Also ich finde die Vorstellung, dass jeder seinem Tier jede noch so teure und bestmögliche Behandlung zukommen lassen muss, schon ein wenig verschoben. Nicht deswegen verschoben, weil ich diesen Wunsch nicht verstehen kann, sondern verschoben, weil das in der Realität einfach nicht stattfindet und ich persönlich auch nur ganz wenige Menschen kenne, die das im Ernstfall dann auch wirklich so durchgezogen haben.
In meiner Realität wird durchaus abgewogen, welche Behandlungen leistbar sind und wie hoch die TA-Kosten für ein Tier am Ende ausfallen dürfen. Nur ganz selten ist das eine Entscheidung die OP oder einschläfern bedeutet. Häufig ist es eine Entscheidung der Diagnostik, eine Frage der Tierarzt oder Klinikwahl, eine Frage der Behandlungsmethode usw. Manchmal oder vllt sogar sehr häufig ist es dem Tierhalter dabei nicht einmal bewusst, dass er eben den billigeren Weg geht und nicht den medizinisch Erfolgversprechendsten.
Selbst in der Humanmedizin haben wir übrigens diese Diskussion, dass sich evtl. nicht jede kostenintensive Behandlung gesellschaftlich mehr tragen lässt.
Klar ist die Frage immer, welche Behandlungskosten sind so hoch, dass ich nicht mehr erwarten darf, dass sie von jedem Tierhalter getragen werden müssen. Aber da spielen so viele Dinge mit herein, wie die Art der Erkrankung, der Gesundheitszustand (evtl. das Alter) des Tieres, der finanzielle Background der Besitzer, alternative Behandlungsmöglichkeiten, ja, auch der Wert des Tieres und vieles weitere.
Und ja, natürlich ist das auch eine Belastung für den Tierarzt, der evtl. das Leben einer jungen Katze höher wertet als der Landwirt, der die Tiere vllt nur mit durchfüttert, weil sie eben einen Teil der Hofsymbiose darstellen. Niemand sagt, dass das einfach ist.
Beiträge von *Sascha*
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Interessanter Bericht. Mag vielleicht dran liegen, dass ich mit Reiten und Pferden nicht viel am Hut habe, aber so im Prinzip braucht es bei dieser Ausführung des Sports gar keine Hundemeute? Also wenn man so tatsächlich Füchse jagen würde, ist der Sinn der Hunde klar, nur bei diesen Sportveranstaltungen könnte die ganze Reitertruppe doch auch einfach dem Master folgen? Wo ist der Mehrgewinn durch die Hundemeute für die Reiter?Ohne Hunde nennt man es "Fuchsjagd", dann simuliert ein vorausreitender Reiter den Fuchs.
Brauchen tut man Schleppjagden nicht, sind halt meist traditionelle Veranstaltungen, an denen häufig auch ein bestimmtes Klientel Reiter teilnimmt. -
Ich finde es aber auch nicht verwerflich, wenn da jemand sagt, bei aller Tierliebe bzw. eher Liebe zu diesem einen Tier, aber DAS kann ich mir nicht leisten.
Ich auch nicht. Aber jemand, der seinen Seelenhund erlösen lassen muss, weil er sich eine Therapie mit guten Prognosen einfach nicht leisten kann, kann es sich im Zweifel selbst nicht verzeihen.
Ich habe keine Lösung für das Dilemma, aber das Problem sind ja nicht die anderen sondern man selber.
Ich finde das größte "Dilemma" findet statt, wenn man als Außenstehender seine eigenen Wertmaßstäbe anlegt und Menschen Vorwürfe macht, dass sie ihrem Tier aus finanziellen Gründen nicht helfen konnten/wollten oder auch andersrum das Tier zu lange Leiden musste, weil sie nicht loslassen konnten.
Meiner Erfahrung nach leben die meisten Menschen sehr gut damit, sich einreden zu können, dass sie alles Mögliche getan haben und am Ende dem Tier nur Leiden erspart haben.
Ja, mich stört das manchmal. Ich gehe ziemlich offen damit um, dass ich nicht immer alles für meine Tiere bezahle, sondern eben auch nach den Mitteln in meinem Geldbeutel entscheide.
Meine Katze ist mit ihrem Beinbruch nicht deswegen nicht-operiert worden, weil die Heilungschancen ohne OP so viel besser gewesen waren, sondern weil ich die komplizierte OP nicht zahlen wollte. Wäre der Bruch nicht so verheilt, dann wäre das Bein amputiert worden. Mein 34-jähriges Pony ist nicht, um ihm Leiden zu ersparen nicht mehr mit der Kolik in die Klinik gefahren worden, sondern einfach weil er schon 34 Jahre alt war und das Geld bei mir auch nicht auf den Bäumen wächst. Ich habe dieses Pony geliebt, aber er hatte ein wundervolles Leben bei mir und ich kann bis heute sehr gut damit leben, dass es an diesem Tag, als ich diese Entscheidung traf, vorbei war.
Ich finde diese moralischen Vorwürfe teilweise erschreckend und teilweise kommen sie von Menschen, die selbst gar keine Ahnung haben, was ein wirklich teurer Behandlungsverlauf bedeutet, weil sie selbst ja ihren Tieren Klinikaufenthalte lieber "ersparen" ... -
Ich finde es nicht "schlimm", wenn Hunde oder Katzen für 10.000 EUR wieder zusammengeflickt werden. Ich finde es aber auch nicht verwerflich, wenn da jemand sagt, bei aller Tierliebe bzw. eher Liebe zu diesem einen Tier, aber DAS kann ich mir nicht leisten.
Ich finde, dass dieser Anspruch, der da manchmal in der Welt steht, dass jedes Tier für Tausende von Euros behandelt werden MUSS, schwierig.
Ein Tier lebt im Hier und Jetzt, das hat tatsächlich keine Ahnung von Zukunft. Wichtig finde ich, dass Tiere im Hier und Jetzt vernünftig versorgt werden, nicht leiden müssen und ein möglichst erfüllendes und artgerechtes Leben führen.
Ich finde jedoch nicht, dass ein Tier es weniger schlecht bei einem Menschen hat, der vllt nicht in der Lage ist, Tausende Euros für eine OP oder Behandlung bezahlen zu können. Wie gesagt, ich finde es super, wenn man das macht, weil man sein Tier nicht verlieren möchte und ihm einfach noch weitere schöne Jahre schenken will. Ich finde es aber eben auch nicht verwerflich, wenn man da Grenzen zieht (evtl. ziehen muss). Schwierig ist es, das bei vollem Bewusstsein zu tun und damit leben zu müssen. Einfacher ist es, wenn man sich einreden kann, dass es auch für das Tier die beste Entscheidung war. -
Oha - das ist doch eine Überraschung:
https://www.stol.it/artikel/politi…Je2jCg2gkNWnjmE
Wäre ja zu schön, wenn sich 1.) nicht immer jeder hinter der EU verstecken könnte und 2.) die Allgemeinheit in Zukunft nicht mehr alles auf die Tierhalter abschieben könnte und sich parallel über bellende HSH aufregt. Sicher noch ein weiter Weg, aber wenigstens mal ein kleiner erster Schritt in Richtung Vernunft..
Naja, ich denke, dass die Mittel und Entschädigungen die aktuell gezahlt werden mit der Senkung des Schutzstatus des Wolfes dann ebenfalls sukzessive gekürzt werden. Denke, das wird ein klassisches Eigentor ...
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Ich bin ja auch für jeden Quatsch zu haben und würde mit meinem Pferd auch einfach mal in die Heimtiersprechstunde kommen, wenn mein Pferd nun ein Heimtier sein soll ... Ich hatte auch erst gedacht, nah klar, Pferd fällt dann unter landwirtschaftliches Nutztier, weil ist ja logisch, dass der TA im Regelfall zum Pferd auf den Hof kommt und nicht das Pferd in die Praxis. Aber nee, die Bsp. unten an der GOT angehängt behaupten tatsächlich etwas anderes. Ich frage mich nur, warum denn der Rinder- oder Schweinetierarzt ohne so eine Pauschale auskommt? Und ich kann mir echt nicht vorstellen, wie sowas im Praxisalltag eines Pferde-TAs händelbar ist. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jetzt alle Pferdehalter für jede Impfung, jede kleine Nachkontrolle, jeden Verbandswechsel etc. nun mal eben pauschal min. 41 EUR nochmal draufzahlen können. Für mich ist so eine Pauschale völlig realitätsfern.
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Ich hab ja nun auch einmal reingeschaut in die GOT und bin gerade etwas entsetzt. Dass Preissteigerungen erheblich sein werden, das habe ich ja erwartet, aber dass ich nun für jeden Hausbesuch bei meinem Pferd Minimum 41,50 EUR + Anfahrt zahlen muss, nur dafür, dass der TA erstmal zum "Hausbesuch" auf dem Hof steht.
Ich überlege gerade ernsthaft, ob ich mein Pferd auch zum Impfen zur Praxis fahren kann???
Das muss ein Witz sein ??? !!!Eine Tierarztpraxis für Pferde hier in der Umgebung empfiehlt das sogar tatsächlich den Besitzern.
Wenn das Pferd gut und problemlos zu verladen und transportieren ist, können sie gerne mit dem Pferd zur Praxis kommen.
Also wenn dein Pferd das mit macht, ist es vielleicht auch bei eurem Tierarzt möglich. Fragen kostet nichts

Ich gehe sogar davon aus, dass das möglich ist, da mein TA ein bisl Pferdepraxis, Röntgen, Untersuchungsstand für speziellere Untersuchungen an seine TA-Praxis angegliedert hat. Aber das ist ja keine Klinik und weder parkplatztechnisch noch sonst platztechnisch dafür ausgelegt, dass da nun die Pferdehalter alle vorbeikommen, für sowas wie Impfen oder anderes kleines Gedöns. Dazu ist das auch aus Umwelt- und Klimasicht ja wohl absoluter Schwachsinn, wenn jetzt alle mit Pferd und Anhänger losfahren zum Impfen. ^^ Bisher hat der TA bei mir geimpft, wenn er eh gerade auf dem Hof war oder eh hier im Dorf vorbeikam. Da hat man anteilig dann paar EUR Anfahrt bezahlt und gut war.
Man muss sich ja auch mal überlegen, dass das Konzept eines Pferde-TAs doch gerade ist, dass er mit einer Fahrpraxis auf den Höfen unterwegs ist und die Patienten nacheinander anfährt. Nix anderes als bei Rindern, Schweinen, Schafen, die auch weiterhin nicht für eine "Hausbesuchsgebühr" herangezogen werden müssen. Nah da bin ich ja echt mal gespannt, was das wird. Ich kann mir das gar nicht vorstellen, wie das umsetzbar ist. -
Ich hab ja nun auch einmal reingeschaut in die GOT und bin gerade etwas entsetzt. Dass Preissteigerungen erheblich sein werden, das habe ich ja erwartet, aber dass ich nun für jeden Hausbesuch bei meinem Pferd Minimum 41,50 EUR + Anfahrt zahlen muss, nur dafür, dass der TA erstmal zum "Hausbesuch" auf dem Hof steht.
Ich überlege gerade ernsthaft, ob ich mein Pferd auch zum Impfen zur Praxis fahren kann???
Das muss ein Witz sein ??? !!! -
Also bei Wildtieren sage ich eigentlich auch nur dem Jagdpächter Bescheid. Weiß man nicht, wer das ist, dann ist meines Wissens nach die Polizei die richtige Adresse, die wiederum den Jagdpächter verständigt. Was mich nerven würde, wäre, wenn jemand bei einem TA einfach weggeschickt wird, ohne dass der einem zumindest einen Ansprechpartner nennen kann.
Ich verstehe aber auch nicht, warum man TÄ abtelefonieren muss, wenn man regelmäßig kranke Wildtiere pflegt, dann sollte man doch eigentlich auch einen TA haben, bei dem man weiß, dass er diese Tiere auch behandelt. Das kann doch auch nicht jeder, von der Maus bis zum Elefanten, klar, ist ja ein Tierarzt. Nee, eben nicht. -
Bei den hochpreisigen Pferden ist es tatsächlich auch immer eine Frage der Versicherung des TAs, die entsprechende Summen auch abdecken muss, aber das ist eigentlich ein anderes Thema als eine Zugrundelegung eines bestimmten Satzes. Ich glaube jedenfalls nicht, dass ich in der Klinik für meinen Wald und Wiesentinker weniger bezahle als der teure Dressurkracher in der Box daneben. Diese Erfahrungen habe ich so nicht gemacht.
Aber natürlich wird die Behandlung von Masthühnern anders abgerechnet als von Rassezuchthennen und der Landwirt wird auch einen anderen Satz für seine Schweine zahlen als der Hobbyhalter von Minischweinen usw.
Gerade in der Landwirtschaft ist doch der Wert eines Tieres sehr elementar auch für die Tierarztausgaben. Den normalen Hundehalter wird das eher nicht betreffen, da ist es egal, ob es der Auslandsmix oder die extravagante Designerzucht ist.