Hi,
ich entstaube hier mal.
Die Idee dieses Threads ist eigentlich gut. Es fehlt allerdings der "rote Faden".....also ein umfassendes Management im Umgang mit futtersensiblen Hunden. Ich meine damit, fundierte und praxisnahe Lösungsansätze auf die Frage, warum manche Hunde nahezu alles fressen können und andere nicht....ohne ernsthaft krank zu sein.
Das "Rad" eines Hundes mit einem empfindlichen und stressanfälligen Verdauungssystem muss tatsächlich ständig neu erfunden werden. Es passt in kein Schema und in kein Muster. Ein ewiges Wettrüsten gegen Durchfall, Erbrechen oder Sodbrennen. Es gibt kaum eindeutige Diagnosen, nur Wahrscheinlichkeiten und Vermutungen. Selten ein "so ist es" und noch seltener ein "so bleibt es".
Phänomen Sensibler Darm.
Auslöser liegen oftmals in der Herkunft/Vergangenheit des Hundes (geschwächtes Imunsystem), Stress, Pseudo-Unverträglichkeiten durch eine falsche Futtermenge bzw. zusammensetzung. Selten sind Allergien auf ein bestimmtes Nahrungsmittel die Ursache.
Ausschlussdiäten greifen da nicht. Ebenso wenig wie alle bekannten Ernährungssysteme.
Einfach nur genervt auf Fertignahrung zu verweisen, halte ich persönlich für keine gute Idee. Konservierungsstoffe und zugesetzte Antioxidationsmittel können den ohnehin empfindlichen Darm schädigen und das "behütete" Immunsystem massiv stören.
Oder der Hund hat Sodbrennen und kotzt regelmäßig? Da gibts ein wenig Heilerde und gut ist. Ist es aber nicht. Langfristig gesehen nehmen die Probleme eher zu.
Mein Ansatz wäre tatsächlich ein "anderer".....nämlich durch eine gezielte ganzheitliche Ernährungsstrategie Magen und Darm zu beruhigen, Selbstheilungskr äfte zu aktivieren und "frisch" ( und das heißt mit möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln) ausgewogen zu ernähren. Keine ernährungsphysiologischen Exzesse.
Alles andere wäre nur "Flickschusterei".....finde ich
Ein roter Faden wäre in der Tat schön, man könnte strukturell überlegen an welchen Parametern es tatsächlich liegt, dass die Verdauung des Hundes funktioniert oder eben nicht. Diese Parameter kann man vielleicht im Laufe der Zeit an vielen Beobachtungen fest machen, und dann Gesetzmäßigkeiten erkennen, vielleicht kann das aber auch gar nicht klappen, weil unsere Vierbeiner genetisch so verschieden sind, dass es einfach keine allgemeingültigen Dinge gibt.
Bei unserem Hund kann man eine Entwicklung zum guten hin erkennen, wobei ich den damaligen Zustand , wo wir ihn bekamen, und den heutigen Zustand mal näher beschreiben möchte.
Als wir ihn aus dem Tierheim holten, war er ziemlich gestresst, er schlief sehr wenig, war unruhig und liess sich wenig auf uns ein. Er hatte eine Gardieninfektion überstanden, aber massive Ohrprobleme trotz bester medizinischer Versorgung. Die Beine juckten häufig. Zu fressen gabs, was im TH da war,also verschiedene Futtersorten.
Bei uns hatte er dann zunächst häufig Durchfall und Pupserei. Einmal Bachwasser getrunken, Durchfall Futterverweigerung. Einmal Pipi aufgeleckt, Durchfall Futterverweigerung. Pferdeapfel 2 Tage Futterverweigerung.
Wurmtablette 3 Tage Futterverweigerung usw. Dabei immer wieder Bauchgluckern und alles mögliche. Morgendliches Erbrechen von gelblichem Schleim hatten wir auch sehr oft. Und Grasfressen wie eine Kuh.
Heute: Der Hund ist mittlerweile völlig gelassen, und schläft auch mal 16 Stunden am Tag. Er bekommt einige wenige Futtersorten, von denen wir genau wissen, dass er nicht drauf reagiert. Durchfall gibts nicht mehr, Erbrechen auch nicht. Wenig bis gar kein Bauchgluckern. Und das wirklich interessante: Bachwasser, Pferdeäpfel, manchmal sogar Mist wird aufgenommen, ohne dass dies zu irgend welchen negativen Konsequenzen führt. Keine Fressensverweigerung kein Durchfall kein Erbrechen.
Für ihn haben sich also einige Parameter zum besseren hin verschoben und dies hat schöne Konsequenzen.
Bachwasser ist Bachwasser da ändert sich nichts dran. Bei Pfereäpfeln auch. Was ist es also, was den Unterschied ausmacht.
Ist es möglicherweise die Bakterienbesiedelung im Verdauungstrakt des Hundes, die in einem nicht gereizten Darm so gesund und vielfältig ist, dass pathogene Keime einfach mal mit verdaut werden?
Ich halte dies zumindest für einen Arbeitsansatz.
Möhren beispielsweise sollen antibakteriell wirken, und werden bei DF häufig gegeben. Dabei scheinen die pathogenen Keime mehr zu leiden als die normale Darmflora.
Und in diesem Bereich können dann möglicherweise Antioxidantien aus Futtermitteln oder andere Stoffe ( seien es Beschichtungen von Dosen) o.ä eine Rolle spielen. Unsere Katze beispielsweise frass Nassfutter nur aus Alubeuteln, Dosenfutter ging nicht gut.
Dann wären wir wirklich in dem Bereich wo man möglichst naturbelassenen Dingen den Vorzug geben müsste.
Die Hauptmahlzeit abends kochen wir für Sino tatsächlich selbst. Mittags gibts ein Nafu von Exclusion gemischt mit einemTrofu von Bosch bzw. Wolfsblut. Die Abwechslung sollte reichen.
Die Fragestellung für futtersensible Hunde wäre demnach vielleicht auch ob man über die tägliche Gabe von Naturjoghurt ein besseres bakterielles Klima im Darm schaffen könnte, was positive Auswirkungen hat.
Nach der Gabe von AB'sollte man dies ja ohnehin eine zeitlang machen. Und nach einem Befall mit Giardien soll im Darm ja auch einiges durcheinander sein.
LG
Mikkki