Beiträge von *Sascha*

    Ich finde das TierschutzG gar nicht so lächerlich, zumindest in Blick auf Haustiere nicht.

    Nein ich meine wirklich nicht, dass Hundehalter noch mehr Rechtsnormen brauchen!

    Ich sehe das Problem, dass das TschG häufig nicht "Ernst genug" genommen wird. Tierschutzverstöße werden häufig gar nicht verfolgt, eingestellt und selbst wenn es zu einer Anklage kommt, wird das Strafmaß nicht ausgenutzt.
    Kommt hinzu, dass dem Tier durch die tierschutzrelevante Haltung häufig bereits Schäden entstanden sind, die es nicht selten zu einem Problemfall im Tierheim machen.

    Alle Theorie und von mir aus Praxis mit Fremdhund bereitet nicht auf die Realität als Hundehalter vor.

    Nee, bei mir ginge sowas eher in die Richtung.
    Theorie vor der Hundeanschaffung im Umfang eines Erste Hilfe Kurses z.B. ein Samstag und dann Bausteine, Kauf, Bedürfnisse, erste Erziehung, Hundegesetze, Verhalten in der Öffentlichkeit usw. Und das einmalig vor der ersten Hundeanschaffung.
    Und wenn der Hund dann da ist, dann sollte jeder Hundehalter mit seinem Hund an einem Erziehungskurs über 10-15 Std. teilnehmen (natürlich in der Hundeschule seiner Wahl). Dieser Kurs muss z.B. im Alter von 4-8 Monaten begonnen werden bzw. spätestens 4 Monate nach Anschaffung (bei älteren Hunden). Dafür gibt es dann eine Teilnahmebestätigung.
    Prüfungen sind da gar nicht sinnig mMn, die kosten nur unnötiges Geld. Einzig für die Leinenbefreiung würde ich eine Prüfung vorschlagen, sodass im Erziehungskurs auch der entsprechende Anreiz besteht.
    Für ältere Hunde, die bereits einen Erziehungskurs beim Vorbesitzer absolviert haben, können Ausnahmen gemacht werden, sodass hier dann nur die Prüfung zur Leinenbefreiung wiederholt werden müsste.

    Das hört sich zwar total kompliziert und aufwändig an, aber bei genauerer Betrachtung ist es doch nur das, was die meisten gut sortierten Hundehalter ja ganz selbstverständlich sowieso tun.

    Also wenn ich die Wünsche hier so lese dann würde es keine Unterschiede mehr zwischen der Anschaffung von Waffen und Hunden geben.

    Mir drängt sich da mehr der Vergleich mit dem Autoführerschein auf. Und ja, wenn ich mir die fein säuberlich ausgearbeiteten Hundegesetze ansehe, dann empfinde ich es keinesfalls mehr als überzogen, wenn für die Führung eines potentiell gefährlichen Tieres in der Öffentlichkeit ein Hundeführerschein die Voraussetzung ist. Und zwar ein richtiger, kein Alibi-Test.

    Es muss klarsein: Wenn hilfsbedürftigen Menschen (oder solchen, die meinen, dass sie hilfsbedürftig sind) nicht geholfen wird, weil die Finanzierung für Abgabehunde fehlt bzw. erwartet wird, dass der Halter auch in widrigen Umständen lebenslang Verantwortung übernimmt, dann wird die Zahl getöteter Hunde steigen. Ob nun legal oder nicht.

    Das kann gut sein, wobei ohnehin auch heute schon klar ist, dass den wenigsten Tiere jede medizinisch machbare Option zur Verfügung steht, sondern die finanziellen Möglichkeiten des Halters eine Rolle spielen. Ich gebe ehrlich zu, dass mir manchmal die Ohren schlackern, wenn ich lese, welche Summen bei Tierschutztieren teilweise aufgerufen werden, davon können viele Privattiere nur träumen. Aber das ist eine andere Diskussion.
    Ansonsten hindert ja niemand einen Tierschutzverein daran, bedürftigen Haltern finanziell unter die Arme zu greifen.

    Phonhaus
    Ja, da haben wir unterschiedliche Ansichten bzgl. der Abgabetiere. Das ist ja auch okay so. Ich wäre dafür die Gesetze durchzusetzen und die Halter der Hunde zur Kasse zu bitten, wenn man denn die Anschaffung von Hunden einfach so weiterlaufen lassen möchte.

    Idealer fände ich es, wenn die Anschaffung eines Hundes erschwert werden würde, indem man z.B. verpflichtend einen mehrstündigen Hundeschulbesuch bei geprüften Trainern nachweisen müsste und eine entsprechende Sachkundeprüfung vor der Anschaffung eines Hundes ablegen muss. Außerdem sollten Hunde zentral registriert, die Einfuhr und Zucht stärker kontrolliert und die Abgabe von Hunden lückenlos dokumentiert werden. Damit senke ich die Zahl der Hunde, insbesondere der unüberlegten Hundeanschaffungen und damit auch die Zahl der Abgaben. Es sollte auch deutlich kommuniziert werden, dass Hunde nicht einfach irgendwo günstig oder kostenlos wieder abgegeben werden können.
    Und dann bin ich sehr sicher, dass wir die Diskussion über eine Euthanasie von Problemhunden nicht mehr führen müssen.

    Bzgl. der Diskussion habe ich halt die ganze Zeit irgendwie den Eindruck, als wenn viele davon ausgehen, dass das kommunale Tierheim von der öffentlichen Hand finanziert wird. Dies ist jedoch nicht so, Tierheime haben private Träger, die lediglich öffentliche Aufgaben gegen (meist schlechte) Bezahlung wahrnehmen.

    Doch, natürlich übernimmt bisher eine Solidargemeinschaft die Kosten. Nämlich die der aktiven Tierschützer, der Spender, Helfer und Sponsoren.

    Ja, eine rein private Initiative und für ihre gemeinnützige Arbeit bekommen die Vereine auch teilweise ein paar öffentliche Gelder. Finde ich toll, dass Menschen sich da privat so engagieren. Es ist aber eben trotzdem ein rein privates Engagement und keine staatliche Aufgabe, weder für "deutsche" Abgabehunde, noch für abgegebene Auslandshunde. Für die tierschutzgerechte Haltung und sichere Führung und Verwahrung ist einzig der Eigentümer/Halter des Hundes zuständig. Da gibt es keine Regelungslücke.

    Um hier Klarheit ins Zahlenmaterial zu bringen und für die Frage, inwieweit es repräsentativ für die Bundesrepublik Deutschland ist: Der BMT betreibt aktuell ganze 9 Tierheime.

    Ich habe nur gesehen, dass Köln-Dellbrück darunter ist, die sind ja recht groß und bekannt. Ich finde die Zahlen, insbesondere zur Finanzierung, trotzdem sehr interessant, auch wenn sie schon etwas älter sind.

    Zitat

    Das „Anspruchsdenken“ ist keins. Außer dem Fazit, dass, wenn man aus Gründen des Tierschutzes und der Humanität - und auch aus Sicht der Gefahrenabwehr - die Alternativen nicht möchte, kein Weg an der Finanzierung von Abgabetieren durch eine Solidargemeinschaft vorbeiführt :ka:

    Bisher übernimmt die Solidargemeinschaft diese Kosten nicht und ich sehe auch keinen Anhaltspunkt dafür, dass sich dies ändern wird. Im Gegenteil wird immer wieder betont, dass sich die Verantwortung der Kommune nur auf Fundtiere und beschlagnahmte Tiere erstreckt.
    Trotzdem kann natürlich ein gemeinnütziger Verein öffentliche Gelder für seine Tierschutzarbeit bekommen. Eine Verantwortung für die privaten Abgabetiere lässt sich daraus aber nicht ableiten.