10. Lies einen Gesellschafts- oder Familienroman
Bonnie Garmus- Eine Frage der Chemie, Note: 3,5
Ich muss mein anfängliches Lob leider etwas revidieren. Feminismus: Mag ich! Altkluge Kinder: Mag ich! Leicht phantastische Elemente (wie ein telepathisch kommunizierender Hund): Mag ich!
Aber alles zusammen... irgendwann reichte es dann auch mal. Es gibt so gut wie keine Innensichten in dem Roman, alles wird nur in manchmal ziemlich enervierenden Dialogen abgehandelt. Die Protas widersprechen um des Widersprechens Willen und wirken dabei teilweise ziemlich stumpf, obwohl eigentlich genau das Gegenteil erreicht werden soll. Nach einem wirklich fulminanten, witzigen, klugen Start brach das Ganze für mich dann doch ziemlich ein. Haufenweise Archetypen (alle Männer sind entweder Säufer oder Vergewaltiger- oder Heilige) und eine Protagonistin, die mir (als eingefleischte Feministin) irgendwann nur noch auf den Keks ging. Es wirkte einfach alles bemüht und zwanghaft konstruiert, inklusive Märchenende mit Märchenoma und Dea ex Machina. Fazit: Leider wieder einmal ein Beweis dafür, dass die Spitze der Bestseller Liste nix bedeutet- und diesmal Denis Scheck und ich tatsächlich mal nicht einer Meinung sind. Keine noch schlechtere Bewertung nur wegen des wahnsinnig tollen ersten Drittels.
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