Beiträge von Flipflop85

    Hallo Leute, danke für eure ganzen Posts. Die lasse ich erstmal auf mich wirken.

    Keine Sorge, ich werfe dem Hund nicht nur einfach Futter hin und gut ist. Ich beschäftige mich mit ihm genauso wie mit meiner Hündin und ja, ich kuschel ihn auch. Aber er kommt mir halt vor wie ein Hund, den ich zur Pflege oder Ausbildung da habe.

    Was ich nicht ganz verstehe, ist die Kritik, dass ich mir Rasco ais rationalen Gründen geholt habe. Ich wollte immer einen Hund und habe über ein Jahr gesucht nach einem Hund, der zu uns passt. Tut mir leid, dass ich nicht zur Fraktion "Oh ich will ein Hundi, schau ich mal bei ebay und hole mir heute noch einen Welpen aus einer liebevollen Hobbyzucht, weil der ist soooo süß!" gehöre. Klar, ich bin jetzt nicht verliebt und himmele Rasco an (geht mit einem Welpen wohl auch viel leichter), aber immerhin kommen wir gut klar und ich bin zumindest insoweit mit mir versöhnt, dass ich sagen kann, ich hab mir viel Mühe gemacht. Super oder? Pinne mir einen Fleißpunkt in den Kalender....

    Die Barriere ist trotzdem definitiv von meiner Seite aus da. Ich schau einfach mal paar Wochen, wie es läuft mit uns und versuche mich da zu entspannen. Wobei, wenn man sich dauernd "entspann dich! Sei mal locker!" zu sich selbst sagt, ist das echt unentspannt ;) Kann ja sein, dass ich in paar Wochen oder Monaten drüber schmunzeln werde.

    Ich hab ihn mir angeschaut und war 4mal da. Ich saß lange mit den Besitzern zusammen und hab über ihn gesprochen, ich war allein mit ihm draußen, in der Stadt, auf der Hundewiese und mit meiner Hündin unterwegs. Und überall hat mir sein Verhalten sehr gefallen. Dazu ist er noch sehr hübsch gefleckt und hat eine gute Statur (bzw wird eine haben, wenn er erstmal abgespeckt hat). Alles an ihm hat mir gefallen. Und damit lag ich ja auch richtig. Ob ich mich jetzt 100% verliebe, darüber hab ich ehrlich gesagt nicht nachgedacht.

    Vielleicht hab ich ja zu rational entschieden, ohne auf mein Herz zu hören? Ich hab mich mal Hals über Kopf in einen Hund aus dem Tierheim verliebt, da hat aber gar nichts gestimmt. Vielleicht hätte ich ja die nehmen sollen?

    Ich mach mir nie darüber Gedanken, ob und wie sehr ich meine Tiere liebe. Mit manchen habe ich eine tiefere Beziehung als mit anderen. Hab ich mal ein Tier, dann bin ich dafür verantwortlich, dann bleibt es auch bei mir.

    Ich weiß nicht, irgendwie ist das schade. Klar ist man für seine Tiere verantwortlich, ich komm vom Bauernhof und habe da auch Verantwortung mittragen müssen für Tiere, die mir nicht am Herzen liegen. Immerhin macht man das auf einem Bauernhof so und verdient seinen Lebensunterhalt damit. Aber man möchte doch nicht viel Geld und den Großteil seiner Freizeit über Jahre in ein Tier stecken, das einem irgendwie nichts gibt. Immerhin bin ich nicht der einzige Mensch auf der Welt, der einem Hund ein gutes Zuhause geben kann, wo er ausgelastet und allgemein physisch befriedigt wird.

    Aber ich mochte ihn immer und habe nie etwas in Richtung "Welpenblues" gehabt. Eigentlich kam es mir bei Grisu sogar normaler vor so :lol: . Es hat sich immer in Ordnung angefühlt, dass er da war und heute ist das Gefühl nicht weniger innig und tief, wie bei Lucy.

    Genau. Es hat sich immer in Ordnung für dich angefühlt. Für mich fühlt es sich aktuell, obwohl ich nicht überfordert mit der Haltung und Pflege bin, nicht in Ordnung an. Eine super tiefe und romantische Beziehung erwarte ich wirklich nicht. Nur ein bisschen Sympathie, und nicht mal die kann ich aufbringen.

    Ich glaube, mein ärgstes Problem ist, dass ich einfach nicht genau benennen kann, was mich denn überhaupt stört.
    Mehr putzen? Nö, sauge eh jeden Tag und wische jeden dritten.
    Mehr Kosten? Klar, geht aber, find ich. Sooo viel mehr ist das nun auch nicht.
    Anstrengend? Ist halt die Anfangszeit, da klappt natürlich nicht alles super und gerade die Nächte sind hart, aber überanstrengt fühle ich mich mit diesem easy going Hund nicht.
    Die Haptik? Stinkt weniger und verliert weniger Haare als meine Dicke durch das kurze Stockhaar.
    Der Charakter? Anhänglich, lieb, bisschen sehr stur, verfressen, dampfwalzartig, verträglich mit allem und jedem. Wollte ich doch haben, besser geht's nicht.

    So, alles wunderbar. Wieso nur schau ich mir dann den Hund an und denke mir "Na ist nett. Lieber Hund. Und nun geh auf deinen Platz und lass mich in Frieden."

    Genau, wir lassen die Zeit für uns arbeiten. Aber allzu lang werde ich nicht warten, hab mir jetzt ein Maximum von 2-3 Monaten gesetzt. Ich hab für mich beschlossen, dass der Hund das so nicht verdient und ich außerdem kein Tier haben möchte, das ich wirklich nur "toleriere". Dann ist es wohl sinnvoller ein nettes liebendes Herrchen mit Sachverstand für Rasco zu suchen. Und das möchte ich nicht erst in vielen Monaten oder Jahren, wenn er sich 100% an mich gebunden hat. Dann wäre das Thema Zweithund mit dieser "Niederlage" für mich komplett abgeschlossen.

    Hallo Leute,
    Danke für die ganzen Antworten. Klar warten wir noch ab, machen was allein zusammen und ich werde versuchen mir bewusst Zeit zu nehmen. Der arme Hund ist ja auch noch gar nicht richtig er selbst, bei den 4 Kennenlerntreffen war er ganz anders drauf. Ist ja irgendwo klar und wird wohl noch eine Weile dauern.

    Ich muss mir halt nut überlegen, ob ich die nächsten 10 Jahre so viel Geld und Zeit in ein Tier investieren möchte, wenn da nicht irgendwelche größeren Sympathien herrschen. Ich glaube nämlich, das werde ich nicht können bzw wollen. Der Rasco kommt wahrscheinlich überall gut klar. Er ist so ein netter Hund und es gibt ja zum Glück viele liebe Menschen mit Hundeverstand, die ihm ein noch besseres Zuhause bieten könnten und ihn dazu gern haben.

    Aber nun ist er eben da und ich mache das beste draus. Immerhin bin ich verantwortlich für ihn und nach Auseinanderbrechen seiner bisherigen Welt die einzige Bezugsperson.

    Ich hoffe echt, dass das nur der berühmte Babyblues ist. Ich hab mich lange drauf vorbereitet, gefreut, bin extra umgezogen, hab ewig gesucht und nun diese Leere und fehlende Empathie. Klar, es liegt an mir, nicht am Hund.

    Nochmal ich,

    So abwegig finde ich den Gedanken von RedPaula nicht. Genau das geht mir ja durch den Kopf, wenn ich daran denke, dass er lieber in ein Zuhause kommen sollte, wo man ihn vom ganzen Herzen lieb hat.
    Ich habe auch das Gefühl, dass er auf jeden Fall checkt, dass er nicht "meins" ist, und um mich wirbt, sich noch enger an mich schließen will.

    Hallo @anfängerinAlina

    Ich habe mir den Hund mit Hinblick auf eine Sportart geholt, deswegen war mir auch wichtig, dass er gesundheitlich ok ist. Wir fangen damit aber noch lange nicht an, erstmal soll er sich an den Alltag mit uns gewöhnen und hier richtig ankommen.

    Außerdem stehen da noch andere Baustellen an, die aber alle nicht so arg sind: Alleinebleiben üben, nicht aufs Sofa oder Tisch, Leinenführigkeit und derlei Kleinigkeiten, eigentlich nichts dramatisches.

    Danke euch allen. Ich schlafe mal eine Nacht oder mehr drüber und schaue, wie sich die Lage ändert. Im Kopf habe ich allerdings schon eine Deadline. Manchmal wollen Kopf und Herz nicht zusammen gehen. Ich hoffe sehr, dass ich anfangen kann ein bisschen Sympathie für ihn zu empfinden.

    Hallo @frolleinvomamt
    Danke dir. Aber ich hab ihn ehrlich gesagt nicht aus Mitleid oder aus der Not heraus genommen. Den Exbesitzern tut es sehr leid, dass sie ihren Hund abgeben müssen, sie hätten aber noch ein bisschen auf den "Richtigen" gewartet. Ich kam nur zufällig zum Hund und dann stimmte für mich halt sehr viel.

    Ich versuche die beiden nicht zu vergleichen. Das fällt mir ehrlich gesagt auch nicht schwer, sie sind äußerst unterschiedlich in Aussehen und Charakter. Mir ist auch irgendwo klar, dass Rasco nicht so eng mit mir sein kann wie Emma. Das verlange ich gar nicht. Aber ein bisschen Empathie braucht man schon, oder?

    Vielleicht hab ich auch zu hohe Erwartungen gehabt. Jahrelang war da dieser Wunsch, nun hat sich alles besser und schneller erfüllt als gedacht. Vielleicht ist das die Leere, die ich spüre.

    Danke für eure schnellen Antworten.

    Ich bin selbst sehr hin und her gerissen. Einerseits denke ich wie ihr - er ist neu, ich bin ihm neu, ich kann ihn nicht mit meiner Emma vergleichen (die ist wirklich meine tierische Seelenverwandte). Ich sollte uns beiden Zeit lassen.

    So, und was ist, wenn da nichts mehr kommt? Ich habe aus rationalen Gründen entschieden ihn zu nehmen (Pro und Contra abwägen usw) und war ja schon etwas verliebt, das ist aber schon nach einem Tag weg gewesen. Was ist, wenn er sich so stark an mich bindet, nachdem er seine Familie schon einmal verloren hat, und ich erst nach vielen Wochen oder Monaten eingestehe, dass er halt "nur" dabei ist (und ich ihn eigentlich gar nicht "brauche"). Dann muss sich der arme Tropf schon wieder von seiner Bezugsperson trennen. Ist es da nicht sinnvoller einen sauberen Cut zu machen und ihm ein Herrchen zu suchen, dass ihn genauso gut behandelt wie ich, aber das ihn einfach über alles lieb hab?

    Ich weiß halt auch nicht, was ich gegen ihn habe. Teilweise nervt er mich, weil er so lieb und anhänglich ist. Mensch, ist das ein schlimmer Hund. Ich habe ein schlechtes Gewissen und habe das Gefühl ihn gar nicht zu verdienen.

    Hallo Foris,

    Ich habe mich hier angemeldet, um euren Rat einzuholen. Ich bin alleinstehend, habe einen 8jährigen Hund (DSH) vom Welpenalter an und habe mir nun einen zweiten Hund mit 6 Jahren aus einer Privatabgabe (quasi Scheidungskind) dazu geholt.

    Ich hatte schon mehrere Jahre den großen Wunsch nach einem zweiten Hund. Ich habe mich lange informiert, viel nach dem Hund gesucht, nun passen die Lebensumstände und der Zweithund ist vor 3 Wochen eingezogen, den ich immer wollte.

    Es ist ein Rüde, Mischling, mittelgroß, unglaublich toll und lieb. Ich habe nur wenige Baustellen mit ihm, er versteht sich super mit der Ersthündin. Er hat einen tollen Charakter, ist recht unkompliziert, putzmunter und entspannt hier zusehends. Eigentlich habe ich wirklich ü-ber-haupt nichts zu meckern.

    Nur eine Sache, die wurmt mich: Ich kann überhaupt keine Bindung zu ihm aufbauen. Ja, er ist lieb und toll und ich mag ihn irgendwo, nur sind da sonst keine Gefühle für diesen so liebenswerten Hund. Er ist halt da.
    Diese Bedenken fressen sich in mich hinein. Wieso mag ihn jeder, nur ich nicht? Ich bin doch verantwortlich für ihn.

    Um ein paar Vorurteile vorweg auszuräumen: Mit dem Hund an sich bin ich nicht überfordert. Klar, das Händeln soll gelernt sein, aber es fällt mir nicht schwer mit den Zweien. Ich fühle mich im Prinzip nicht überfordert oder der Aufgabe gewachsen. Der Rüde orientiert sich gut an mir und kommt oft schmusen, ich kann beide gut auslasten. Der Hund hat eigentlich ein schönes Leben bei mir.

    Nur ein gutes Zuhause reicht doch nicht, oder? Der Hund braucht doch einen, der in lieb hat. Ich überlege ernsthaft, wenn sich die Gefühle für den Hund nicht ändern, für ihn ein anderes Zuhause zu suchen, wo dieser tolle Hund geliebt wird.

    Ich bin wirklich verwirrt ob meiner Gefühle für den Hund. Erst wollte ich einen, hab mich schlau gelesen, ewig gesucht - und nun empfinde ich rein gar nichts für ihn. Was soll ich tun? Was würdet ihr an meiner Stelle tun?