Wenn ihr von jagen redet, sprecht ihr da jetzt von "Hinterher um zu kriegen" oder von "30/40/50m einem bewegungsreiz hinterher setzen"?
Ich versuchs mir halt vorzustellen.
Ari ist bisher 2x einem Hasen hinterher, einmal bei mir, einmal bei meinem Freund. Das lag zumindest bei mir daran, dass er frei lief, da ich nicht damit gerechnet hatte, dass in der Wiese keine 100 Meter nach dem Ende der Häuserreihen und direkt am ziemlich gut besuchten Feldweg ein Hase drin sitzt.
Dem ist er hinterher und der einzige Grund warum er stehen geblieben ist war der, dass der Hase deutlich schneller war als Ari.
Er hetzt also, würde auch garantiert fangen und töten (fressen wahrscheinlich nicht). Ari hat also definitiv Interesse am Hetzen, ABER und das ist für mich der entscheidende Unterschied, er verfällt nicht in dieses Jagdfieber. Wenn ich mir da seinen bereits genannten Podenco-Mischling Kumpel Marlowe angucke (wahrscheinlich mit Vizsla oder Labrador, auf jeden Fall irgendwas anderes jagdlich begeistertes noch) ist das ein deutlicher Unterschied. Wenn das Viech weg ist, dann ist es für Ari erledigt. Marlowe braucht teilweise ne gute halbe Stunde oder länger um wieder runter zu kommen, obwohl man teilweise schon wo ganz anders ist. Der hängt teilweise schreiend in der Leine. Ari hört dann auch einfach auf, wenn der Hase zu weit weg ist, macht keinen Spaß mehr. Marlowe würde wahrscheinlich ewig nicht mehr aufgeben. Lauter solche Sachen halt.
Ari geht auch nicht stöbern, aber wenn er was zufällig was findet, findet er es trotzdem super.
Ich hab mal einen interessanten Bericht gelesen, in dem es um einen Versuch der Jägerschaft ging die wilde Streunerei und Hetzerei durch Hofhunde zu reduzieren. Ich glaube das Experiment war 50 Jahre oder mehr alt.
Sie haben dann umsonst Spitze (glaube sogar Wolfsspitze) an Bauern gegeben und mal geschaut wie es sich auf das Wild und so auswirkt. Heraus kam, dass einige durchaus jagen gegangen sind, diese jedoch hauptsächlich von den Bauernhöfen kamen, wo der Hund kaum Familienanschluss hatte. Die hingen dann sozusagen weniger an ihrem Hof. Es zeigte aber auch, dass der Jagdtrieb durchaus da ist.
Am Ende kam raus, dass die Situation sich mit den Spitzen deutlich verbessert hat, aber es nicht so ist, dass die Streunerei dann komplett weg ist. Der Jagdtrieb ist halt schon da, jedoch im Normalfall kontrollierbar und nicht unbedingt die Priorität des Hundes.
Weiß leider nicht mehr wo der Artikel war, den hatte ich gelesen als ich mich über die Rasse informiert habe.
Was man nicht vergleichen kann oder sollte sind aber meiner Meinung nach Wildtiere und Haus- und Hoftiere. Selbst Vollblutjäger machen da häufig deutliche Unterschiede.
Ari würde ich dennoch nie zu unseren Laufenten in den Garten lassen. Denen setzt er nämlich nach. Hätte man ihn bestimmt besser gewöhnen können, aber riskieren wollte es keiner (und es gab auch keinen Grund, die haben einen Zaun).
Meine Meerschweinchen interessieren ihn dafür gar nicht. Die dürfen in ihrem Käfig rumwuseln wie sie wollen. Da mache ich mir auch keine Sorgen obwohl oben offen ist. Draußen hingegen? Würde er garantiert nachsetzen und auch töten.
Meiner Meinung nach ist die Aussage, dass Spitze gar keinen Jagdtrieb haben einfach falsch. Es sind nach wie vor Hunde. Wenn der Spitz früher 90% der Zeit da war und dann doch mal dem frechen Karnickel hinterher ist, der sich zu nahe an den Hof getraut hat, dann bekam man das meistens wahrscheinlich gar nicht mit.
Dennoch würde ich nun auch nicht gerade einen Spitz in die Zucht nehmen wollen, der so richtig Vollblutjäger ist. Ist tatsächlich nicht das Zuchtziel.
Komplett verhindern, dass jagdlich interessierte Spitze fallen kann man aber nicht.
Das sie Mäuse und Ratten jagen, davon gehe ich aber aus 