Grundsätzlich ja, auf jeden Fall! Wenn ich es richtig gesehen habe, spielt auch eine homoerotische Komponente mit, richtig? Ist das sehr wichtig und dominant? Und, Preisfrage: Ist es möglich, eine viktorianische Geschichte mit Frauenliebe ohne Kitsch zu schreiben? Das riecht nämlich förmlich danach.
Hmm, kommt aufs Buch an. "Tipping the Velvet" ist in erster Linie schon Liebes- und Entwicklungsroman. Ich finde das Buch dennoch sehr gut (man sollte aber nichts gegen Beschreibungen von gleichgeschlechtlichen sexuellen Begegnungen haben
, die kommen in dem Buch nämlich durchaus häufiger vor).
"Selinas Geister" und "Solange Du lügst" sind damit nicht vergleichbar. Da ist zwar auch Romantik drinnen, und ich finde, dass S. Waters es da sehr gut versteht, diese "attraction" so unterschwellig durchklingen zu lassen, ohne dabei auf die Kitsch-Ebene zu gehen. "Solange du lügst" ist in erster Linie ein meiner Meinung nach sehr gelungener und cleverer historischer Krimi/Roman. Ich mag den Plot mit seinen Twists echt gerne. Meiner Ansicht nach ist "Fingersmith" der stärkste Roman von S. Waters und vermutlich auch der, der dir am besten gefallen würde.