Alles anzeigenWäre deine Vorgehensweise im späteren Training bei einen vergleichbaren Verhalten vom Hund die gleiche wie beim Pferd? Das wäre für mich dann zB Gerte und Stachelhalsband *vllt doch eher Kette* als Hilfsmittelvergleich.
Also ich gehe jetzt mal von Hund springt dich an, beißt, kratzt, bellt dich an aus.
Ich finde, das kann man einfach nicht vergleichen.
Einen Hund kann ich sichern, wenn er beißt kommt ein Maulkorb drauf und dann kann ich das Bedarf einfach aussitzen und austrainieren, gleiches gilt fürs Anspringen - wobei ich da prinzipiell keine Bauchschmerzen habe, Hund da auch einfach mal ins Knie springen zu lassen, um klar zu machen, dass das nicht nur für mich unangenehm sein kann.
Aber bei 500kg+ die steigen, schlagen und treten hilft mir kein Maulkorb und da bin ich auch einfach körperlich schlicht und ergreifend sehr schnell in ernsthafter Gefahr und wenn man das Pferd nicht einmal mehr bis auf die Koppel oder auf den Trainingsplatz führen kann, ohne zu riskieren, im Krankenhaus zu landen, muss man eben einfach handeln.
Nochmal, für mich ist es keine Grunderziehungsmaßnahme einfach mal auf ein bockiges Pferd einzudreschen, aber wenn das Kind mal in den Brunnen gefallen ist, muss man einfach erstmal auf die Sicherheit bedacht sein.
Und da steht es für mich an erster Stelle, das Tier erstmal wieder halbwegs gefahrlos händelbar zu machen (und zwar schnell) und dem Pferd dadurch auch schneller wieder eine bessere Lebensqualität zu bescheren.
Aber es ist wie beim Hund. Ich finde da die Gewaltfantasien, die die Gegner da teilweise haben, wesentlich aussagekräftiger, als wenn jemand seinem steigenden Pferd mal die Longe vor die Brust klopft oder einen Bissversuch mit dem Führstrick auf die Nüstern quittiert.
Ich bin auch der Meinung dass man das nicht 1 zu 1 vergleichen kann, ua wegen der Größe, aber auch der Lebensweise und einfach weil es eine andere Art Tier ist. Mir ging es da um die Bewertung, bzw"warum" das, wenn es das denn wird, unterschiedlich gehandhabt wird :)
Gewaltfanatsien von R+ Leuten mag es geben, kenne ich ehrlich gesagt keine. Auch niemanden der (behauptet) ausschließlich positiv zu arbeiten. Aber es gibt schon auch casual Gewalt, zumindest habe ich das viel zu oft erlebt. Pferd gibt den Huf nicht = Ellbogen reinhauen, Pferd schubbert sich an der Anbindestange und das stört grade = Strick ins Gesicht, Pferd glotzt bei fremden Pferden und bleibt kurz stehen = Schlag mit der Gerte, Pferd geht nicht sofort zur Seite = anschreien, Pferd will das Gebiss nicht und dreht den Kopf weg = Ruck mit aller Kraft an dem um den Hals gehängten Halfter, Pferd erschrickt sich, hüpft einen Schrit weg vom Menschen zur Seite = scheuch es 5 Minuten lang hektisch im Kreis, Pferd trabt nicht sofort an = Spiel Seestern, Pferd schlägt mit dem Kopf = Riegel was das Zeug hält, etc pp. Und das ist einfach panne, schlechter Umgang und hilft bei nichts. Um Gefahrensituationen geht dabei null, nichtmal um Grunderziehung, und da habe ich dann schon ein Problem damit. Vor allem weil es so völlig sinnbefreit ist dass man es nichtmal Training nennen kann.
Umrennen, beißen oder treten lassen soll sich bitte trotzdem keiner, und lasse ich mich auch nicht. Zwischen "Meine erste Handlungsoption ist körperliche Gewalt" und "Ich lasse mich tottreten während ich verzweifelt clickere" ist einfach eine gigantische Grauzone.
Es sind eben auch nicht alle problematischen Verhaltensweisen gleich so gefährlich, oder die auslösenden Situationen so schwer zu umgehen, dass es sofort eine körperliche Intervention braucht um das Pferd händeln zu können, ich glaube das darf man nicht vergessen. Und in diesen Situationen kann man dann auch mit Pferden ziemlich gut ohne Gewalt trainieren, auch mit positiver Verstärkung.