So, fertig mit "Under A Pole Star" :)
Hat mir insgesamt sehr gut gefallen....es geht darin ja auch um Polarexpeditionen, trotzdem ist es ganz anders als "Das Leuchten am Rande der Welt". Vom Erzählstil her ist es mehr "straightforward", da es nicht aus Tagebucheinträgen und Notizen besteht. Mir persönlich gefällt das ja besser, wenn es weniger fragmentarisch ist. Aber das ist reine Geschmackssache.
Den Schreibstil fand ich toll - es las sich sehr flüssig, klar, angenehm. Die Beschreibungen des Nordens waren wundervoll - vielleicht nicht ganz so poetisch wie Ivy, aber in meinen Augen schon auch sehr bildgewaltig, lebendig und atmosphärisch.
Mir gefiel auch, wie die handelnden Personen beschrieben und charakterisiert wurden. Es wurden nicht einfach lieblos Personen in die Handlung eingestreut, sondern dem Leser wurden auch die Nebenfiguren gut "vorgestellt" und sie waren auch wichtig für die Geschichte.
In dem Buch spielt die Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten durchaus eine große Rolle. Will man rein über Expeditionen lesen, ohne Gefühlswirrwarr, dann ist "Under A Pole Star" die falsche Wahl. Ich bin eigentlich kein Fan von Liebesgeschichten und viel Romantik, aber die Liebesgeschichte in dem Buch fand ich ganz gut erzählt - wobei mir der Fokus doch auch ein wenig zu sehr darauf lag, rückblickend betrachtet.
Trotzdem gab es auch sehr viel "Polarfeeling" in dem Buch und die Geschichte rund um die Expeditionen - die Organisation dieser, das Erforschen, die Bande und Rivalutäten, die Lebensweise der Inuit - war für nich sehr interessant zu lesen, ohne trocken oder belehrend rüberzukommen. Das Buch ist voll und ganz Roman, kein Sachbuch in disguise.
Die Hauptcharaktere, Flora und Jakob, mochte ich. Sie waren mMn sehr realistisch aks Menschen mit Stärken und Schwächen porträtiert, und gerade Floras Werdegang war sehr spannend beschrieben.
Ich werde auf jeden Fall auch noch "The Tenderness of Wolves" lesen :)