Also: Fantasyelemente wären ein Ausschlusskriterium, zeitgenössische Bücher eines Autors ebenso.
Was noch durchklingt ist ein gewisser Anteil von „Eskapismus“ im Historischen Roman. Also eine Flucht aus dem Alltag in andere Zeiten (oder das Bild, das man sich von ihnen macht). Kritische Aufarbeitungen eines Zeitgeschehens, das noch ganz direkt in unsere Gegenwart hineinwirkt - wie z. B. beim Wintersoldaten oder beim Trafikanten - würde ich daher nicht da reinrechnen. Das ist aber teils ein persönliches Empfinden. Ich habe noch Leute gut gekannt, die den 1. und 2. Weltkrieg miterlebt haben.
Also ich hab auch nochmal n bisschen über Google gestöbert. Gestern hab ich nix besonders Aussagekräftiges gekriegt. Heute auch nicht unbedingt 100%ig, aber durchgeklungen hat bei mir: Wenn der Autor die Zeit noch selbst miterlebt hat oder miterlebt haben könnte, ist es eher zeitgenössische Literatur, aber kein Historischer Roman. Wenn man das nimmt, wäre ein Roman aus dem 1. oder 2. Weltkrieg für meinen Jahrgang aber z.B. tatsächlich schon historisch?
Jahrgang 1996 hat ja überhaupt nichts davon mitbekommen. Fantasyelemente, klar. Auch wenn ich da schon wieder den Gedanken bzgl Zeitreisen hätte. Ist die Outlander-Reihe nicht ein Historischer Roman? Ich kenne weder Serie noch Bücher, aber ich glaube, da kommt doch eine aus der heutigen Zeit und fällt irgendwie in die Frühere. Also wenn das das einzige "Fantasy"-Element wäre, und dann aber die ausgewählte Zeit relativ realitätsnah geschildert wird, wär ich ja auch wieder am Überlegen. Deshalb war ich auch bei der Landkarte der Zeit. Aber wenn ich jetzt den Klappentext nochmal lese, klingt das schon, als könnten da noch weitere Fantasy-Elemente drin vorkommen, dann wär's natürlich raus.
Das mit dem Eintauchen und Versinken können in diese "alte Welt" hätte ich für mich persönlich irgendwie gar nicht als zwingend erforderlich angesehen. Was ich mir unter Historische Romane eigentlich vorgestellt habe, war eher, ja, klar, schon ne gewisse Art von Eintauchen, aber nicht unbedingt zwingend als Unterhaltungswert oder idyllisch oder so, sondern schon einfach das Leben dort kennenlernen, durchaus auch mal kritisch und nicht immer nur rosarot und "ach war's schön damals". Das verbunden mit ner interessanten, wenn auch fiktiven (ich ging ja früher immer davon aus, dass ALLES darin real sein muss, also eher ne Art Biografie oder Sachbuch, weshalb ich lange kein Interesse daran hatte, weil mir das meist zu trocken und langweilig ist
) Geschichte. Aber das Leben aus dieser Zeit, die Sitten, meinetwegen noch Politik (in gewissem Maße, mag das Thema nämlich eigentlich nicht), halt solche Dinge. Das durchaus auch so ungeschönt, wie's halt damals war.
Dass man es betrachten kann unter dem Aspekt „Das war einmal, es ist vergangen, es wird nicht mehr kommen“:
Dass so etwas nie mehr kommen wird, dieser Gedanke spielt bei mir doch überhaupt keine Rolle, auch bei der Einteilung nicht. Natürlich kann sich so etwas - leider - wiederholen. Sieht man ja, zumindest die Anfänge. Hat für mich aber überhaupt gar nix damit zu tun.
Verstehe auch grade nicht, wie du da zu dem Schluss kommst, dass ich so denken würde ![]()
Für mich ist ein Roman erstmal ein Obergriff für Fiktion.
Klar kann man dies dann noch weiterführend einteilen: Kriminalroman, Thriller, Zeitgenössischer Roman, Schicksalsroman, Entwicklungsroman, Jugendroman, Liebesroman, Dystopischer Roman, Fantasy, etc.
[...] weiter mache ich mir darum keinen Kopf, warum auch? (Nicht böse gemeint - ich versteh nur gar nicht, warum man sich darüber Gedanken machen sollte).
Klar, sag ich ja
Bzw habe zumindest genau dasselbe gemeint.
Und so wie du deine Interessen haben wirst, die ich nicht nachvollziehen kann, gibt es halt auch Themen oder Dinge, die mich interessieren, die andere nicht nachvollziehen können. Ich mag Listen und Statistiken und mag es gerne etwas genauer. Die Menschen haben schon immer kategorisiert, heutzutage natürlich in viel weiteren und bestimmt auch deutlich sinnloseren Kategorien wie früher. Na und? Ich finde es halt doof, wenn ich Fantasy, Thriller, Krimi, etc. kategorisiert habe (musst du ja nicht verstehen, wieso man sowas - gern - macht, aber akzeptieren, ohne das irgendwie runterzureden oder als sinnlos abzutun, fänd ich top
), also eine Einteilung vorgenommen habe, und dann aber bei nem Haufen anderer einfach nur "Roman", also der Oberbegriff für die anderen, verwende. Wenn ich jetzt bei ALLEN Romanen einfach nur "Roman" hinschreiben würde, ok (also nicht ok, fänd ich furchtbar und "bräuchte" die Spalte ja dann auch gar nicht
), aber nicht mal so, mal so. Ich mag's halt gern ordentlich und strukturiert und gut eingeteilt. ![]()
„Die Magie der kleinen Dinge“ spielt z. B. sehr bewusst damit, dass nicht klar ist, ob Magie eine Rolle spielt oder nicht. Könnte aber noch eher zu den historischen Romanen gerechnet werden als „Die Landkarten der Zeit“ mit sehr manifesten Elementen.
Das mag nun wirklich eine Frage der Generation sein. Nesa8486 , Waldhörnchen : Wirklich aus Interesse nachgefragt und überhaupt nicht böse gemeint: Ist das so für Euch? Dass die Epoche der Weltkriege, der „Rassenkämpfe“, der bürgerlichen Unfreiheit etwas so Entferntes ist, dass man quasi darin abtauchen kann - in weit entfernte Zeiten?
Allerdings bezieht sich Die Magie der kleinen Dinge ganz klar auf eine reale Person und auch das Puppenhaus gibt es ja auch wirklich. Zwar wurden eiiinige Sachen der realen Nella verändert, also quasi ihr ganzes Leben war eigentlich anders
Aber so wie ich das lesen konnte, ist das durchaus auch bei Historischen Romanen erlaubt, dass man sowas macht. Also stark von der Realität abweicht, auch wenn's reale Personen betrifft. Aber ob da wirklich Magie im Spiel war oder nicht, ist eben tatsächlich völlig unklar. Wahrscheinlich war ich mir deshalb auch so unsicher, weil ansonsten alle anderen Merkmale passen, glaub ich. Und da es ja nicht aufgeklärt wird, könnte auch durchaus irgendeine normale Erklärung funktionieren. ![]()
Zu deiner Frage
Und ja, der 2. Weltkrieg ist für mich z.B. quasi genauso weit entfernt wie es das 18. oder 19. Jahrhundert war. Also ganz, ganz überspitzt gesagt.
Ich habe einen Teil meiner Großeltern in 24 Jahren vielleicht 10x gesehen oder so, und die meiste Zeit war ich dann noch viel jünger und da ist das Thema natürlich nie aufgekommen (und den Rest natürlich nie). Zumal wir auch noch ne kleine Sprachbarriere haben, meine Ma muss als Übersetzerin herhalten (Frankreich, also ich weiß, dass er es im Elsaß auf jeden Fall mitgekriegt hat, er hat auch einen deutschen Namen, und in seiner Zeit wurde das Elsaß ja mal deutsch, mal französisch, dann wieder deutsch, etc.). Außerdem hatten wir mit der leiblichen Mutter meiner Mutter schon genügend internes Familiendrama und wenn wir mal über solche Themen gesprochen haben, dann hat mich mehr das interessiert (vielleicht auch, weil's meine Mutter betroffen hat, zu der ich ja deutlich mehr Bindung habe, mein Opa ist für mich gefühlt immer noch ein Fremder
).
2. Weltkrieg, etc. wurde ja zu Genüge im Geschichtsunterricht durchgenommen (eigentlich gefühlt nur das Thema und dann vielleicht noch die DDR. Ich bin nicht so interessiert an so später Geschichte und dann hat's mich auch oft eher genervt, dass immer wieder dasselbe durchgekaut wurde. Nicht, weil's nicht wichtig ist, keineswegs! Frühere Geschichte interessiert mich einfach etwas mehr, vor allem einfach banalere Dinge wie zB "wie lebte man im alten Ägypten" oder im 17. Jahrhundert oder so, wie war das "einfache Volk", wie waren deren Häuser, wie haben sie Dinge gebaut, etc.? Nicht immer nur Krieg, Krieg, Krieg, Krieg.... aber von sowas wurde nie geredet.. Jahr für Jahr quasi dieselben Themen, vielleicht bin ich es auch deswegen so leid
) und vielleicht fehlt mir da diese Emotionalität, die ihr bedeutend mehr habt als ich, aber ich hätte jetzt nicht noch mehr Schrecken oder sonst irgendwas, wenn ich das alles aus Erster Hand erfahren würde, bin ja so schon sauer genug bzw kann es schnell werden.
Wobei, unsere Geschichtslehrerin war früher in der DDR und hat den Mauerfall miterlebt und alles und wenn sie da so davon erzählt hat, war es schon irgendwie ein wenig interessanter. Aber dass das bei den Kriegen ähnlich wär .. Bezweifle ich. Ich bin dem Thema einfach überdrüssig. Klingt jetzt viel viel mieser und vielleicht ein wenig respektlos als es gemeint ist.
Ich bin ja aber Misanthrop, finde Kriege einfach furchtbar und möchte nicht ständig wieder und wieder und wieder davon hören, weil mich das zu sehr frustriert und deprimiert. Eben weil's ja auch nicht vorbei ist, sondern munter in der ganzen Welt weiter Krieg geführt wird, auch wenn wir momentan Glück haben (aber wir sind halt auch Idioten, die dazu beitragen, dass die überhaupt Krieg führen können, weil wir munter Waffen verkaufen, weil bringt ja Kohle, da ist der Rest ja egal ![]()
Siehste, schon das bisschen macht mich wieder wütend und frustriert und ich ertrage das nicht ständig.. Ich mag nicht immer nur verbittert, frustriert und deprimiert sein, das kann's doch auch nicht sein..)
War schlimm, war böse, war grauenvoll, darf nicht mehr passieren, könnte aber wieder passieren, das hab ich schon alles mehr als verstanden. Dazu muss ich aber nicht weiter noch Dutzende Romane von Konzentrationslagern oder anderen grauenvollen Dingen lesen, die damals passiert sind, um mir dessen bewusst zu sein.
Deprimiere mich nur ungern selber. Vielleicht auch 'ne Art Selbstschutz. Ich mag aber lieber nettere Sachen lesen. Mein Leben ist so schon nicht mega einfach, wenn auch auf komplett andere Art, ich brauch da nicht noch zusätzlich Belastendes aus der Vergangenheit, die man leider eh nicht ändern kann. Verstehst du irgendwie ein wenig, wie ich das meine? Will nicht, dass das schon wieder mega egoistisch oder blöd rüberkommt ![]()
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