Beiträge von *Sascha*

    *Sascha*

    Gesicherte Finanzierung auch von Abgabehunden wäre schon einmal ein Schritt in die Richtung,

    Wer soll das finanzieren? Wenn ich privat meinen Hund abgeben will, dann ist das ja zunächst mal meine private Angelegenheit und kein gesellschaftliches Problem.


    Zitat

    Und bei eingezogenen Hunden könnten die Behörden durchaus auch aktiver in Richtung Tötung gehen und das nicht in der Entscheidung an den aufnehmenden Verein delegieren, als es gegenwärtig der Fall ist. Und nebenbei vermerkt genau schauen, wem sie ihre Verträge anbieten

    Bin ich sofort dabei. Vorallem kann es ja nicht sein, dass ein eingezogener Hund oder Fundhund nach einer gewissen Zeit in das Eigentum des Tierschutzvereins übergeht und der dann alle weitere Kosten tragen muss.


    Mir würde ja ein Modell vorschweben, wo die Hunde im Eigentum ihrer Halter verbleiben und quasi nur zur Vermittlung oder sicheren Aufbewahrung bis zur Vermittlung im Tierheim verbleiben. Die Preise gestaffelt nach Einkommen und je nach Bedürftigkeit unterstützt vom entsprechenden Tierschutzverein.

    Danke. Genau das ist auch mein Eindruck. Auf der einen Seite sind es interne Überlegungen (Spender), dass Hunde nicht euthanasiert werden, auf der anderen Seite eigene moralische Vorstellungen. Das ist ja nichts, was ich von außen irgendwie beeinflussen oder reglementieren kann. Ersteres evtl. noch, indem ich die Tierheime durch Steuergelder finanziell unabhängig mache. Zweites ist einfach die Einstellung einer bestimmten Bevölkerungsgruppe. Die wird man nicht wirklich ändern können.
    Ich finde es halt etwas befremdlich jemandem vorschreiben zu wollen, dass er bestimmten Hunden nicht helfen darf, damit er Kapazitäten für andere hat. Ein Tierschützer sollte ja zumindest noch das Recht haben, selbst zu entscheiden, welchem Tier er helfen möchte. Die Tragik ist eben die, dass die Entscheidung für einen Hund, aktuell auch immer die Entscheidung gegen viele andere Hunde ist. So verstehe ich das Problem. Und natürlich wäre es schön, wenn man gar keinem Hund helfen müsste, aber dass das illusorisch ist, das wissen wir ja alle.

    Aber Hunde die dann erstmal im TH und bei denen sich dann rausstellt, dass es unmoeglich ist denen ein gescheites Leben zu ermoeglichen: Aber sicher gibts da Geschrei!

    Hast du dafür ein Beispiel. Also einen Fall wo die Entscheidung eines Tierschutzvereins zu einem öffentlichen Aufschrei führte. Oder sind es doch eher interne Streitigkeiten?

    Das "dürfen" ist doch oft gar nicht das Problem. In vielen Fällen wäre es möglich die Genehmigung zu bekommen. Das Problem liegt wohl eher in der Gesellschaft. Sobald sich ein Hund in einem Tierheim befindet geht mit Bekanntwerden einer Euthanasie der Stress richtig los.

    Das will sich kein (oder nur selten ein) Verantwortlicher antun.

    Ist das so? Ich kann mich an Chico erinnern und an einen Rottweiler Unkas, aber ansonsten? Es werden doch immer wieder Hunde nach entsprechenden Übergriffen eingeschläfert. Wenn es in einem Tierschutzverein intern unterschiedliche Positionen gibt, dann ist das sicherlich etwas anderes als ein öffentlicher Aufschrei und Petitionen. Es gibt ganz sicher eine Reihe Hunde, die eingeschläfert werden, ohne dass wir jemals davon erfahren. Und wenn sich ein Tierschutzverein entscheidet, einen Hund nicht einschläfern zu lassen, so what? Das ist sein gutes Recht.

    Wenn Katzenpfotes Tierschutzverein 16 unverträgliche Hunde beherbergt, dann ist das die Entscheidung dieses Tierschutzvereins genau diesen 16 Hunden zu helfen und dann ist eben kein Platz mehr da für weitere Tiere. Und wenn dieser Tierschutzverein irgendwann entscheidet, er will nur noch höchstens 8 leicht zu vermittelnde Hunde aufnehmen, dann ist das sein gutes Recht und der Verein ist trotzdem ein Tierschutzverein mit einer entsprechenden Gemeinnützigkeit. Es gibt keine Verpflichtung JEDEM zu helfen.

    In der Regel ist es schon die Aufgabe der Tierschutzvereine. Das sind alles gemeinnützige Vereine mit entsprechenden Satzungen. Wollen sie nicht mehr gemeinnützig arbeiten müssen sie halt auf steuerermäßigende Spenden verzichten und sich anders finanzieren oder aufhören.

    Um gemeinnützig zu sein, muss ein Tierschutzverein kein Tierheim führen und wenn ein Tierschutzverein Tiere aufnimmt und vermittelt, auch dann ist es ihre ganz eigene Entscheidung welche und wie viele Tiere aufgenommen und vermittelt oder auch einfach behalten werden. Keine Gemeinnützigkeit und kein Gesetz zwingt einen Tierschutzverein jeden Hund aufzunehmen oder überhaupt zu helfen.

    Wenn ich Gerd Schuster richtig verstanden habe, dann redet er davon, die Hunde zu töten bzw. über die Tötung nachzudenken, die aufgrund von Isolation und Sicherheitsaspekten kein artgerechtes Leben mehr führen können. Darunter fallen die meisten gefährlichen und zum Großteil unvermittelbaren Hunde nicht. Es gibt extrem viele verhaltensauffällige Abgabehunde, die aber auch nicht unhaltbar sind, aber eben nicht von jedermann und nicht unter allen Bedingungen. Vom Schiebern sind die aber noch weit weg. Was machen wir mit diesen Hunden, für die es einerseits nicht genügend professionelle Betreuungsstellen gibt und andererseits auch keine Abnehmer, wenn der Hund nach entsprechendem Training eingeschränkt vermittelbar ist? Alle einschläfern?

    Und ja, ich bleibe dabei, es ist die Entscheidung eines jeden privaten Tierhalters, welche Tiere er halten möchte und welchen er helfen will. Wenn ein Tierschutzverein Hunde schiebern möchte und dann eben keine weiteren Hunde mehr aufnehmen kann, dann ist das so. Kein Tierheim ist dazu verpflichtet einen Hund aufzunehmen (außer es bestehen entsprechende Verträge, die aber auch freiwillig eingegangen wurden) und schon gar nicht ist ein Tierschutzverein verpflichtet, die Hunde anderer Menschen oder einer Behörde in ihr Eigentum zu übernehmen und jahrelang auf ihre Kosten zu versorgen. Wenn sie das machen wollen, dann ist das ihre eigene Entscheidung. Trotzdem darf man natürlich darauf hinweisen, dass man diese Arbeit und diese Kosten nur aufgrund eines gefühlten moralischen Drucks durch die Gesellschaft bzw. aus Verantwortung gegenüber den Hunden übernimmt und sich die Frage stellt, was wäre denn mit all diesen Hunden, wenn sich Tierschutzvereine und Tierheime nicht kümmern würden.

    Ich finde es völlig in Ordnung, wenn Tierschützer auf die Politik verweisen und sagen, wir würden gerne allen helfen, aber wir können nicht mehr, wir sind einfach voll. Es ist nur auch überhaupt gar nicht ihre Aufgabe, sich um die Tiere fremder Menschen zu kümmern. Sie könnten damit einfach aufhören, wenn sich das Geschäftsmodell nicht rechnet.

    Wenn die Notwendigkeit der Einberufung einer Ethikkommission nicht gewährleistet gesehen wird, dann passiert das auch nicht.

    Und wer sollte nun eine private Tierschutzorganisation oder ein Tierheim dazu zwingen, das zu tun? Das ist doch die Entscheidung des Tierheims seinen Zwinger mit diesem Hund zu belegen und seine Mitarbeiter weiter diesem Risiko auszusetzen.

    Damit wird das Problem von der falschen Seite angegangen.

    es gibt schlimmeres, als den Tod

    Darum geht es ja nicht. Die falsche Seite meint, ich setze da an, wo das Problem entsteht. In der unkontrollierten Zucht/Vermehrung der Hunde, bei der Abgabe/Vermittlung von Hunden in ungeeignete Haltungsbedingungen, bei der fehlenden Sachkenntnis der Besitzer und bei der Ausbildung der Hundetrainer.

    Und ja, wenn jemand seinen Hund einfach nur noch loswerden will (also nicht mehr verkauft bekommt) natürlich sollte er dann nach seinen Möglichkeiten auch für die Kosten, die sein Tier bis zur Vermittlung kostet, aufkommen. Wer soll denn das sonst bezahlen? Ich finde es eine echte Merkwürdigkeit, dass man sein Tier einfach gegen eine geringe Abgabegebühr entsorgen kann und sich dann ungehindert das nächste anschafft ... denn das ist doch die Realität. Es wird ein Tier nach dem anderen angeschafft, verhunzt und wieder abgegeben, anstatt dass man sich auf den Hosenboden setzt und zumindest mal Verantwortung übernimmt.

    Und ja, mir ist klar, welche Hunde Gerd Schuster meint und ja, habe ich doch schon geschrieben, dass man die nach einer Einzelfallprüfung natürlich einschläfern kann. Das darf man ja auch heute schon.

    Natürlich sollten Hunde, die keine ausreichende Lebensqualität mehr haben oder Hunde, die einfach zu gefährlich sind, im Einzelfall auch eingeschläfert werden.
    Aber es kann keine Lösung sein, den Abfall unserer Gesellschaft einfach wegzueuthanasieren. Damit wird das Problem von der falschen Seite angegangen. Wer sich einen Hund anschafft, der sollte auch Verantwortung übernehmen müssen, wenn es nicht so läuft und nicht einfach weg und dann den nächsten.

    Die Besitzerin von Bootsmann hat unter dem ursprünglichen Beitrag zur Erstausstrahlung der Sendung kommentiert. Das war halt ein junger pubertierender Bernhardiner. Da fand ich jetzt nix wirklich "erschreckend". Die Leute hatten sich wohl einfach wegen des Themas der Sendung "große Hunde" gemeldet und dann wurde ihnen Training angeboten. Die waren aber sowieso mit dem Bernhardiner in der Hundeschule, hatten den auch nicht von Welpen an und waren eben einfach sowieso ganz unabhängig von der Sendung mit Training und Erziehung beschäftigt.