Beiträge von Iluri

    Ich bin auch der Meinung dass man das nicht 1 zu 1 vergleichen kann, ua wegen der Größe, aber auch der Lebensweise und einfach weil es eine andere Art Tier ist. Mir ging es da um die Bewertung, bzw"warum" das, wenn es das denn wird, unterschiedlich gehandhabt wird :)

    Gewaltfanatsien von R+ Leuten mag es geben, kenne ich ehrlich gesagt keine. Auch niemanden der (behauptet) ausschließlich positiv zu arbeiten. Aber es gibt schon auch casual Gewalt, zumindest habe ich das viel zu oft erlebt. Pferd gibt den Huf nicht = Ellbogen reinhauen, Pferd schubbert sich an der Anbindestange und das stört grade = Strick ins Gesicht, Pferd glotzt bei fremden Pferden und bleibt kurz stehen = Schlag mit der Gerte, Pferd geht nicht sofort zur Seite = anschreien, Pferd will das Gebiss nicht und dreht den Kopf weg = Ruck mit aller Kraft an dem um den Hals gehängten Halfter, Pferd erschrickt sich, hüpft einen Schrit weg vom Menschen zur Seite = scheuch es 5 Minuten lang hektisch im Kreis, Pferd trabt nicht sofort an = Spiel Seestern, Pferd schlägt mit dem Kopf = Riegel was das Zeug hält, etc pp. Und das ist einfach panne, schlechter Umgang und hilft bei nichts. Um Gefahrensituationen geht dabei null, nichtmal um Grunderziehung, und da habe ich dann schon ein Problem damit. Vor allem weil es so völlig sinnbefreit ist dass man es nichtmal Training nennen kann.

    Umrennen, beißen oder treten lassen soll sich bitte trotzdem keiner, und lasse ich mich auch nicht. Zwischen "Meine erste Handlungsoption ist körperliche Gewalt" und "Ich lasse mich tottreten während ich verzweifelt clickere" ist einfach eine gigantische Grauzone.

    Es sind eben auch nicht alle problematischen Verhaltensweisen gleich so gefährlich, oder die auslösenden Situationen so schwer zu umgehen, dass es sofort eine körperliche Intervention braucht um das Pferd händeln zu können, ich glaube das darf man nicht vergessen. Und in diesen Situationen kann man dann auch mit Pferden ziemlich gut ohne Gewalt trainieren, auch mit positiver Verstärkung.

    Aber es ist halt immer auch leicht, Leute in ihren am wenigsten glorreichen Momenten zu verurteilen, wenn man keinen Plan darüber hat, wie die Gesamtsituation aussieht.

    Findest du das passiert hier grade? Ich fand es im Vergleich zu diversen anderen Plattformen nämlich sehr freundlich und nicht verurteilend bis jetzt, bzw war bis vor ein paar Seiten sogar eher der Konsens "ja, muss halt mal", übertrieben ausgedrückt.

    Ansonsten gehe ich komplett konform mit deinem Beitrag.

    Deswegen finde ich so Aussagen, wie ich habe noch nie gebraucht, ich habe noch nie erlebt, usw. unglaublich schwierig. Mag stimmen, entweder weil man ein Naturtalent ist oder weil man von Anfang an sehr gute Lehrer hatte oder einfach Glück. Aber Allgemeingültig finde ich es nicht. Es spiegelt nicht meine Erfahrung und mein Erlebtes wieder.

    Das liebste Pferd kann mit der falschen Person richtig fies werden und umgekehrt. Ich gestehe da jedem Fehler ein und die Chance zu lernen.

    Ich glaube auch hier ist es so wie es mMn immer mit Lebewesen ist: Allgemeingültigkeiten gibts nicht, so angenehm und einfach es manchmal wäre :ka:

    Aber ja, mich nervt es oft und macht mich traurig, dass so viel im Umgang mit dem Pferd auf Strafe basiert. Nur kenne ich kein anders erzogenes Pferd, das im Alltag auch wirklich händelbar ist.

    Dieses "zu viel Fordern" erlebe ich oft einfach, wenn Pferde geritten werden. Da wird von schlecht gerittenen Pferden, die zum Teil auch noch Schmerzen haben, sonstwas verlangt, obwohl die körperlich nicht dazu in der Lage sind. Und dann nimmt der blöde Bock den Kopf nicht runter, also schärferes Gebiss.

    Das geht mir auch so. Mir macht es auch ehrlich gesagt null Spaß mit Pferden zu arbeiten die unter anderem aus dem Grund absolut keinen Bock haben mit irgendeinem Menschen was zu machen, abhauen wenn man sie holen möchte, den Kopf hochreißen damit ja kein Halfter drankommt, nicht rausgehen möchten oder auf dem Weg zum Platz zur Salzsäule erstarren, versuchen wegzulaufen oder sich bei jeglicher arbeit in totes schlurfen oder wegrennen flüchten. Und das ist vollkommen normalisiert bei vielen Leuten, warum auch immer. "Der ist halt stur"... Ne, der hat einfach keinen Bock auf dich, verständlicherweise. Wenn mein Hund abhauen würde sobald er mich sieht... :fear:

    Ich finde man kann auch im normalen Umgang bei vielen Pferden viel erreichen wenn man belohnt um dieses gefühlt nur negative einwirken zu mindern. Das heißt nicht auf alles andere zu verzichten, einfach nur zusätzlich kann schon echt einen Unterschied machen in meiner Erfahrung. Und das ändert auch nichts an einer guten Erziehung wenn man es halbwegs vernünftig macht.

    Was beim reiten teilweise abgeht ist eh nochmal eine andere Sache, und es ist erschreckend.

    Ich mag einfach hier das Bild nicht unterstützen, "dass es das beim Pferd halt immer mal sein muss" dass man mit was auch immer das Pferd schlägt. Das muss es wirklich wirklich nicht.

    Danke. Es gibt genug Pferde mit denen man nie in Situationen kommt wo das nötig ist, weder in Notsituation zur Selbstverteidigung oä, noch zur Problemlösung. Meiner Meinung nach sollte es auch nicht die Normalität sein (müssen).

    Ich möchte damit nicht sagen dass nicht das Gegenteil auch der Fall sein kann, hatte selber schon das Vergnügen nur noch mit Peitsche in den Stall zum Füttern gehen zu können. Sehr ungut, für alle.

    Ich hab allerdings manchmal auch das Gefühl bei dem Thema artet es so ein bisschen aus in Richtung "ich hab so ein krasses Pferd (krasser als DU!), da muss das sein". Nicht mal unbedingt hier, aber auf anderen Social Media Plattformen und auch im "echten Leben". Finde ich wenig zielführend.

    Selbstverständlich kann man auch bei Pferden Alternativverhalten aufbauen. Das geht bei allen ein bisschen höher entwickelten Tieren.

    Praktikabilität ist aber natürlich nochmal eine andere Sache.

    Zu den Interessen: ja, sicher sind die teilweise sehr anders. Man kann aber durchaus auch bei Pferden nicht größtenteils über negative Belohnung und positive Strafe bzw deren "Androhung" arbeiten, was ja die Norm ist. Bei manchen Pferden ändert das auch die Interessen ein bisschen.

    Danke für deine Erklärung, ich finde so klingt das sehr anders als im Ursprungsbeitrag :)

    Eine Frage hätte ich aber noch: Du schreibst oben beim Hund gibts "kleinschrittigen Aufbau, Alternativverhalten, Konditionierung". Warum beim Pferd nicht?

    Edit: ich hab noch was ins Zitat reingeschrieben, das sieht man so jetzt nicht besonders gut.

    Mein Pony als Beispiel. Haflinger, grundsätzlich gut ausgebildet und erzogen, ich konnte immer mit ihm spazieren gehen. Bis er vor einigen Wochen die Grenze gesucht hat. Gestiegen, gebuckelt, gebissen, nach der Gerte getreten. Rempeln.

    Wäre deine Vorgehensweise im späteren Training bei einen vergleichbaren Verhalten vom Hund die gleiche wie beim Pferd? Das wäre für mich dann zB Gerte und Stachelhalsband *vllt doch eher Kette* als Hilfsmittelvergleich.

    Also ich gehe jetzt mal von Hund springt dich an, beißt, kratzt, bellt dich an aus.

    Edit: Ich frage aus ernsthaftem Interesse.

    LuundYer

    Zum Rai Reiten ganz kurz: sieht vllt erstmal nett aus, ist aber extrem problematisch und wird teilweise in sektenähnlichen "Gemeinschaften" betrieben. Die Lehre beruht zu großen Teilen nicht auf Fakten, sondern auf Annahmen und teilweise auch Hirngespinsten (wie viele andere"Lehren" auch - to be fair^^).

    Ich kenne diverse Pferde die so "ausgebildet" wurden weil ich selber mal an einem Stall war der so arbeitet, und einige davon haben ziemlich arge Schäden davongetragen. Die Stute einer Freundin zB kommt von einem recht bekannten Ausbilder der Szene, und ist mit 11 physisch und psychisch komplett kaputtgemacht bei ihr gelandet.

    Nette Nebeninfo: Bei vielen Menschen der Szene wird aus Prinzip nicht zum TA gegangen, extrem esoterisches Gedankengut ist die Regel bei allen die ich besser kenne. An "meinem" Stall wurde zum Beispiel grundsätzlich immer Magnesium gespritzt wenn das Pferd irgendwas hatte, Schmerzmittel gab es ohne Ausnahme nie, und die Hufe wurde jedes Mal bis aufs Blut ausgeschnitten wegen "Entgiftung".

    Kurzfassung: Man muss verdammt aufpassen damit.

    Edit: Gewaltfrei (egal welche Definition man dafür hat) geht es übrigens an keinem der mir bekannten Ställe zu.

    Kennt sich jemand mit Autoreparaturen aus, und kann mir sagen was ein neues Feder-/Domlager ca. kostet, und ob man das sinnvollerweise immer gleich auf beiden Seiten tauscht?

    Wenn es nur die Domlager ist, sollte das nicht viel sein. Bei unserem Mazda waren es so um die 30-40 Euro für Die Ersatzteile, plus Arbeitszeit, max 2 stunden . (Also das komplette Domlager , die Gummilippe die irgendwann mal porös wird , bekommt man für ne Markachzig hinterhergeworfen. )

    Auf jeden Fall auf beiden Seiten, da Verschleißteil. Heißt wenn das eine schon durch ist, wird das andere nicht lange auf sich warten lassen.

    Das klingt ja recht angenehm, bzw. gut machbar :applaus:

    Dankeschön!