Das ist es, was mir auch nicht so recht in den Kopf will.
Klar ist der Hund unterwegs auch mal auf einem höheren Level, wenn er z.B. auf eine interessante Wildspur stösst oder auch mal angenervt und gestresst von einer Hundebegegnung, aber das reguliert sich im Weitergehen wieder runter. Da braucht der doch nicht alle Nerven auf und ist so überdreht, dass er zu Hause nicht runter kommt. So reizoffen kann ein Hund doch gar nicht sein, dass er das unterwegs sein in der Natur nicht aushält.
Ich frag mich da insgeheim schon immer, was da falsch läuft.
Warum nicht? Man muss auch bedenken, in der Pampa laufen ist für einen Hund nie einfach Pampa. Da gibts Gerüche und Geräusche, die kriegen wir einfach nicht mit. Dann die Kommunikation mit dem Halter, die immer irgendwie stattfindet - und sei es, nur zu gucken, was er grad tut und ob er einen anderen Weg einschlagen will als man selbst. Das ist schon das, was normal auf einen Hund einprasselt im leersten Feld ohne Begegnung oder Wildspur. Und der Rest kommt on top.
Das kann man doch auch gut mit Menschen vergleichen. Die einen finden nichts besser, als den ganzen Samstag zu shoppen und an jedem Meter mit nem Bekannten zu plaudern, die anderen kriegen schon die Krise, wenn sie im leeren Hausflur dem Nachbar Hallo sagen müssen (überspitzt formuliert). Witzigerweise wird ersteres von der Gesellschaft eher positiv betrachtet, letzteres dann eher als "der hat doch nen Schaden".
Und so ist es auch mit Hunden. Nur, weil sie reizoffener sind und nicht alles mitmachen können, ist das ja nicht prinzipiell falsch. In ihren Ursprungsgebieten bzw Zuchtursprüngen sind sie halt für etwas anderes gedacht als stupides Gassi gehen.
(Wobei dein Beispiel in dem Extrem vermutlich eher bei Hunden mit Vergangenheit oder unbedachter Zucht als bei einer sauberen Verpaarung auftritt)