Beiträge von tinybutmighty

    Ich würde an deiner Stelle eher nach Hunden gucken, die auf Pflegestellen in Deutschland wohnen bzw. weiter im Inlandstierschutz suchen. Vor allem, da du den Hund zur Arbeit mitnehmen wirst, könnte ein Direktimport schwierig werden. Eine Eingewöhnungszeit von 3 Wochen reicht da nicht immer.

    Ich habe seit 6 Wochen eine Hündin aus dem Ausland. Sie kam direkt aus Ungarn zu mir. Die ersten Tage war sie mehr oder weniger in Schockstarre. Mittlerweile geht sie gern spazieren, sie fährt problemlos Öffis, orientiert sich sehr an mir und dem Ersthund und ist eigentlich eine echt taffe Maus.

    Aber manches ist mit ihr schon schwierig, zB ist eine Betreuung durch Dritte (Großeltern, Sitterin) zurzeit noch nicht möglich. Ebenso reagiert sie auf fremde Menschen, die ihr zu nahe kommen, sehr unsicher und bellt dann natürlich auch. Nach drei Wochen wäre sie noch nicht büro-tauglich gewesen, zumal sie nach wie vor nicht zu 100% stubenrein ist.
    Radfahrer, Mopedlärm und Co. machen ihr auch Angst, wobei sie schon tolle Fortschritte macht.

    Das mal so als Erfahrungsbericht ;)

    Der Yorkshire Terrier tat mir leid, denn auf ihre Bedürfnisse wurde nicht eingegangen. Sie wirkte auf mich teils sehr verunsichert und gestresst. Das sollte man als Hundehalter eigentlich sehen... Wieder mal der typische Kleinhund, der nicht ernst genommen und darum von der Umwelt als "hysterische unerzogene Fußhupe" wahrgenommen wird.

    Die Fila-Frau nervte mich da aber auch, mit ihren Aussagen von wegen "Knurren unterbinden" etc. Hätte sie mehr Ahnung von Hunden, dann hätte sie Jenny eher darauf hingewiesen, die Signale von Lilly doch mal ernst zu nehmen.

    Das Zusammenleben mit den Filas wäre mir persönlich zu unentspannt, aber ich hab halt auch kein Haus in Alleinlage mit Grundstück. Dennoch, selbst wenn - wäre eindeutig nicht mein Typ Hund.

    Ich fand den Umgang von der Züchterin mit ihren Hunden jetzt irgendwie auch nicht so prickelnd. Allein dieses ständige enge Halten am Halsband gefiel mir schon nicht.

    Heftig finde ich wirklich, wie sie reagierte als es zu dem Vorfall mit Linda gekommen war. Sie zeigte sich zunächst ja echt null einsichtig, entschuldigte sich nicht mal! Wenn sie ihre Hunde doch angeblich so gut einschätzen kann, hätte sie niemals erlauben sollen, dass es einen Kontakt von Jenny und Linda gibt. Da kann man echt nur den Kopf schütteln...

    Dazu fällt mir der Spruch einer Nachbarin von neulich ein. Die ist eigentlich total nett, aber auch etwas "prolo".

    Ich ging mit beiden Hunden Gassi und wir begegneten ihr.
    Sie:"Gehört die Zweite jetzt eigentlich auch dir?"
    Ich also bejaht.
    Sie versuchte dann Jasmin zu sich zu locken. Ich:"'Sie ist sehr ängstlich, da sie aus Ungarn kommt."
    Sie:""Aha, über die Grenze geschmuggelt oder wie?"
    Ich:"Nein, sie kommt aus dem Tierschutz."
    Sie:"Also, über die Grenze schmuggeln ist am besten, das kostet nix!"


    Und gerade eben auf der Morgenrunde trafen wir die Nachbarin mit dem Pekingesenmädel. Sie fragte, wie es uns gehe bis auf die Müdigkeit - war ja noch früh. Ich erwiderte dann, eh gut und dass wir heute wandern gehen.
    Sie:"Na, hoffentlich schaffen die zwei das!"
    Nun ja - Rex hat bei mir immerhin die letzten 3,5 Jahre überlebt :lol:
    Aber schon schade, diese Vorurteile gegenüber den Minis... Gerade wenn man selbst einen Kleinhund hat... Andererseits ist ein Pekingese unter Umständen natürlich wirklich nicht so fit...

    Ich saß mit den Hunden in der S-Bahn auf dem Weg in den Wald.
    Hinter mir auf dem Vierersitz, den ich natürlich nicht im Blick hatte, hörte ich die Stimme eines kleinen Jungen:"Mama! Die Frau hat einen kleinen Hund! Nein, sogar zwei! Ich will auch einen Hund!"
    Mutrer:"Weißt du, das geht nicht, der wäre ja arm in der Stadt. Wir haben ja auch keinen großen Garten wie XY. Und die müssen immer raus zum Pieseln."
    Kind:"Vielleicht können Sie ja aufs Menschenklo gehen?" :lol:
    Beim Aussteigen hätte ich am liebsten meine Köterchen lautstark bemitleidet, als wir an der Frau vorbeigingen. Meine armen gequälten Stadthunde :ugly:

    Ich lese gerade nach etlichen Jahren wieder "Sklavin" von Mende Nazer.
    Dieses Buch geht wirklich sehr unter die Haut. Es ist für mich ja nichts Neues, dass nach wie vor zahlreiche Menschen in Sklaverei und Unfreiheit leben, aber dieses Buch macht einem diese erschreckende Tatsache einfach viel stärker bewusst. Man sitzt beim Lesen einfach da und denkt, dass es das eigentlich nicht geben DARF. Es macht wirklich wütend und ist ein Buch über die schlimmsten Seiten der Menschheit.

    In dem Buch beschreibt Nazer auch ihre Beschneidung, als sie ein junges Mädchen war. Puh, das war wirklich harter Tobak und ich musste dann eine Lesepause einlegen, weil es so plastisch beschrieben war und diese Schmerzen... oh Gott, die müssen einfach unbeschreiblich sein. Da Frauen aus der Familie meines Vaters (er kommt aus Nigeria) laut meiner Mutter ebenfalls zumindest teilweise beschnitten sind, geht mir das vielleicht auch besonders nahe, ich finde es einfach wahnsinnig heftig.

    Ich finde das ja schrecklich, wenn auf der Webseite eines Dogwalkers schon steht "Wir gehen jeden Tag in unterschiedliche Hundezonen, wo die Hunde ausgiebig spielen können".hab ich jetzt über FB schon ein paar Mal gesehen bei Gassigehern in Wien und für mich ist das ein No-Go, dass ein Dogwalker meinen Hund in eine vielleicht noch überfüllte Hundezone lässt. Außerdem wirkt das auf mich immer so, als wolle sich die Betreuungsperson möglichst wenig Arbeit mit den Hunden machen.
    Ich selbst gehe mit meinen ja machmal durchaus in Hundezonen - aber ich kenne die Nasen halt und kann einschätzen, mit welchen Hunden sie kompatibel sind und wann ich keinesfalls reingehen kann.

    Meine Sitterin geht mit den Hunden viel im Wald spazieren =) Im Sommer fahren sie außerdem oft in ihren Garten. Verträglich müssen die Hunde halt schon sein, denn es ist halt Kleingruppenbetruung. Wobei fast alles regelmäßige Gäste sind sodass die Hunde sich untereinander gut kennen meist.

    Die meisten Hunde haben mit Fremdbetreuung bei einer liebevollen und kompetenten Person wirklich keine Probleme. Mein Rüde ist da das Paradebeispiel.

    Aber meine Jasmin zB ist durch ihre Ängstlichkeit deutlich schwieriger und die werde ich dann auch langsam an meine Sitterin und meine Großeltern als Betreuungspersonen gewöhnen. Aber sie hat halt auch ne ganz andere Vorgeschichte ala Rex.