der Mensch den Beißarm wegwirft und der Hund sich sofort abwendet und auf den Beißarm stürzt, da ist es für mich eindeutig, dass eben der Beißarm und nicht der Mensch die Beute ist.
Das eingestellte Video sehe ich da jetzt deutlich kritischer tatsächlich.Das geht tatsächlich, dass ein Mensch ohne Anzug da in die Nähe geht.
Letztens haben wir genau da drüber nachgedacht und zwar als jemand für mich gefilmt hat im Training und dabei immer wieder ganz nah an den Hund gegangen ist.
Und wie schon geschrieben … der Hund hat sich immer wieder umgeschaut, da die 3 Helfer aus verschiedenen Richtungen kommen und während der Übung ja alle am Platz bleiben. Die Leute im Vordergrund nimmt sie aber garnicht wahr, weil die eben für den Moment unbeteiligte sind.
Und ja, wie Ressourcenverteidigung sieht es aus. Soll es auch. Jede Schutzdienst Übung soll ja eine ernstere Situation nachstellen. Wobei MRG da nicht so schematisch ist, wie IGP.
Hab meinen Aufbau mal in einem Video zusammen gefasst, weil es damals jemand sehen wollte. Wohl bemerkt, mach ich das alles selbst im Aufbau. Auch die Arbeit am Anzug. Und trotzdem hab ich noch nie nur drüber nachgedacht, ob mein Hund das verwechseln könnte, da ich ja hingehe und ihn zum Ende der Übung abhole.
Ach übrigens diese Beutefixierung haben wir auch. Nur anders als im IGP zieht man den Anzug nicht einfach aus. Und abschenken gibts bei uns nicht bzw nur ganz am Anfang.
Aber wenn meine Ambi nen Anzug sieht, der nach dem Training am Platz rumliegt, kann sie sich stundenlang damit beschäftigen 😃 Arielle dagegen interessiert der Anzug dagegen nur, wenn der Helfer ihn trägt. Sonst nicht so.
Vielen Dank für eure Erklärungen, ich muss nun gerade in mich hinein lachen, wie man ein einfaches Beutespiel so aufbaut, dass das Endprodukt dann so aussieht wie eine ressourcenbedingte Aggression.

Bzgl. der Bewertung haben mich die rumstehenden Menschen übrigens deswegen nicht irritiert, weil die Situation natürlich so oder so ritualisiert ist und die Menschen, die zuschauen, natürlich auch im Falle einer ressourcenbedingten Aggression vom Hund nicht als Bedrohung wahrgenommen werden, da ritualisiert.
Aber wie gesagt, Respekt, den Aufbau, der das Ganze als "lustiges" Beutespiel entlarvt, den hätte ich dahinter nicht vermutet.

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Vielen Dank!
Aber da kann man sehen, wie schnell man falsche Schlussfolgerungen ziehen kann, wenn man den Übungsaufbau nicht kennt. Wichtig ist ja immer, was im Kopf des Hundes passiert und nicht, was der Mensch irritierend anzusehen findet.Kleine Anekdote, die mir zu dieser Diskussion auch wieder einfiel. Meine Oma hatte immer große Probleme mit Zerr-und Raufspielen zwischen uns und unserem Schäfer-Mix. Für sie sah das einfach sehr gefährlich aus, wenn er knurrend und beißend wild um uns herum und über uns drüber sprang, während ich nie auf die Idee gekommen wäre, dass man da irgendeine Gefährlichkeit irgendwo vermuten könnte, weil es natürlich einfach nur wildes Spiel war. Nun war meine Oma aber Laie, wenn ein Hundetrainer solche Unterscheidungen in der Motivation der Hunde nicht treffen kann, dann sehe ich das deutlich kritischer.
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Gerade die Objektbewachung kenne ich im Aufbau nur als reine Targetarbeit.
Was bedeutet das? Also wie wird das aufgebaut?
Für mich als Laien sieht es erstmal nach Ressourcenverteidigung aus. Aber ich lasse mich da gerne überzeugen, dass es das gar nicht ist. :-) -
Damit ihr euch ungefähr ein Bild machen könnt … hier ein Video von Arielles Objektbewachung auf der letzten Prüfung. Ich glaub man kann in den 4 Min schon sehen, dass nicht das beißen im Mittelpunkt steht, sondern die Konzentration zur Erfüllung der Aufgabe.
Hm, und wenn da jetzt ein Mensch ohne den Anzug in diese Situation geht? Dann reagiert der Hund nicht? Also ich hoffe ja, dass ich keine Vorurteile habe, ich denke, dass ich keine habe. Aber in dem Video erscheint es mir schon so, dass der Hund seine Aufgabe doch eher auf den Menschen fokussiert und nicht den Anzug. Vom IGP kenne ich diese Szenen, wo der Mensch den Beißarm wegwirft und der Hund sich sofort abwendet und auf den Beißarm stürzt, da ist es für mich eindeutig, dass eben der Beißarm und nicht der Mensch die Beute ist.
Das eingestellte Video sehe ich da jetzt deutlich kritischer tatsächlich. -
warum er so gerne mit Bällchen und Reizangel arbeitet, denn gerade bei diesen Hetzspielen kommt es ja extrem häufig dazu, dass der Hund das "Spiel" auf andere Objekte überträgt. Aber vllt ist es dann nicht so schlimm, weil es eher ein Eichhörnchen, einen Hasen oder eine Katze trifft?
ist das jetzt beweisfähig oder genauso eine Theorie wie der Beißarm am Menschen? Gibts da Statistiken, daß sich das extrem häufig dann überträgt und der Hund, der sonst keine Kaninchen, Eichhörndls oder Katzen jagen würde, jagt nun, weil man Ball geschmissen hat oder mit der Reizangel rumtut?
Erfahrungswerte. Nicht nur von mir, sondern auch vielen Trainern, die das so aussagen. Sicher jagt der Hund nicht automatisch Kaninchen, Eichhörnchen oder Katzen, weil man Bälle wirft oder mit der Reizangel spielt. Aber ich fördere mit dieser Art Spiel ein Jagdverhalten, denn jede Jagd führt beim Hund zu einer Hormonausschüttung und je nach Hund zu einem "Rauschzustand", der über Tage anhalten kann. Also ja, gerade bei sehr jagdaffinen Hunden kann ein insbesondere unkontrolliertes Spiel dazu führen, dass sie auch im Alltag Jagdmöglichkeiten suchen, die ihnen diese Glücksmomente bescheren.
ZitatRichtig gemacht lernt der Hund doch in allen drei Fällen Impulskontrolle, Gehorsam auch in der Erregung. In allen drei Fällen wird ja nur angesprochen, was im Hund eh schon drin ist, er will die Beute haben. Der Mensch ist normalerweise ja nicht die Beute, wobei Kaninchen ja durchaus Beute sind. Von daher ist dein Vergleich nicht passend
Habe ich einen Hund mit einer entsprechenden Appetenz, dann lernt er beim üblichen Impulskontrolltraining nicht, dass er nicht jagen soll, sondern nur, dass er aushalten muss, bis er jagen darf. Wie gesagt, ich habe prinzipiell kein Problem damit, wenn man den Jagdtrieb seines Hundes nutzt, ihn ausbaut oder ins Kommando stellt, aber man sollte sich nicht einreden, dass man den Beutetrieb seines Hundes dabei nicht fördert und da ist es mMn egal, ob es der Beißarm ist oder der Ball. Der Unterschied ist evtl. die Triebstärke der Hunde, aber eben auch der Aufbau des Trainings.
Mein Punkt war ja, dass ich eben mit beidem, also Beutespiel am Gegenstand am Menschen und Beutespiel am Gegenstand entfernt vom Menschen, den Jagdtrieb bediene. Und wenn Herr Rütter Angst davor hat, dass die Hunde statt auf den Ärmel, auf einen Menschen gehen, der keinen Ärmel trägt, dann müsste er mMn das Ballspielen oder Spiele mit der Reizangel ebenso kritisch sehen, denn auch hier besteht die Gefahr, dass der Hund sich seine Befriedigung ebenfalls mit Ersatzbeute holen kann. -
Ich denke eher, es war nicht ausreichend gesichert. Aber egal, einfach Mist.
Bzgl. HSH darf es für mich gerne eine Haltungsbeschränkung geben. Also nachgewiesene Sachkunde bzgl. dieses Typs Hund und den Nachweis dem Hund/Hunden entsprechende Haltungsbedingungen (großes Grundstück und Sozialkontakte + entsprechendes Wohnumfeld (Lärmemissionen)) bieten zu können.
Ich bin ja auch in einigen Kangalgruppen auf Facebook und aktuell ist es wieder so extrem, wie viele "Begleithundekangals" zwischen 1 und 3 Jahren ein neues Zuhause suchen
Ja, so ein HSH wird erwachsen und spätestens dann wird es häufig kritisch, wenn die Haltungsbedingungen nicht passen .... -
Was ich bei Herrn Rütter halt gar nicht nachvollziehen kann, ist einerseits seine komplett ablehnende Haltung bzgl. Beutespielen am Menschen, aber gleichzeitig hat er keine Probleme mit (unkontrolliertem) Bällchen und Reizangelspiel. Da ist er für mich in seiner Argumentation nicht konsistent. Auf der einen Seite so vehement gegen die Förderung des Beutetriebs und das Puschen der Hunde zu argumentieren und es selbst an anderer Stelle zu verwenden, das ist für mich halbgar.
Es gibt ja auch viele Trainer, die Beutespiele grundsätzlich ablehnen und da empfinde ich die Argumentation auch in sich schlüssig.
Aber wenn Hr. Rütter davon ausgeht, dass ein Hund, der gelernt hat, in einen Beißarm zu beißen, auch weniger Hemmungen hat, einen Menschen auch außerhalb einer Trainingssituation direkt anzugehen, dann verstehe ich nicht, warum er so gerne mit Bällchen und Reizangel arbeitet, denn gerade bei diesen Hetzspielen kommt es ja extrem häufig dazu, dass der Hund das "Spiel" auf andere Objekte überträgt. Aber vllt ist es dann nicht so schlimm, weil es eher ein Eichhörnchen, einen Hasen oder eine Katze trifft? -
Ich könnte heulen.
Was hat man bitteschön nach der Rütter Folge noch mit diesem Hund gemacht?
Ok, ich kanns mir denken, aber trotzdem.
Wieso danach. Er zeigte doch in der Rütter-Folge schon das gleiche Verhalten.
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Der meint schon auch, dass diese Hunde gefaehrlich werden. Er will ein Verbot vom Sport und vergleicht es mit dem Kauf von Waffen, redet von gefaehrlich, abrichten, Hund instrumentalisieren, SD sei eine reale Gefahr fuer Menschen, usw.
Die Frage ist doch auch, wie viel Sinn macht Schutzdienst noch, wenn man das einfach auf dem Niveau eines Zerrspiels mit Retriever ausführen würde. Die Trieblage ist ja eine elementare Grundvoraussetzung für den Sport.