Ich weiß noch, dass Die Arbeit der Nacht von Thomas Glavinic hier mal hochgelobt wurde. Und kann wieder mal nicht zustimmen. 256 Seiten hab ich jetzt und es passiert eigentlich gar nichts. Er fährt durch die Gegend, ist absolut gesetzlos unterwegs, räumt um, guckt sich Unmengen von Videokassetten an, in denen genau nichts passiert.
Hier und da passiert mal ein Satz Interessantes, der Fragen aufwirft, nur um wieder durch Uninteressantes abgelöst zu werden, das irgendwie auch immer das Gleiche ist. Videos aufnehmen, Möbel von einem Haus ins andere bringen, hier und da unterstützt mit irgendwelchen kleinphilosophoschen Absätzen, die sich ebenfalls wiederholen. Er fühlt sich beobachtet, bemerkt kleine Veränderungen, nur um es direkt wieder als Einbildung abzutun. Thema erledigt. Und das dutzendfach immer wieder. Wenn ich nicht doch neugierig wäre, ob da noch irgendeine Art von Auflösung in der einzige halbwegs spannenden Sache kommt (die aber langsam schon wieder langweilig wird, weil es überhaupt keinen Fortschritt gibt), und ich nicht schon wieder ein Buch abbrechen will, würd ich es abbrechen. So wenig Inhalt auf so "vielen" (knapp 400 sind zwar nicht viel, wenn aber halt nicht wirklich was passiert, können auch 400 sehr lang sein
) Seiten gestreckt.
Schade, der Klappentext klang so gut. Noch dazu macht es sich der Schriftsteller literarisch wieder sehr einfach, indem Hauptsatz an Hauptsatz kurz aneinandergereiht sind. Pluspunkt für ihn, dass es irgendwie zur Stimmung passt und mich deshalb nicht ganz so stört wie bei Todesfrist. Aber nee, wieder mal ein hochgelobtes Buch, mit dem ich absolut nichts anfangen kann.
Und ich bezweifle, dass da noch was wirklich Interessantes auf den restlichen 140 Seiten kommt...
Vielleicht hör ich es doch auf, mal sehen.. Eine einzige Sache interessiert mich da, aber dafür noch 140 Seiten lesen und mit ziemlicher Sicherheit unbefriedigend zurückgelassen werden? ![]()