Beiträge von *Sascha*

    Niedersachsen bleibt der große Hund als gefährlich eingestuft und in S-H bekommst du die Ansage, sollte dein Hund nochmals auffällig werden, wird er umgehend eingestuft.

    In Hamburg hat ein Kat. I Hund nicht mal diese Chance. Selbst, wenn nie etwas war. (15 kg Hund, normalerweise von vierjährigem Kind geführt). Ich finde auch die noch strengen Regelungen in SH und NDS schwierig, aber das finde ich untragbar. Aber - es ist Gesetz, also hat man als Halter einfach mal Pech.

    Schon klar, aber das ist den meisten hier sicher auch bewusst, dass die Einstufung von Hunden nach Rassen falsch ist und auch jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt. Dass es da, wo es keine Listen gibt, aber nicht unbedingt besser ist, sondern tatsächlich in einem viel höheren Umfang Hunde nach Aktenlage eingestuft werden, das ist den meisten eben nicht bewusst. Wer denkt denn schon, dass sein Hund als gefährlich gelten könnte, weil er einen Hasen verfolgt hat oder sich mit einem anderen Hund gerauft hat. Und Behörden entscheiden da nicht nach Abwägung oder "Menschenverstand", die folgen dem Wortlaut des Gesetzes und der Beweisbarkeit. Hat der andere Hund nach einer Rauferei ein Loch, dann hat er ein Loch. So ist das dann. Und wenn zwei Menschen bezeugen, der hat nach einem Menschen geschnappt, ja, dann hat er geschnappt und die Mühle des Amtes mahlt. Wie gesagt, in S-H kannst du dann zur Tierärztlichen Begutachtung und kommst da wenigstens einmalig erstmal wieder raus.


    Zitat

    Bei dem Fall mit dem Dackel frage ich mich allerdings auch, wenn der erste Vorfall auch schon schwerwiegend war, warum wurden dann dort noch keine Auflagen ausgesprochen. Irgendwie verstehe ich gefühlt nirgendwo das Vorgehen, weil es allzu häufig sehr willkürlich zu sein scheint.

    Super, Dithmarschen ... Das brauche ich echt gerade nicht.
    Naja, zur Aufklärung. Wir wissen nicht, was das für ein Vorfall war, der da zur Anzeige gebracht wurde. Eine Einstellung der STA ist soweit erstmal normal, wenn die Verletzungen nicht erheblich sind und auch keine Fahrlässigkeit auf der Hand liegt. DAS heißt aber nicht, dass das Ordnungsamt seine Ermittlungen einstellt. Wir wissen auch nicht, ob es bereits Auflagen gab oder eine Tierärztliche Begutachtung schon angeordnet war. Natürlich kann es auch sein, dass eingestellt wurde, weil die Anhörungen der Personen damals widersprüchlich waren. Ämter brauchen auch immer etwas bis eine Entscheidung ergeht. Der Vorfall war im April, jetzt ist Juli. Kann also gut sein, dass noch gar nicht entschieden wurde. Nach diesem Vorfall werden die Hunde jedoch sofort eingestuft werden oder mindestens zur Tierärztlichen Begutachtung müssen und durch die werden sie nicht kommen, wenn sie nicht sozialverträglich und gut führbar sind. DAS ist Fakt.

    Agamo
    Ich verstehe es leider noch immer nicht, warum willst du dich entscheiden? Bekannt ist, es gab eine Auseinandersetzung zwischen zwei Hunden, die mit einer Verletzung des kleinen Hundes endete. Der Großhundebesitzer sagt, der kleine Hund ist auf den großen Hund losgegangen. Der Besitzer des Kleinhundes behauptet natürlich das Gegenteil. Daraufhin wird der große Hund überprüft und als gut sozialisiert und geführt befunden. Warum sollte nun plötzlich von diesem Hund eine höhere Gefahr für dich ausgehen als von jedem x-beliebigen anderen Hund, der nicht begutachtet wurde? Die Sozialverträglichkeit des Kleinhundes wird nicht überprüft, da er ja hier das Opfer ist und selbst den großen Hund nicht verletzen konnte. Dass es bereits Beißvorfälle mit dem Kleinhund gab, ist dem Ordnungsamt unbekannt, da es aufgrund der Größe des Hundes oder anderen Gründen zu keinen Anzeigen kam. Dumm gelaufen.

    aber auch da würde ich (könnte ich das) mich für nen Chi entscheiden und nicht für nen grossen Hund, einfach weil auch da das Schadenspotential einfach anders ist und ich mir eher zutraue nen kleinen Hund abzuhalten wie nen grossen.

    Es geht ja nicht um die Frage, welchen Hund du eher führen wolltest, sondern um die Frage, welcher Hund als gefährlich eingestuft wird, weil er eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellen könnte. Und dann gehen wir noch einen Schritt weiter. Der große Hund wird nun einem Wesenstest unterzogen und besteht diesen mit einer glatten 1. Jeder normale Mensch würde nun denken, hm, überprüfen wir mal, ob nicht evtl. der andere Hund aggressiv ist. Aber nicht so in Deutschland. In Niedersachsen bleibt der große Hund als gefährlich eingestuft und in S-H bekommst du die Ansage, sollte dein Hund nochmals auffällig werden, wird er umgehend eingestuft.

    Es geht hier nicht darum, dass es natürlich gefährliche Hunde gibt, die mit Menschen wirklich gefährlich werden und mehr als ein Loch oder ein Cut an einem Hund hinterlassen oder einen Hasen gejagt haben.

    Nicht? Da es mit Chico anfing und man im Grunde nur Links hier finden, in denen es um Hunde geht, die andere Lebewesen schwer verletzt oder getoetet haben, dachte ich immer, das Thema des Threads waere genau sowas ^^

    Meine Aussage bezog sich natürlich auf die aktuelle Diskussion und die Begriffsdefinition "gefährlicher Hund" in den Hundegesetzen und Ordnungsämtern. Insbesondere in den Bundesländern, die glücklicherweise zumindest keine Listen mehr führen. Und da stellt man plötzlich fest, dass hier haufenweise Hunde als gefährlich eingestuft werden, die absolut nicht in dieses Thema gehören.

    Es geht nicht darum, ob ein kleiner Hund schwere Verletzungen hinterlassen kann. (Bestimmte Terrier können das ganz sicher.) Aber darum geht es nicht. Darum geht es auch nicht bei großen Hunden, denn auch die werden für "kleinere" Verletzungen, die einem ganz natürlichem hündischen Verhalten entsprechen, eingestuft. Es geht hier nicht darum, dass es natürlich gefährliche Hunde gibt, die mit Menschen wirklich gefährlich werden und mehr als ein Loch oder ein Cut an einem Hund hinterlassen oder einen Hasen gejagt haben.

    Der gleiche aggressive Chihuahua, den ein Erwachsener vllt nicht für gefährlich hält, kann um die nächste Ecke gehen und einem Kleinkind das Gesicht entstellen. Er kann auch einfach nur mal an den falschen Hund geraten, eine Ansage kassieren und dabei gebissen (nicht getötet oder schwer verletzt) werden. Und dann? Dann wird dieser große Hund als gefährlich eingestuft, weil er den kleinen arschigen Chihuahua zu grob angepackt hat und wer ist nun Schuld und welcher Hund ist gefährlich? Meiner Meinung nach keiner von beiden. Ein Hund ist ein Hund und auch kleine Hunde gehören vernünftig erzogen und haben die Gesellschaft, und andere Hunde und ihre Halter nicht zu belästigen.

    Am Ende ist denke ich eher das Gegenteil der Fall. Mit dem Unterschied, dass die Kleinen eben als weniger gefährlich angesehen werden, weil bei den Bissen am Ende ggf. geringerer Schaden entsteht?

    Ich sag immer, wenn dem Kind am Ende die Nase fehlt, dann ist es doch auch irgendwie doof ....?

    Außerdem unterscheidet das Hundegesetz S-H nicht nach Größe der Hunde, sehr wohl aber die Anzeigenden und wohl auch die Sachbearbeiter im OA. Tatsache ist jedenfalls, kleine Hunde sind beim Gutachter unterrepräsentiert, obwohl wahrscheinlich viele diese Begutachtung nicht bestehen würden ...

    ??? Schäferhunde stehen doch ganz oben in den Beißstatistiken.

    prozentual nicht, aber das mag ich hier jetzt nicht das drölfundachzigste Mal vorrechnen

    Dazu sind sie recht verbreitet und (da mit deutlicher Körpersprache gesegnet) von den meisten Menschen gut einzuschätzen

    Nicht umsonst sind ja fast alle Bildchen über Körpersprache mit Schäferhunden

    Weiß ich, aber unter dem Strich wäre ein Schäferhund definitiv nicht der erste Hund, der mir einfallen würde, wenn ich ein Beispiel für "ungefährliche" Hunde suche. Das war eigentlich das, was ich ausdrücken wollte.

    Natürlich gibt es Rassen, die mehr Potential haben als andere, aber die ungefährliche Rasse gibt es nicht und schlussendlich kommt es auch immer auf die Hund-Halter-Kombi an.

    Das heißt, dein Hund ist potentiell gefährlich. Käme dein Hund durch einen Wesenstest?

    Nur noch ganz kurz:

    Dein Tonfall gefällt mir nicht. Mein Hund bellt und rennt weg, wo du da Gefährlichkeit siehst, ist mir ein Rätsel. Trotzdem arbeite ich daran.


    Ansonsten ziehe ich mich aus dem Faden mal ne Zeit zurück.

    Ich sehe da normales hündisches Verhalten, das erkannt und gemanagt gehört, so wie du es tust und jeder verantwortungsvolle Hundehalter es tun würde, bzw. sein Bestes tun würde.

    Was mich ärgert ist die Naivität mit der viele Hundehalter glauben, dass der eigene Hund kein Verhalten zeigt, dass ihn bei einem Unfall/Vorfall, einer Anzeige ganz schnell zu einem als gefährlich eingestuften Hund macht. Diese Naivität und dieses Denken, dass es einen selbst ja nicht betrifft, sondern nur "böse" Hunde und unfähige Halter, das verhindert, dass hier mal grundlegend eine Änderung der Gesetzeslage stattfinden könnte.

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    Aber wuerde es nicht deutlich mehr Sinn machen, wenn das fuer alle Hunde gelten wuerde?

    In Niedersachsen ist das so, und ja: Es macht deutlich mehr Sinn.

    In S-H ist es ebenfalls so und ja, es hat seine Vorteile, aber auch eklatante Nachteile. Hunde werden hier nach Vorfälligkeiten direkt vom Amt eingestuft. In Niedersachsen darfst du deinen Hund dann zumindest noch halten, wenn er den Wesenstest besteht, in S-H hast du die Chance evtl. der Einstufung zu entgehen, wenn du eine Tierärztliche Begutachtung durchführen lässt (Kostenpunkt 700 EUR). Außerdem ist in beiden Bundesländern ein Anwalt dringenst anzuraten!!!
    Und wer jetzt denkt, das betrifft ihn ja nicht, weil man ja ein netter Mensch mit einem netten Hund ist, der lege doch jetzt bitte die Hand dafür ins Feuer, dass der eigene Hund niemals ein Tier oder einen anderen Hund durch Biss verletzten könnte, niemals ein anderes Tier jagen würde und natürlich auch niemals nach einem Menschen schnappen könnte (auch ohne Verletzung). Aha.

    Unter dem Strich bleibt also, hast du einen großen Hund einer falschen Rasse, dann ist die Wahrscheinlichkeit einer Anzeige und einer Einstufung viel größer. Interessanterweise werden kleine Hunde eher selten zur Begutachtung geschickt und ich mag aus meiner eigenen Erfahrung kaum glauben, dass die seltener beißen ...

    Vielleicht würde ich anders denken, wenn unsere Familienhunde keine Schäferhunde und andere gewesen wären sondern ein Molosser oder jetziger Listenhund. Ich verbinde mit diesen Rassen nichts Positives, und lese ich von Beissvorfällen, sind das oft Hunderassen, die es hier eben nur gesetzlich reglementiert geben darf.

    ??? Schäferhunde stehen doch ganz oben in den Beißstatistiken.

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    Ich hatte ja nun immer große Hunde, alle totale Blümchen mit Menschen, aber mir lag es immer am Herzen, dass niemand durch sie sich bedroht fühlt, geängstigt wird oder gar belästigt oder verletzt.

    Das wird hier wohl jedem so gehen, der seinen Hund mit Verantwortung führt, also uns allen.

    Völlig egal. Wenn dein Hund eine Rauferei mit einem anderen Hund hat und ein Loch hinterlässt oder einem Hasen hinterherrennt oder eine Katze im eigenen Karten zu fassen bekommt. Dann ist er potentiell gefährlich und wird eingestuft, wenn du keinen Gegenbeweis erbringen kannst.
    DAS ist nämlich der Irrglaube, den die meisten Hundehalter haben. Wenn ich meinen Hund verantwortungsvoll führe, dann kann mir nichts passieren. Wenn du da sicher gehen willst, dann nützt dir auch die beste Sozialisierung nichts, dann verpass deinem Hund dauerhaft einen Maulkorb und eine Leine und lass ihn am besten auch im eigenen Garten niemals frei laufen, ansonsten kann normales hündisches Verhalten zu einer Einstufung führen.

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    Deshalb ist mir auch das ständige Training und weiter in die richtige Richtung entwickeln von Jack gerade Prio Nummer 1, der ja fremde Leute in unserem Haus auch doof findet.

    Das heißt, dein Hund ist potentiell gefährlich. Käme dein Hund durch einen Wesenstest?



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    Wenn ich jetzt sehe, dass es Hunde gibt, bei denen das ein richtiger Kraftakt ist, weil die Genetik dem Hund bestimmte Verhaltensweisen empfiehlt, wo gegengesteuert werden muss... wie soll man denn die Bevölkerung schützen, wenn es verantwortungslose Halter gibt, die das ausnutzen, denen es Spaß macht, sich Hunde mit kurzer Zündschnur anzuschaffen und die "scharf zu machen", um Angst und Schrecken zu verbreiten und die den Schaden anderer in Kauf nehmen? Das geht nur über den Geldbeutel oder den Hund wegnehmen.

    Kann man doch auch. Man kann Hunde und Halter bei Auffälligkeiten vernünftig prüfen, man kann Auflagen erteilen UND man muss sie dann auch vernünftig überprüfen. Man muss dafür aber nicht völlig über das Ziel hinausschießen und willkürlich Hunderassen auf Listen setzen oder alle Hunde, die sich mal beißen, mal einem Hasen hinterherlaufen oder auch einfach nur mal schnappen, weil sie bedrängt werden, gleich mit einer Gefährlichkeitseinstufung kommen. Dem Halter gehören dann Auflagen verpasst, ja, Hund und Halter können auch gerne begutachtet werden, aber danach sollten angemessene und zielführende Auflagen erteilt und kontrolliert werden.
    Aber warum wird ein Hund, der eine Beurteilung mit 1 bestanden hat, als potentiell gefährlich betrachtet und andere Hunde, die niemals angezeigt oder geprüft werden, gelten als ungefährlich? Das entbehrt für mich jeder Logik.
    Jeder gut ausgebildete Hundetrainer oder Tierarzt für Verhaltenskunde wird bestätigen, dass JEDER Hund beißen kann. Wurde ein Hund also beurteilt und getestet, dann sollte genau das doch ein Indiz dafür sein, dass gerade dieser Hund NICHT zu den auffälligen Hunden gehört.


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    Es ist für mich als Otto-Normaldurchschnitts-Kleines-Licht-Bürger am Ende ein bisschen so, lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Für mich und mein subjektives Sicherheitsempfinden.

    Und weil leider viele Hundehalter so denken und denken, dass die Hundegesetze sie selbst nicht betreffen, haben wir sie leider noch immer in dieser Absurdität und Schärfe gegenüber ganz normalen Hunden und Hundehaltern.