Da kann ich mich absolut anschließen! An ein Wunder glaub ich aber auch nicht mehr... Und ich denke, selbst wenn man heraus finden würde, was Smilla hat, könnten wir sie dennoch nicht besser therapieren. Die ersten Monaten waren mit Abstand die schlimmsten. Man muss es akzeptieren lernen, ich glaube, es ist ähnlich wie ein Trauer-Prozess. Die Hilflosigkeit, die Verzweiflung, die Wut, das nicht wahrhaben wollen, dieses Sehen, was man verloren hat und klammern an Strohhalme. Irgendwann ist es ein Teil vom Alltag geworden (also bei Smillas Anfallshäufigkeit jedenfalls). Sie lebt offensichtlich noch und es spricht nichts dagegen, dass sie das auch noch viele Jahre tut. Smilla findet die Anfälle sicher sehr doof, aber abschließend schüttelt sie sich und geht wieder zur Tagesordnung über, hüpft sofort wieder fröhlich durch die Gegend. Es bringt niemandem was, da jeden Tag aufs Neue drüber zu verzweifeln. Smilla lebt gerne und den größten Teil ihres Lebens findet sie toll, da bin ich mir sicher. Und dass sie einiges nicht mehr darf, ich glaube das fällt mir wesentlich mehr auf als ihr. Und letztlich geht es ja um Smillas Leben, dass sie es lebenswert findet. Und da brauch ich mich dann nicht hinzustellen und darin zu versinken, dass es doch so furchtbar ist. Man kann es ja auch so sehen: das sind im Moment so alle 2 Tage 5 Minuten. Den Rest der Zeit geht es ihr super. Anfälle sind fürchterlich, ganz fürchterlich anzusehen und ich habe lange gebraucht, es so zu sehen wie heute. Aber eigentlich leidet Grisu mit seinen Bandscheibenvorfällen und der Spondylose doch fast mehr. Smillas Krankheit ist nur nicht greifbar, nicht einschätzbar, nicht wirklich behandelbar... wie das Monster in Horrorfilmen, das man nicht sieht. Es verliert immer viel an Schrecken, wenn man weiß, womit man es eigentlich zu tun hat. Aber auch daran gewöhnt man sich... Und sie ist ja komplett und fertig durch untersucht. Da ist kein Organschaden, kein Tumor oder was auch immer. Da wird ein kleines, aber blöderweise sehr wichtiges Bauteil eines Zelltyps nicht seinen Job machen. Es ist so, kann man nicht ändern. Ich hab Smilla wahnsinnig lieb
und bin sehr froh, sie zu haben!