Beiträge von *Sascha*

    Was hat das mit der GOT zu tun?

    Mit der Änderung der GOT hat doch die ganze Diskussion gerade nicht mehr viel zu tun.
    Tierarztgebühren müssen nicht möglichst günstig sein, sodass sich möglichst viele Menschen die Behandlungen ihrer Tiere gut leisten können. Tierarztrechnungen müssen kostendeckend sein, sodass der Tierarzt von seinem Gehalt angemessen leben kann und Tierärzte gehören in der Regel nicht zu den Bestverdienern in unserer Gesellschaft.

    Die Diskussion dreht sich doch eher um die Frage, ob ein Tierhalter verpflichtet ist, jede medizinisch sinnvolle Behandlung auch durchführen lassen zu müssen, egal welche Kosten dabei entstehen. Das ist eher ein "Problem" des medizinischen Fortschritts und ich glaube es gibt mindestens ebenso viele Menschen, die es als "völlig verrückt" empfinden, wenn sie von den Summen erfahren für die manche Tiere operiert und behandelt werden. Wir sind ja hier nun auch in einer Blase, in diesem Forum.

    *Sascha* Ich versteh dein Beispiel nicht mal im Ansatz. Was genau willst du mit deinem Bsp sagen?

    Ich will sagen, dass in meiner Lebensrealität die wenigsten Tiere in den Genuss der optimalsten Gesundheitsversorgung gelangen.
    Die Frage war doch, wie oft es wohl vorkommt, dass Menschen nicht die finanziellen Ressourcen haben oder manchmal auch einfach nur nicht aufbringen wollen, sodass ihre Tiere nicht optimal versorgt werden können, insbesondere dann, wenn Kosten in mittlerer vierstelliger Höhe zu erwarten sind.
    Meine Erfahrungswert aus meiner Lebensrealität ist: Sehr häufig. Vllt liegt es daran, dass ich sehr ländlich lebe und daher vor Ort weniger möglich ist. Man also mit seinem Tier häufig anderswo erst hin muss. Und da ist es dann sicherlich einfacher zu sagen, nee, ich mache nur das, was vor Ort möglich ist.

    Also ich kenne auch genug Geschichten, wo die beste Behandlung mehrere Tausend Euro gekostet hätte und das Tier dann eben alternativ versucht wurde zu behandeln und dies teilweise mit eingeschränkter Lebensqualität (Bsp.: künstliche Hüftgelenke, Hund) oder Tod (Bsp.: Klinikverzicht bei Kolik, Pferd) einherging. Aber häufig ging es auch gut und die Behandlung Zweiter Wahl schlug an und das Tier erholte sich.

    wie viele Tiere stehen dem entgegen, die aus finanziellen Gründen eingeschläfert werden mussten?

    Na ich hoffe ja mal, dass das bei den wenigsten Tieren der Fall ist im Klinikalltag.

    Darüber hat mein TA noch nie geklagt im Gegensatz zu Leuten, die meinten (obwohl sie es sich leisten können(!)) mit der Beule zum Tierarzt zu kommen wenn sie schon so gross ist wie ein Apfel und nicht wie eine Kirsche (und am besten noch am Freitag Abend, in den Notdienst oder kurz vorm Feiertag)....

    Kolik beim Pferd.
    Erstbehandlung beim TA vor Ort.
    Keine Besserung -> Frage des TA nach Klinikfreigabe
    Fahrt in die Klinik -> Frage der Klinik nach OP-Freigabe
    Ganz normaler Alltag! Und die meisten Pferde werden vor Ort weiterbehandelt.

    Ich stelle übrigens aufgrund dieses Wissens jedem einstellenden Pferdehalter die Frage nach Klinik und Behandlungsmaximum und lasse mir das unter Umständen auch schriftlich bestätigen. Und nein, darauf können mir die wenigsten Menschen eine Antwort geben, nicht einfach so, nicht ohne tatsächlich in diesem Dilemma drin zu stecken.

    Murmelchen
    Ja klar, es gibt immer wieder Tiere, die mit Hilfe von Spenden oder anderen originellen Ideen operiert und behandelt werden konnten. Ich kenne selbst einige solcher Geschichten und habe auch selbst schon geholfen, manchmal gingen sie gut aus, manchmal nicht. Aber welchen Prozentsatz machen solche Geschichten aus, wie viele Tiere stehen dem entgegen, die aus finanziellen Gründen eingeschläfert werden mussten?

    Ich hab absolut kein Thema damit eine Grenze zu haben. Die habe ich auch und die hat oft gar nix mit Geld zu tun.

    Ich habe aber sehr wohl ein Problem damit zu fordern TAe sollen Tiere gefaelligst einschlaefern wenn die Halter es wollen und/oder sich eine Behandlung nicht leisten koennen(*) oder wollen.

    * da kommt es fuer mich u.a. auf die Kosten an und wie oft die vorkommen. Es gibt andere Moeglichkeiten, z.B. die Abgabe. Aber nein..wie kann man nur sagen jemand solle sein Tier abgeben. Das geht ja gar nicht. Aber toeten lassen...DAS ist voellig in Ordnung.

    Ich kenne noch von früher tatsächlich einige Geschichten, dass Pferdekliniken oder Tierärzte Pferde übernommen haben, um sie z.B. Kolik operieren zu lassen. Tatsächlich ist es aber wahrscheinlich wenig aussichtsreich jemanden zu finden, der sehr hohe Tierarztkosten für das eigene Tier übernimmt, wenn man sie selbst nicht mehr zahlen kann. Die Frage bleibt halt, wie viel muss man zahlen können? 150 EUR/Monat ja, 900 EUR nein? Wer macht das fest?

    Und ja, ich habe Grenzen, was das Ausmaß des Verzichts angeht, den ich für meine Tiere zu leisten imstande bin. Wie wahrscheinlich fast jeder Mensch. Und wer darf dann da den ersten Stein werfen?

    Die habe ich auch, wie so ziemlich jeder.

    Die Tabletten die die Töle nu bekommen soll stellt eine Apotheke hier in D her, das menschliche Medikament würde ca 900€ im Monat kosten… da habe ich direkt gesagt wenn das beim herstellen ähnlich ist bin ich raus.

    Der Hund ist 5 Jahre alt, sowas geht einen Monat, 2, 3, 4 auch noch… mehrere Jahre?! Und das würde hier noch nicht mal nur Nudeln mit Ketchup bedeuten - aber nein meine Familie dennoch so einzuschränken bin ich nicht bereit.

    Dieses Beispiel fasst es doch eigentlich schön zusammen. Wärst du Millionär, dann wären dir auch die 900 EUR egal gewesen. Jeder hat seine individuellen Grenzen und wer soll das bewerten, wie hoch eine solche Grenze liegen muss, damit man sich ein Tier anschaffen darf.
    Ich glaube, wir sind uns doch alle einig, dass natürlich kein Tier tierärztlich unversorgt bleiben darf und natürlich auch nicht bei jeder Kleinigkeit eine Euthanasie im Raum stehen darf. Und natürlich schütteln wir wahrscheinlich alle mit dem Kopf über Menschen, die ihre kranken Tiere abschieben, weil sie nicht nur ein wenig auf Luxus oder Urlaub verzichten können.

    Worüber wir hier doch eigentlich streiten, das ist die Frage, was denn eine "Kleinigkeit" ist, bzw. welcher Kostenrahmen für die Behandlung eines Tieres als im "normal hohen Rahmen" erwartbar angenommen werden kann.
    Und dazu ist meine Meinung, dass man dazu pauschal kaum eine Aussage zu treffen kann, weil da einfach so viele Faktoren mit reinspielen.

    Ein Beispiel:
    Ich habe gerade mal nachgezählt, ich habe in den letzten 20 Jahren 11 Katzen gehabt, aktuell nur noch eine. Die Katzen leben auf dem Hof und im Stall. Keine dieser Katzen habe ich mir für mich bewusst angeschafft. Die haben hier auf dem Hof ein Zuhause bekommen und einen Job, sind kastriert worden und werden mit vernünftigem Futter versorgt. Die meisten dieser Katzen wären kein Jahr alt geworden, wenn sie nicht bei mir untergekommen wären.
    Ich würde für keine von meinen Katzen Tierarztkosten in Höhe einer niedrigen vierstelligen Summe tragen. Bei aller Liebe zu meinen Katzen, aber sie haben hier ein sehr schönes und glückliches Leben, sie werden gut versorgt, keine Katze muss irgendwie leiden, hungern oder sich mit Parasiten herumplagen und auch die eine oder andere kleinere OP habe ich natürlich schon bezahlt usw.
    Aber sollte eine der Katzen einer tierärztlichen Behandlung bedürfen, die meinen finanziellen Rahmen, den ich für die Katzen habe (Und nein, der ist natürlich nicht statisch) sprengt, dann ist das leider der Moment, an dem ich dann für die Katze eben nicht mehr alles medizinisch machbare bezahlen würde. Und nein, das hat nichts damit zu tun, dass ich für meinen Hund mein letztes Hemd geben würde und mich auch für meine Pferde sofort verschulden würde.

    Ja, dann bin ich wohl hartherzig, dass ich die gleichen Opfer nicht für meine Katzen oder auch die vielen bei mir aufgelaufenen Kaninchen und Meerschweinchen (sind mittlerweile abgeschafft) bereit bin zu tragen. Aber ich sehe es so, wenn ich ihnen hier bei mir kein Zuhause gegeben hätte, dann hätten sie gar nicht erst ein Leben gehabt.

    Ich finde dieses Bsp. zeigt schön, wie verschoben unsere Hundegesetze sind. Ja, wenn ich das Hundegesetz anlege, dann darf ein solcher Vorfall niemals passieren, alle involvierten Hunde bekommen eine Leinen- und Maulkorbpflicht und werden als gefährliche Hunde eingestuft. Das wäre wahrscheinlich oder vllt das Ende jeder Schleppjagd mit Hunden.
    Ich bin kein Fan dieser Schleppjagden und ich bin generell kein Fan davon, den Trieb von Hunden so dermaßen hochzupuschen und dazu noch die Tiere im Rudel mit eingeschränkter Kommandogewalt agieren zu lassen, aber ich sehe hier trotzdem in erster Linie einen Unfall und für mich wäre Unfallvorbeugung jetzt nicht, diese Hunde als gefährlich einzustufen, sondern den "Huntsman" zuerst einmal zu überprüfen, ob er die ausreichende Sachkunde hat, z.B. besonders problematische Hunde auszusortieren und zweitens MÜSSEN solche Veranstaltungen besser abgesichert werden, sonst können sie nicht stattfinden. Es kann nicht sein, dass hier Unbeteiligte involviert werden. (Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass diese eben nicht ein Schild missachtet haben oder unter einer Absperrung durch sind.)