Beiträge von Stachelschnecke

    Ich habe 100 Seiten von "Eine Frage der Chemie" gelesen und ich werde nicht so recht warm. Ich empfinde es unterschwellig klischeetriefend, es bedient mir zu sehr Stereotypen. Werde dennoch erst mal weiter lesen.

    Genau das war ja auch mein Problem. Ich bin gespannt wie sich deine Meinung weiter entwickelt.


    Trace

    Auf jeden Fall 'Über Menschen'. 'Unter Leuten' fand ich auch toll, ist aber wesentlich länger und hat auch ein paar Längen. 'Über Menschen' ist viel knackiger. :nicken:

    Von 'Leere Herzen' würde ich gleichfalls abraten, das war mein erstes Buch von Juli Zeh und war schwach. Zum Glück habe ich ihr noch eine Chance gegeben- in der brandenburgischen Dorflandschaft ist sie wirklich stark.

    Danke, ihr bestätigt mein Gefühl.

    Es geht wohl auch wirklich nicht nur um das Wetter oder Allgemeines, sondern um schmutzige Wäsche, Affairen etc. Das geht mich einfach nichts an, ganz besonders nicht, wenn die betreffende Person absolut nicht einverstanden war. Und ehrlich, ich bin auch ein wenig schockiert, dass der Verlag diese ethische Fragestellung so ganz und gar ignoriert. Hätte ich von Suhrkamp so nicht erwartet.

    Briefwechsel per se finde ich schon interessant, beispielsweise war der Briefwechsel zwischen Marie Antoinette und ihrer Mutter wirklich erhellend zu lesen.

    Leider fällt es mir aber auch schwer, persönliche Informationen über Beteiligte dann von ihrem Werk zu trennen. Beispielsweise macht diese Geschichte Max Frisch für mich wahnsinnig unsympathisch. Ich denke nicht, dass ich nochmal wirklich unbelastet etwas von ihm lesen werde.

    Ich mag noch eine kleine Empfehlung hier lassen. Penny hat vom 5.- 7. Januar wieder ein großes Angebot. Ganz viele Angebotsartikel von Food for future. Da sind wirklich klasse Sachen dabei, wir stehen zum Beispiel total auf die Ramennudelsuppen. Es lohnt sich, die zu bunkern. Hier ist nur ein Penny und der war leider schon stark geräubert, wir haben nicht soviel bekommen wie wir uns gewünscht hätten. Also hab ich den Papa drauf angesetzt, der jetzt im Aachener Raum alle Pennys abfährt und die Ramennudelsuppen kauft. :rolling_on_the_floor_laughing:

    Ui, Lügen über meine Mutter habe ich auch auf dem SuB, freut mich sehr, dass es dir so gefallen hat.

    Es ist vor Kurzem ein Buch herausgekommen das den Briefwechsel zwischen Max Frisch und Ingeborg Bachmann enthält ('Wir haben es nicht gut gemacht'). Beide sehr wichtige Personen in der Literatur, ich hatte mich tatsächlich sehr dafür interessiert und das Buch beinahe gekauft, Briefwechsel finde ich generell spannend. Dann erfuhr ich aber, dass fast alle Briefe aus dem Archiv von Max Frisch stammen, weil Ingeborg Bachmann alles verbrannt hat und eigentlich auch Frisch darum gebeten hatte, weil sie auf gar keinen Fall wollte, dass ihre privaten Briefe jemals veröffentlicht werden. Auch die Schwester von Bachmann, ihre Erbin, hat ebenfalls jahrzehntelang verhindert, dass dies geschieht. Der gute Frisch hat diesen Willen offensichtlich nicht respektiert und nur deswegen war das Material für dieses Buch überhaupt vorhanden.

    Für mich tatsächlich ein moralisches Dilemma. Auf der einen Seite literarisch wertvolles Material, ganz klar, man erfährt dadurch sehr viel über die beiden Autor*innen. Auf der anderen Seite natürlich der Wille Bachmanns. Ja, wenn man tot ist kann man sich über nichts aufregen, aber ich finde es verwerflich dass der Wille dieser Frau sowohl von ihrem Beziehungspartner wie auch von der Öffentlichkeit übergangen wurde und wird. Es fühlt sich für mich einfach falsch an- deswegen habe ich mich entschieden, das Buch doch nicht zu kaufen und zu lesen.

    Wie seht ihr solche Dinge denn?

    Ich bin zwiegespalten. Das Thema, bzw. die Idee finde ich schon sehr spannend, da würde ich auf jeden Fall 'Ja' sagen. Allerdings versteckt sich in dem Roman (was ich zuerst so nicht erwartet habe) dann letzten Endes eine Young Adult Geschichte mit Liebe und allem pipapo (Boys), was so wirklich überhaupt gar nicht mein Fall ist und auch nicht per Klappentext zu vermuten war. Die Stimmung ist eher sehr düster und melancholisch (mir stellenweise ein bißchen zu depri), aber auch sehr atmosphärisch.

    Für mich ist diese Liebesgeschichte etwas, was mich davon abhalten würde, es nochmal zu lesen. Wenn dich das nicht stört, würde ich es auf jeden Fall empfehlen. Estandia hatte eine sehr positive Meinung zum Buch.

    Diesen Monat gibt es ein neues Juli Zeh Buch- diesmal anscheinend in Co- Autorenschaft.

    Zitat

    Zwanzig Jahre sind vergangen: Als sich Stefan und Theresa zufällig in Hamburg über den Weg laufen, endet ihr erstes Wiedersehen in einem Desaster. Zu Studienzeiten waren sie wie eine Familie füreinander, heute sind kaum noch Gemeinsamkeiten übrig.

    Stefan hat Karriere bei Deutschlands größter Wochenzeitung BOTE gemacht, Theresa den Bauernhof ihres Vaters in Brandenburg übernommen. Aus den unterschiedlichen Lebensentwürfen sind gegensätzliche Haltungen geworden. Stefan versucht bei seiner Zeitung, durch engagierte journalistische Projekte den Klimawandel zu bekämpfen. Theresa steht mit ihrem Bio-Milchhof vor Herausforderungen, die sie an den Rand ihrer Kraft bringen.

    Die beiden beschließen, noch einmal von vorne anzufangen. In einem offenen und sehr emotionalen Austausch per E-Mail und WhatsApp wollen sie einander ganz neu kennenlernen und sich gegenseitig aus ihren Welten erzählen – aus dem Leben im Elfenbeinturm der Hamburger Kultur-Elite und aus der erdverbundenen brandenburgischen Agrar-Existenz. Steckt hinter der alten Freundschaft vielleicht sogar eine verhinderte Liebe? Doch während Stefan und Theresa einander näher kommen, geraten sie immer wieder in einen hitzigen Schlagabtausch um polarisierte Fragen wie Klimapolitik, Gendersprache und Rassismusvorwürfe. So sehr sie sich bemühen, die Politik aus ihrer Freundschaft herauszuhalten – es ist, als liefen die Gräben einer gespaltenen Nation mitten durch ihre Beziehung. Ist heute wirklich jeder und jede gezwungen, eine Seite zu wählen? Gibt es noch Gemeinsamkeiten zwischen den Welten? Können Freundschaft und Liebe die Kluft überbrücken, oder sind es gerade enttäuschte Gefühle, die die Konflikte so unüberwindbar machen?

    Als sich am Ende Theresas und Stefans Wege auf völlig unerwartete Weise kreuzen, müssen beide erkennen, dass sie im Begriff stehen, etwas Entscheidendes zu verlieren: die Freiheit, selbst zu bestimmen, wer man ist.

    Uiuiui. Vorbestellt. :rollsmile: