Also: 
Mein Wölfchen kommt ja mit Special Effects dank miesem Nervenkostüm und ist damit nochmal ein bisschen anders. Ich versuche es mal allgemein zu halten - also das was ich nicht denke, dass es den Nerven geschuldet ist, sondern einfach rassetypisch.
Ich finde es schwer "positive" und "negative" Eigenschaften zu benennen, weil ja nie dasselbe für jeden passend oder unpassend ist.
- Ich schätze den "kooperativen Wachtrieb" sehr. Selbst mein Spinner hatte das so schnell und mit nur minimaler Förderung raus. Hier wird nur angeschlagen wenn was Außergewöhnliches passiert und wenn jemand aufs Grundstück kommt. Und zugegeben wenn er die Nachbarskatze irgendwie bemerkt, die hasst er nämlich aus voller Inbrunst, aber das ist nochmal was spezielles
-> Für mich eine absolut positive Eigenschaft. Wir wohnen im Prinzip in einem Vorort, aber recht ländlich. Hier wird teilweise sogar positiv bemerkt wie toll so ein Wachhund ist. In der Stadt kann man so einen Hund schon halten, aber so ein richtig klassischer Mehrfamilienhaus-Hund ist das halt nicht.
- Sie sind keine Kläffer, aber sie sind auch nicht unbedingt ruhig. Im Vergleich zu meinem Collie ist Ari echt harmlos, aber er macht schon viele Geräusche und in hohen Stresslagen wird auch mal Gebellt.
-> Mich stört das null. Ich liebe sogar viele Teile der Kommunikation, ich liebe das Geplapper und co. Aber wenn man möglichst sicher gehen will das der Hund ruhig ist, dann ist es vielleicht nicht die passende Rasse.
- Unverträglichkeiten. Joa, vor allem Wolfsspitzrüden neigen spätestens mit dem Erwachsenwerden zu Unverträglichkeit. Damit muss man leben können. Ich finde es nun nicht so schlimm, aber wenn man einen möglichst sicher verträglichen Hund haben will, ist es vielleicht die falsche Rasse.
- Viele Spitze sind wohl recht ignorant was andere Hunde angeht und auch recht höflich - fordern dann aber auch entsprechende Höflichkeit ein. Bei uns ist das nicht so, aber ein großer Teil geht da tatsächlich auf Aris Nervenkostüm. Bei anderen Hunden wirft er schnell die Nerven.
- Ein-Mann/Paar/Familien-Hunde. Generell sind die Spitzis sehr auf ihre Leute bezogen und die anderen sind ihnen ziemlich egal. Je nach Ausprägung sind sie dann freundlich interessiert-diszanziert. Ari zB mag andere Menschen nicht sonderlich. Sie sind ihm in erster Linie egal, aber er möchte nicht angefasst werden. Das dürfen nur seine Freunde und Familie.
-> Ich finde das völlig ok, aber man muss halt damit rechnen, dass die Hunde zB sehr genau entscheiden mit wem sie spazieren gehen wollen und sie vor "Übergriffen der Knuddelvariante" schützen. Das ist tatsächlich die negativste Eigenschaft in meinen Augen, bei Ari vielleicht durch seine Nerven nochmal krasser ausgeprägt - wenn wir nicht zuhause sind, dann geht Ari mit niemandem mit. Wo anders bzw bei anderen Menschen ohne uns zu bleiben ist der Horror und mit unheimlichen Stress verbunden.
- Der Jagdtrieb ist bei den Wolfsspitzen wohl etwas stärker ausgeprägt als bei den anderen Varietäten. Soll nicht sein, aber ist definitiv im Bereich des Möglichen. Viele Wolfsspitz jagen ganz ordentlich. Ari auch.
-> Tatsächlich nervt mich das. In bestimmten Gegenden kann ich ihn praktisch nicht frei laufen lassen.
- Eine gewisse Bereitschaft nach vorne. Ari zB weiß sehr genau wofür die 42 spitzen Dinger in seinem Maul außer zum Fressen auch noch eingesetzt werden können
Im Zweifel geht Ari immer nach vorne. Vor allem die Linien die noch auf die "Ursprünglichkeit der Rasse" wert legen haben schon noch einen Arbeitshund Charakter.
- Sie sind keine WTP Hunde. Sie arbeiten gern mit dir weil sie Spaß daran haben. Es macht uns zB beiden Freude zusammen was zu erarbeiten, Sport zu machen und einfach zusammen was zu unternehmen. Aber - wenn er keinen Bock hat, hat er keinen Bock mehr. Punkt. Dann kannst du dich auch auf den Kopf stellen.
-> muss man mögen. Wenn man Ambitionen hat sollte man vielleicht eine andere Rasse wählen.
-> Sie sind nicht sonderlich sensibel oder so, aber mit Druck kommt man nirgendwohin. Im Zweifel bekommt man nur Gegendruck und das möchte man eher nicht ausprobieren. So erzieht man sich schnell auch mal einen Beißer ran.
- Auslastung ist sehr angenehm - sie machen viel mit und probieren jeden Mist aus, aber sie sind auch glücklich wenn sie mal den ganzen Tag nur das Grundstück bewachen dürfen. Das ist eh eine sehr ernste, wichtige Tätigkeit!
- Mit dem Erwachsenwerden ist Ari eh sehr ernsthaft geworden, nur mit uns kann er immer noch ein kleiner Clown sein und wir haben ganz viel Spaß 