Ich hätt mal eine Frage.
Wenn man hier so liest, könnte man meinen, dass mit einem Schäfer zwingend gearbeitet werden muss.
Ich bin mit Schäfer(Mixen) aufgewachsen.
Unsere Familienhunde sind nebenher gelaufen. Spaziergang (3x täglich mit Papa) am Feld entlang (angeleint), ansonsten Ballspielen im Garten und ein paar Tricks lernen.
Als ich 16 war bin ich mit unserer damaligen SchäferMix (vermutlich mit Riesenschnauzer) Hündin in die Hundeschule gegangen. Sie war nicht ganz unproblematisch mit anderen Hunden, in der Hundeschule aber sehr brav. Wobei sie schon etwas dickköpfig war. Man hatte das Gefühl, dass sie das ganze ein wenig doof oder unter ihrer Würde fand, aber mir zuliebe "mitspielte". Wir hatten bei der BGH1 (ich glaube so hieß das) 98 von 100 Punkten, waren also ein ganz gutes Team.
Mit ihr bin ich auch Radfahren und Joggen gegangen. Bei den Hunden davor, durften wir nur aufs Feld Ballspielen.
Im Moment wohnt eine 11jährige Boxer-Staff-Hündin bei meinen Eltern. Es wird wohl ihr letzter Hund sein.
Was ich nun fragen wollte, hatten wir nur Glück, dass unsere Hunde unkompliziert waren?
Liegts an der Mischung?
1. Hund sah aus wie ein Schäfer, aber Fell war etwas kürzer - kam aus einer Tierhandlung - Aufzucht unbekannt,
2. Hund (vmtl.) reine Schäferhündin - kam aus dem Tierheim - Fundhund - Aufzucht, Vorleben unbekannt
3. Hund Schäfer (vermutlich Schnauzer) Mix - Ups-Wurf - Aufzucht im Stall - auch nicht so toll.
Unsere Hunde waren reine Familien- und Begleithunde. Wobei ich gestehen muss, dass meine Eltern sehr ländlich (700 Seelen Dorf) wohnen und da natürlich keine Alltagstauglichkeit wie in der Stadt gebraucht wurde. Aber eben auch keine Auslastung gegeben war.
Erst bei der letzten Schäferhündin hab ich mich eingebracht und sie wurde mehr bewegt als die anderen. Aber nicht zu vergleichen mit dem was man heut zu tage so vermittelt bekommt, was mit einem Schäferhund getan werden muss.
Die 2. Hündin wurde definitiv ausgebildet. Wir waren ganz erstaunt, als wir "Fuss" sagten und sie hinten um uns herum lief und im schönsten Hundeschul-Fuß neben uns lief. Leider war ich zu jung um dem ganzen nach zugehen und in eine Hundeschule zu fahren und mal zu schauen was sie so alles konnte. Würde mich heute aber sehr interessieren.
Sie hat bei uns aber ein ganz einfaches Landleben gelebt.
Irgendwie haben wir uns keine großartigen Gedanken um rassetypische Auslastung gemacht.
Für meine Eltern sollte es ein großer Hund sein, der abschreckend wirkt.
Wenn ich ehrlich bin, gehe ich mit unseren Chihuahuas mehr spazieren als mit den Schäfern von damals.
Irgendwie traurig. Aber die Hunde wirkten nicht verkümmert oder verhaltensgestört durch die Haltung.
Heute würde ich es anders machen, mir stellt sich nur die Frage, ob das überhaupt nötig wäre.