Beiträge von 02wotan

    Ihr steht auf der Straße, ein Kind wird schwer verletzt, die einzige Möglichkeit dieses Kind zu retten sagt zu Euch: "Ja ich helfe, aber nur wenn du mir 100.000€ zahlst". Und zwei Schritte weiter sagt jemand: "Die bekommst du von mir für deinen Hund".

    Warum soll ich meinen Hund für die 100.000 verkaufen, nur weil der Andere, der die 100.000 hat einen Gegenwert (meinen Hund) verlangt.

    Wer sollte sich dann mies fühlen, ich oder der mit dem Geld? :???:

    Ich wehre mich nur gegen eine leichtfertige und oberflächliche Antwort auf die Thread-Frage, ohne dass man sich zumindest vorstellt, was Menschen - auch hier in Deutschland, auch 2017- nicht alles aus Gründen der Not tun würden.
    Wer so schnell meint, dass ihm eine große Geldsumme nichts bedeutet und dass er nie seinen Hund dafür hergeben würde, den frage ich schon, ob er nicht genug Fantasie hat sich Situationen vorzustellen, wo etwas wichtiger wird (existenziell wichtiger) als der Hund.

    Dass ich mein Leben genießen darf trotz der Weltlage, ist keine Frage, aber es ist ein Privileg, keine Selbstverständlichkeit.

    Wenn Du z.B. meine Antwort als leichtfertig und oberflächlich ansiehst, mir egal.

    Ich würde weder Geld für meinen Hund nehmen um satt zu werden (es würde mir nicht mehr schmecken) noch dafür, um anderen das Leben zu erleichtern.

    Man nenne mich auch gerne egoistisch.

    Es ist in der Tat interessant, wie viele hier die Frage wie @Lorbas ("Was ist schon Geld?") beantworten und dementsprechend argumentieren. Das zeigt, wie viele Nachkriegsgeborene hier sind, Kinder der Wohlstandsgeneration, die nie Armut, Not und existenzielle Sorgen erlebt haben, für die "Hunger" bedeutet, dass ein Magenknurren zeigt, dass es Zeit ist, wieder etwas zu essen.

    Und ich gehöre auch zu diesen wohlgenährten, sorgenfrei lebenden Luxusgeschöpfen der westeuropäischen Länder. Aber: Ich versuche mich in jene andere Zeit und Generation hineinzudenken, soweit dies möglich ist und von Menschen zu lernen, die wirklich um ihr Überleben kämpfen, soweit dies möglich ist.
    Und deshalb ist so eine Aussage wie oben zitiert - zumal mit dem Zusatz, dass Geldscheine nur bedrucktes Papier sind, zum Zigaretten anzünden gut, Zeichen von Oberflächlichkeit und - sorry - fehlendem Sinn für die Realität.

    Zurück also zur Frage dieses Threads: Wer um sich das Notwendigste sorgen muss, der würde natürlich seinen Hund verkaufen. Romantisierende Vorstellungen (lieber mit dem Hund unter einer Brücke schlafen als ihn weggeben für Geld) hören auch auf, wenn es real ungemütlich und entbehrungsreich wird.

    Du kannst also beurteilen wie andere sich in einer solchen Situation verhalten würden?

    Ich hatte auch nie einen goldenen Löffel im Mund und ich erinnere mich sehr gut daran, wie schwer es meinen Eltern gefallen ist, 5 Köpfe satt zu bekommen.

    Trotzdem würde ich meinen Hund für kein Geld der Welt abgeben.