Mich stört, dass die Forderungen in dem Brandbrief ziemlich plakativ sind
Ich finde es auch sehr schade, dass diese Petition nicht grundlegender und breiter vorbereitet wurde und dass nicht die Plattform des Bundestags genutzt wurde.
Trotzdem empfinde ich die Forderungen im Grunde als sinnvoll.
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- Reglementierungen des „übermäßigen Imports aus dem Ausland“ - Welches Maß? Wer legt das fest und nach welchen Kriterien? Wie bleibt dabei das Recht des Einzelnen auf freie Entfaltung gewahrt?
Man könnte Unternehmen bzw. Vereinen entsprechende Auflagen machen. Z.B. Vorhaltung von entsprechenden Aufnahmeplätzen, keine Eigentumsübertragung in den ersten x-Monaten nach Import. Evtl. ein Bürgschaftssystem wie beim Familiennachzug. Natürlich müssen sich damit Juristen beschäftigen und ziemlich sicher ist da auch EU-Recht betroffen. Der Einzelne wird eher sowieso nicht betroffen sein, sondern nur der gewerbliche Import.
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- Durchsetzung des Qualzucht-Verbots - In welchen Punkten konkret (noch) und mit welchem Ziel? Wie viele Langzeitinsassen im Tierheim sind auf Verstöße gegen das Qualzuchtverbot zurück zu führen?
Ich denke, in dem Fall auch ein Kostenfaktor? Evtl. auch Langzeitinsassen aufgrund gesundheitlicher Probleme?
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- Verpflichtende Sachkunde beim neuen Halter - Diese Diskussion gibts hier ja immer wieder. Bisherige Modelle sind da nicht so erfolgsversprechend
Ich kenne da keine Auswertungen zu. Bisher ist es aber ja so, dass sich die Politik da noch nicht so richtig drantraut und eher suggeriert wird, dass die Problematik nur große Hunde oder böse Hunde betrifft.
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- Bessere Ausbildung für Tierpfleger und Qualifikationsmöglichkeiten - Kann ich nix zu sagen, ich kenne die gegenwärtigen Möglichkeiten nicht. Wie soll das bei der Reduzierung von Hunden in Tierheimen helfen?
Es hilft beim Umgang und in der Einschätzung der Hunde und beugt damit präventiv Unfällen vor. Abgabehunde sind immer ein unbeschriebenes Blatt und wenn vermehrt verhaltensauffällige Hunde abgegeben oder ausgesetzt werden, dann sollte das Personal im Umgang mit diesen Hunden geschult werden. Ich weiß, dass es dazu aktuell einige Initiativen und Seminarreihen gibt, die speziell auf Tierheimmitarbeiter abzielen.
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- Standardisierte Hundetrainer-Ausbildung - Gibts genauere Angaben dazu, wie viele Langzeitinsassen aus Training durch schlecht qualifizierte Trainer resultieren? Wie muss eine standardisierte Ausbildung aussehen, die möglichst nur gute Trainer hervorbringt? Nun, immerhin: Diese Diskussion könnte amüsant zum Lesen werden 
In S-H gibt es ja z.B. eine Zertifizierung durch die Tierärztekammer. Bzw. wird diese wohl durch auf Verhaltenskunde spezialisierte Tierärzte durchgeführt.
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- Stärkung der Kommunen (personell?) für die bessere Durchsetzung der bestehenden Rechtsverordnungen - Joa. Da widerspricht sicher keiner. Außer Denen, die die Haushaltsplanungen aufsetzen.
- Moderne Finanzierungsmodelle - was für Modelle, warum so unkonkret?
Sobald es ums Geld geht, wird es dann ja eh dünn werden ... 
Ich würde zumindest mal appellieren, dass die Kosten für beschlagnahmte Tiere und Fundtiere bis zur Vermittlung von der Gemeinde getragen werden und nicht nach kurzer Zeit Eigentum und Verantwortung auf den Tierschutzverein übergeht.
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Ich verstehe den sehr emotionalen Appell und den Gehalt völlig. Aber wirklich hilfreich finde ich ihn nicht. Bin eher skeptisch, dass er, sollte er überhaupt etwas bewirken, das bewirken, was sich die Appellierenden vorstellen. Bzw. bin ich echt nicht sicher, ob da wirklich eine einheitliche Vorstellung besteht.
Ich glaube, die Initiatoren und ihr Umfeld haben eine sehr konkrete Vorstellung, aber ob die in der Hundeszene mehrheitsfähig ist? Es bräuchte wohl einen größeren Zusammenschluss verschiedener Richtungen. Ansonsten wird man am Ende sehen, von wem sich die Politiker beraten lassen und danach wird sich das Ergebnis richten. Was man braucht, wäre zunächst mal eine Lobby, die in der Politik angehört wird.