Wer hat das behauptet?
Für mich ist Beides doof. Beim Pferd wird ja gerne ist krank, hat eine Gebärmutter gemacht oder schlechte Aufzucht, weil der kleine Augenstern dann halt alleine im Pensionsstall vegetiert.
Da finde ich Hundewelpen fast unkritischer.
In meinem Umfeld finde das alle Pferdebesitzer immer super, wenn Jemand meint aus seiner Stute ein Fohlen ziehen zu müssen. Da sagen alle nach dem Motto " oh, ist das schön." "Ja, das musst du unbedingt machen." " Das ist so eine tolle, ich würde das auch machen." usw.
Bei Hunden ist dann der Tenor eher "oh, wie kannst du nur. Das geht ja gar nicht." usw.
Lg
Sacco
Alles anzeigen
Ich habe ja damals auch aus meiner Stute ein Fohlen gezogen. Ich war allerdings erst auf die Idee gekommen, weil meine TÄin mich darauf brachte. Die Stute bekam durch eine Kolik Vorhofflimmern. Meine damalige RB erkannte die Kolik nicht, ritt die Stute 1,5 Std in allen 3 GGA im Gelände und wunderte sich noch warum sie so gar keinen Vorwärtsdrang hatte. Ich war eigentlich abends nur mal so am Stall, weil der Stall auf dem Weg zu meiner Freundin war. Als ich sah was los war, rief ich auch gleich den TA. Die Kolik hatten wir schnell im Griff, die behandelnde TÄin diagnostizierte jedoch beim Abhören das Vorhofflimmern, was sich leider am nächsten Tag durch ein EKG bestätigte. Die Stute kam zum erfolgreichen Entflimmern in die TiHo Hannover. Nach einem guten halben Jahr fing sie leider wieder an zu Flimmern, daraufhin brachte mich die TÄin auf die Idee mit dem Fohlen.
Ich rief daraufhin ihre Vorbesitzer an, die mit ihr gezüchtet hatten. Die Stute war eine eingetragene Zuchtstute, hatte schon 2 Fohlen ohne Komplikationen zur Welt gebracht und hatte, bis auf das Vorhhofflimmern keinerlei Vorerkrankungen.
Bzgl des Hengstes ließ ich mich vom Gestütsleiter in Spanbeck beraten, zeitgleich suchte und fand ich einen Stall in dem das Fohlen mit Gleichaltrigen aufwachsen konnte und wo es auch vernünftig große Abfohlboxen gab.
Nachdem das Fohlen komplikationslos und kerngesund zur Welt kam begann die erfolgreiche Suche nach einem vernünftigen Platz zur Hengstaufzucht.
Der " Kleine" wurde wegen einer schweren Kolik leider nur 21 Jahre alt. Bis dahin war er, bis auf kleinere Bagatellen, immer gesund.
Die Stute musste ich ich 3 Jahre nach der Diagnose wehen einer Lungenembolie einschläfern lassen.
Meiner Meinung nach machen sich die meisten Stutenbesitzer die unbedingt ein Fohlen haben wollen wenig Gedanken um das ganze Geschehen. Ich kenne nicht einen, der sein Fohlen in eine Hengst- oder Stutenaufzucht gestellt hat. Die Fohlen hatten schon Glück, wenn sie wenigstens einen Spielkameraden hatten. Genauso wenig war die Stute gesund, entweder Sehnenschäden, Arthrose, Fehlstellungen oder eine geschädigte Lunge waren die Gründe für das Fohlen. Genauso selten wurden die Stuten vernünftig tierärztlich betreut oder die Leute sind dazu bereit eine Webcam im Stall aufzustellen oder selber im Stall zu schlafen.
Ich selber mag im Allgemeinen immer gar nichts dazu sagen, wenn ich höre, dass irgendwo mal wieder so ein armer Wurm zur Welt kommen soll, weil ich ja schließlich auch ein Fohlen aus meiner Stute gezogen habe, aber ich verstehe jeden, der das nicht gut findet.