Beiträge von Monstertier

    Ich würde ebenfalls einen Auslauf empfehlen. Im Zweifel müsst ihr irgendwie den Platz schaffen.

    Ich hatte ähnliche Probleme mit meinem Hütemix, und im Nachhinein bereue ich es ziemlich, dass ich es damals mit dem Auslauf nicht gemacht habe. Das hätte mir und ihm einige Nerven erspart. Allein schon Bewegung ist nämlich ein Reiz. Da braucht nichts rumzuliegen, aber der ganze Raum, der überwacht und erkundet werden muss, animiert schon, um nicht zu schlafen. Du als Person animierst, allein deine Anwesenheit, und, wie du sagst, wenn du auf Toilette gehst, dir Wasser holst oder was auch immer. In einem abgegrenzten Bereich kann er lernen, dass alles, was außerhalb passiert, ihn nicht groß interessieren braucht. Und dann kommt er zur Ruhe.

    Und wenn die müssen, musst du nicht Gassi gehen. Grünstreifen vor der Tür (oder Garten), und wieder rein. Fertig. Du reißt ihn ja quasi jedes Mal aus der Ruhephase raus, wenn du alle zwei Stunden selbst nur für zehn Minuten Gassi gehst - in zehn Minuten bekommt man jede Menge Input, Geschnüffel, Erlebnisse, Vogel da, Blatt dort etc. Vor allem, wenn er da erst seit einer halben Stunde zur Ruhe gekommen ist. Da würde ich es eher riskieren, dass mal was reingeht, als das mein sowieso schon überdrehter Welpe überhaupt nicht zur Ruhe kommt.

    Ich weiß nicht, welche Rassen du vorher hattest, aber dein Mix erinnert sehr an meinen, als er Welpe war, von der Aufnahmefähigkeit und dem Stresslevel. Da ist weniger wirklich mehr, auch wenn es in der Anfangszeit eher kontraproduktiv ist. Aber gerade bei den Rassen würde ich Hibbeligkeit nicht mit Bespaßung versuchen auszugleichen.

    Ich seh diesen Punkt ehrlich gesagt kritisch.

    Maulkorb-Training, ja, auf jeden Fall. Aber nur, weil mein Hund theoretisch einen anderen Hund verletzten kann (der in ihn reinrennt), soll er jetzt immer mit Maulkorb rumrennen? Ab welcher Größe, welchem Gewicht und bei welcher Rasse ist des denn empfehlenswert? Jeder Hund ist im Prinzip in der Lage zu verletzten. Und wenn zum Beispiel ein Terrier und ein Chi aneinandergeraten, können beide auch ordentlich Schaden machen.

    Whow, danke Monstertier für die schnelle Antwort! Das macht mir echt Mut! Der Leonberger war ein Rüde? Der Welpe dann auch?

    Ich hör da sehr unterschiedliche Meinungen bezüglich der Geschlechterzusammensetzung.

    Grundsätzlich (und ohne Leine) ist unsere süße ja mit beiden verträglich.

    Unsicher ist sie nicht. Aber sehr leicht reizbar, da arbeiten wir an der Impulskontrolle. Und wie gesagt, ausschließlich an der Leine. Deswegen hab ich auch echt Bammel, ob ich mit beiden Hunden spazieren gehen könnte z.b.

    Ja, das sind beides Rüden.

    Aber prinzipiell finde ich, klingt es bei euch ziemlich gut. Klar, ihr müsst managen, Gassigänge getrennt machen (aber das müsstet ihr eh), und gucken, dass die Kleine sich keinen Blödsinn abguckt. Aber das müsstet ihr bei jeder Mehrhundehaltung (mein Hund hat dem inzwischen siebenjährigen "Welpen" meiner Schwiegereltern das penetrante Melden beigebracht, und dass, obwohl da beide schon erwachsen waren und sich nur ein paar mal in der Woche sahen).

    Und ihr kennt ja die Problematik eurer Hündin, deswegen könnt ihr ja gezielt darauf achten, dass Welpi das nicht übernimmt.

    Ich kann nicht aus erster Hand erzählen, aber von meinen Schwiegereltern. Sie hatten früher einen Leonberger, den sie als Rückläufer vom Züchter geholt hatten. Er war absolut menschenlieb, hatte aber nen ziemlichen Hass auf andere Hunde. Also nicht unsicher, sondern wirklich auf die drauf und platt machen. Meine Schwiegereltern haben viel trainiert, um ihn zumindest grob dahin zu bringen, dass er bekannte Hunde wenigstens akzeptiert, aber bei fremden Hunden war es - nett gesagt - schwierig.

    Und sie haben sich trotzdem, als er etwa acht, neun Jahre alt war, einen Welpen dazu geholt. Alle in ihrer Umgebung hielten sie wohl für bescheuert, im Sinne von "Der killt den Welpen". Aber tatsächlich hat er ihn vom ersten Tag an "adoptiert". Mit ihm gespielt, gekuschelt, gebalgt. Bis er gestorben ist, waren die beiden ein Herz und eine Seele.

    Das heißt, nur weil deine Hündin unsicher auf andere Hunde reagiert, muss das nicht mit dem Zweithund genauso sein. Klar braucht es entsprechendes Management, aber vielleicht gewinnt eure Hündin sogar Sicherheit zurück.

    Vieles ist aber auch eine Frage des Geschmacks. Wenn man hier im Leseratten-Thread zum Beispiel guckt: Die einen finden einen bestimmten Stil total grandios, während die anderen gerade den nicht mögen oder sogar schlecht finden. Man selber mag auch den einen Stil bei dem einen Buch mehr, bei dem anderen Buch weniger, weil es auch zum Inhalt passen muss.

    Ein - in meinen Augen - guter Lektor gibt Denkanstöße, ohne den Stil zu verändern, und entdeckt Logiklöcher und Redundanzen. Wenn der Stil eher pathetisch ist, dann passt das auch, wenn gleich ein Plottwist kommt. Es muss halt zusammen passen (eine pathetische Verfolgungsjagd im Krimi passt eher weniger als zum Beispiel, dass die Geliebte eigentlich die eigene Schwester ist - oder sowas in die Richtung).

    Ein guter Lektor sagt aber auch, dass ein Stil oder eine Geschichte nicht zu ihm passt, er da keine konstruktive Kritik geben kann, ohne den Autor komplett zu verbiegen. Jemand, der eher Thrillier gewohnt ist, wird eine Liebesgeschichte vielleicht weniger gut lektorieren können und vica versa.

    Selbst hat man häufig natürlich die Scheuklappen an. Ich hab bei einer Geschichte zum Beispiel für die Stimmungserzeugung das Wetter beschrieben. Ist mir erst aufgefallen, als eine Leserin das kommentiert hat. Da braucht es dann halt auch sehr kritische Stimmen, die die Geschichte nicht nur zum Genießen lesen, sondern eben auch zum Kritisieren.

    Aber trotzdem ist’s gewöhnungsbedürftig, den eigenen Text aus einem fremden Winkel zu betrachten.

    Deswegen lass ich meine Texte so ungern lektorieren :ugly: Auf einer Plattform veröffentlichen und von den Lesern ein bisschen kritisieren lassen ist okay, aber für ein wirkliches Lektorat ist mein Selbstbewusstsein nicht ausgelegt.

    Aber eigentlich kannst du daraus ja relativ viel mitnehmen und vielleicht gute Ansätze finden, um nochmal selbst drüber zu gehen und einige Verbesserungen vorzunehmen.