Das war ein Beispiel und nicht auf Deinen Hund bezogen.
Wenn Dein Hund unsicher ist, rate ich davon ab, einen Welpen dazu zu holen. Dann hast Du nämlich mit hoher Wahrscheinlichkeit nach kurzer Zeit 2 unsichere Hunde. Zu einem unsicheren Ersthund würde ich dann einen älteren, erwachsenen Hund holen, der in sich ruht und souverän mit der Umwelt umgeht. Alles andere bringt für den vorhandenen Hund keinen Gewinn.
Hmmm, jein.
Mein Ersthund war zum Zeitpunkt des Einzugs von Nr 2 weder besonders selbstsicher noch annährend souverän, v.a. im Umgang mit anderen Hunden. Er war auch noch nicht erwachsen.
Nicht im Sinne von ängstlich, aber er war halt eine graue Maus der nie seine Meinung gesagt und sich alles gefallen lassen hat.
Der hat von Nr2 enorm profitiert, ist ein selbstbewusster Kerl geworden und richtig souverän wird er nie sein, aber er hat sich zumindest in die richtige Richtung entwickelt.
Klar ist er erwachsen geworden, aber ich verwette meinen Hintern darauf, dass er heute als Einzelhund ganz anders wäre.
Der Kleine hat sich davon überhaupt nichts abgeguckt. Der ist wesensfest, selbstsicher und hat das Zeug einer dieser souveränen Althunde zu werden die man mit Gold nicht aufwiegen kann. Ich freue mich jetzt schon darauf in ein paar Jahren einen Welpen mit ihm gemeinsam aufzuziehen.
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Ich würde auch sagen Jain.
Man muss halt ein Auge drauf haben, aber wenn man den Welpen entsprechend auswählt kann das durchaus sogar von Vorteil sein.
Mein Ersthund ist auch das Paradebeispiel von "Gegenteil von wesensfest".
Ari ist unsicher mit so ziemlich jedem anderen Hund und es war von vorne herein klar, dass es mit einem bereits erwachsenen Hund ein riesen Problem und unheimlich kompliziert werden würde die zusammenzuführen.
Und letztendlich war der Welpe genau die richtige Entscheidung.
Wichtig war:
- wesensfester Hund aus guter Zucht
- passende Rasse
- soweit absehbar passender Charakter
Es hat wirklich gut geklappt. Ein paar Dinge, die hier komplizierter waren, waren meine Schuld. Also es stimmt definitiv, dass es für einen noch nicht so erfahrenen Halter schwerer sein kann, aber ich hab mich zugegeben auch nicht gut genug informiert worauf man am besten achten sollte.
Der Collie hat sich wirklich wenig Blödsinn vom Spitz abgeschaut, definitiv nichts was mit seiner Unsicherheit zu tun hat, und der Spitz hat wenn überhaupt nur vom Collie profitiert.
Und wir sind von Anfang an kaum getrennt gelaufen.
Ich bin definitiv auch ein bisschen blauäugig an die Sache ran gegangen und ich würde auch nicht unbedingt empfehlen zu einem knapp über 1,5 jährigen problematischen Ersthund als Ersthundehalter einen Welpen zu holen, aber an und für sich war es bei uns die richtige Entscheidung.
Wichtig ist, dass man selbst einen weiteren Hund haben will, und das nicht (nur) entscheidet, weils dem anderen Hund vielleicht gefallen könnte.
Und der finanzielle Aspekt ist nicht zu verachten. Zwei Hunde kosten mehr, als einer. Zwei nehmen mehr Platz weg (vor allem wichtig, wenn man zB öffentliche Verkehrsmittel fährt). Zwei fressen doppelt so viel, kosten mehr Steuer und Versicherung und zwei können auch Mal gleichzeitig krank werden und/oder sich gegenseitig anstecken. Impfungen, Entwurmungen und andere Standard-Sachen sind dann eben auch teurer.
Das ist definitiv auch ganz, ganz wichtig.
ICH wollte einen zweiten Hund. Aus unterschiedlichen Gründen, aber definitiv weil ICH ihn wollte.
Wir hatten Hoffnung, dass Ari auch von Cashew profitieren würde, aber es war nicht ausschlaggebend.
Die Wahl was für einen zweiten Hund war dafür maßgeblich von Ari beeinflusst. Wie corrier schon schrieb heißt das zwar noch lange nicht, dass es gut gehen muss, aber man kann schon viele Probleme vorher ausschließen.
Wäre es nur nach mir gegangen wäre die Wahl wahrscheinlich doch wieder auf einen Wolfsspitz Rüden gefallen. Das hätte - gerade weil der ältere mit 1,5 ja selbst noch nicht aus der Pubertät raus war - richtig schief gehen können, weil die durchaus öfters dazu neigen sich nach vorne profilieren zu wollen, sich nicht gern provozieren lassen und gerne mal unverträglich werden. Da hätte man ordentlich managen müssen wenn man eine Chance haben wollte und weder wollten wir das so stark riskieren, noch haben wir uns das zugetraut.
Deswegen wurde es ein eher ausgeglichener Rüde einer Rasse, die generell eher verträglich und freundlich sind. Das hat auch so ganz gut gepasst - sollte ich heute mal nicht schnell genug sein und Ari beschließt er ist gerade schlecht drauf und Cashew ist in der Nähe und man könnte doch mal ein bisschen stänkern (was er eigentlich nicht darf, aber ab und zu mal vergisst wenn er gestresst ist), dann lässt ihn Cashew komplett auflaufen (ähnlich wie
@Syrus Mailo. Es ist sehr amüsant, wie er ihn einfach abwartet und null auf das unnötige Gestänkere eingeht).
Cashew ist heute der einzige Hund mit dem Ari alleine und ohne Unterstützung kommunizieren kann und auch will. Cashew ist dafür der einzige Hund, der Ari wirklich lesen kann und von ihm auch richtig gelesen werden kann.
Ich denke, dass es da wirklich geholfen hat, dass Cashew da "reinwachsen" konnte.
Es hat aber definitiv immer bedeutet auf die Interaktion der beiden ein Auge zu haben und sich einschleichende Probleme möglichst frühzeigitg zu beenden. Im Zweifel auch mit unserer Trainerin, wenn ich irgendwie unsicher war ob das jetzt was bedenkliches ist/werden könnte oder nicht. Ich war mir da auch nie zu schade zu fragen.
Es wird hier auch immer ein Auge auf den Spitz nötig sein, aber ich muss mir keine Sorgen machen sie alleine zu lassen oder so, sie kommen gut klar, auch wenn es hier niemals sowas wie Gruppenkuscheln geben wird.