Hi,
Nahrungsbedingte Allergien / Folgewirkungen beim Hund
Audrey II forderte hier zu recht mal eine allumfassende Systematik nahrungsbedingter allergischer Vorgänge beim Hund zu entwickeln, ich hab das bislang gescheut, nicht nur weildas viel Arbeit ist, sondern weil mir dies aufgrund fehlender wissenschaftlicher Erkenntnisse zu den Entstehungsfaktoren systematisch nicht möglich schien.
Da diese Abhandlung jedoch keinen wissenschaftlichen Standards entsprechen muss,sondern sich lediglich damit beschäftigen soll, wie man praktisch Allergien vorbeugen kann, wie man Allergien und Folgewirkungen überhaupt erkennen und im Anschluss mildernkann, ist zumindest eine molekulare Aufarbeitung der Prozesse unnötig.
Was ist überhaupt eine Allergie?
Leichte Antwort:Eine überschießende Immunreaktion des erworbenen Abwehrsystems, auf einen vermeintlichen Krankheitserreger.
Schauen wir uns das Immunsystem kurz an.
Es gibt automatische, angeborene Abwehrreaktionen, die z.B. Haut und Schleimhäute ermöglichen. Krankheitserreger werden am Eindringen gehindert, und z.B. bei Verletzungen unspezifisch abgewehrt. Dabei helfen dann z.B. auch weisse Blutkörperchen.
Die massgeschneiderte, sprich erworbene Abwehrerkennt Krankheitserreger, mit welchen sie schon mal zu tun hatte, und bekämpft diese schnell und effizient. Manchesmalreicht es wenn man ein einziges Mal eine Erkrankung, hervorgerufen durch diesen Erreger, überstehen muss und man kann sich drauf verlassen ein Leben lang diese Krankheit nicht mehr zu bekommen. Man ist immun.
Nun sind krankmachende Erreger ja keine Seltenheit. Oftmals muss das Immunsystem relativ schnell entscheiden, ob eingedrungene Viren/ Bakterien/ sonstige Stoffe gefährlich sind oder nicht. Dauert die Immunreaktion zu lange, kann es für den Körper schon zu spät sein. Das Immunsystem muss also ständig ganz aktuell reagieren und die richtigen Entscheidungen treffen. Und bei einer auftretenden Allergie hat es die falsche Entscheidung dahingehend getroffen, dass ein an und für sich harmloser Stoff als potentielle Gefahr eingestuft wird und deshalb bekämpft wird. Und das mit fatalen Folgen, da das Immunsystem nur schwer davon zu überzeugen ist, tatsächlich falsch zu liegen.
Welche Möglichkeiten sind denn bisher bekannt, die allergiebegünstigend wirken können?
Schon da schwimmt die Wissenschaft. Sicherlich kann man da einige Chemikalien nennen,
Manche vermuten auch, dass ein brachliegendes Teil des Immunsystems ( welches sich der Abwehr von Würmern widmensoll) einfach überhitzt.
Andere denken, dass ein Zuwenig an krankmachenden Keimen eine Ursache sein kann, genetische Schwachstellen, allein positiv bekannt ist letztlich wenig.
Die spannende Frage also bleibt, was man denn nun selbst tun kann, damit dass Immunsystem des Hundes keine allergieauslösenden Fehler begeht? Dies ist absolut diskussionsbedürftig und ich hab da sicherlich keine Meinungshoheit.
Ich würde sagen, dass sich Fehler des Immunsystems insbesondere dann einschleichen können, wenn es ohnehin unter Druckund Anspannung steht.Dies dürfte besonders dann der Fall sein,wenn die schützende Darmschleimhaut geschädigt ist, oder sich im Darm entzündliche Vorgänge abspielen. Durch die Schädigungen gibt es Kontakte von Stoffenzum Darm, die eigentlich nicht vorgesehen sind und reizen können. Nähmen wir anan der entsprechenden Darmpassage kommen Eiweissbausteine an, die dann zufälligerweise Kontakt zu einem Entzündungsherd haben. Durch die Vorschädigung regiert das Immunsystem schnell und besonders sensibel und schon istdas Eiweissbausteinchen im Gedächtnis des Immunsystems, mit einer Kaskade fataler Entwicklungen im Schlepptau.
Meine Folgerung daraus wäre, für einen möglichst gesunden Darm beim Hund, gerade beim jungen Hund zu sorgen. Das Immunsystem muss noch üben, und gleichwohl schnell entscheiden. Ein älterer Hund kann daher rein statistisch gesehen wohl besser mit Krankheitserregern/potentiellen Allergenen umgehen, als ein ganz junger.
Ich würde also dazu tendieren,ein gutes Alleinfuttermittel,das vertragen wird, nicht oft zu wechseln,nur weil man dem Hund etwas gutes will. Eine gewisse bekannte Routine ist für den Magen-Darmtrakt nicht so überraschend wie ein völlig anders konzipiertes Futter. Leckerchen in Form von Eiweissbomben würd ich gar nicht geben, ein Futter sollte möglichst keine bis wenige Konservierungsstoffe, Farbstoffe und sonstige Chemie enthalten.
Erst nach der Pubertät des Hundes würd ichetwas mehr Vielfalt einführen, nicht vorher.
Was passiert denn, wenn ein Hund mehrmals mit einem Allergen in Kontakt kommt.
Akut allergisches Geschehen –reversible Folgen
Das Immunsystem glaubt einen vermeintlichen Angriff eines Krankkheitserregers abwehren zu müssen , spezielle Zellen bilden u.a auch Histamine aus, um eine Abwehr in Gang zu bringen.
Kommt es zu dauerhaften Kontakten mit dem Allergen, schiessen sich einige Zellen auch regelrecht auf das Allergen ein, der normale Stoffwechsel wird gestört, auch der Fettstoffwechsel. Bestandteile des Fetts, welches in der Haut benötigt wird, fehlen, die Haut wird empfindlicher gegen Bakterien, Pilze. Juckreiz kann entstehen, und durch das Kratzen ist ein weiteres Eindringen von Bakterien möglich.
Der Ohrenschmalz verändert sich, auch im Ohr ist Bakterien und Pilzbefall als Folge der Allergie möglich.
Die Pfoten des Hundes jucken, er leckt ständig, bis Pfoten möglicherweise wund und rot werden.
Der Hund hat Durchfall.Möglicherweise ändert sich die Perestaltik des Darms um das Allergen schneller loszuwerden.
Kann man in dieser Phase das Allergen identifizieren und einen weiteren Kontakt zum Tier unterbinden, sind keine dauerhaften Schäden zu befürchten.
Im weiteren Verlauf dieser ersten Phase kommt es zunehmend zu Unverträglichkeiten ( nicht Allergien!!) bei anderen Lebensmitteln. Ist ein Hund beispielsweise gegen Rind allergisch, verträgt er möglicherweise zunehmend auch andere Eiweisse nicht mehr gut , er reagiert mit Durchfall. Ich vermute, die gestörte Perestaltik provoziert unvollkommene Verdauungsvorgänge, wobeidas Tier möglicherweise auf Pferdefleisch dann anders regiert, als auf Pute.
Dies erschwert eine Diagnose, welches Allergen nun besteht, erheblich. Ohne Allergie gegen Rind würde möglicherweise Pferd und Pute gut vertragen.
Einige Hunde können so schlecht verdauen, dass sie enorme Mengen Fressen brauchen, und die Hinterlassenschaften entsprechend riesig sind, ohne dass das Tier das Futter gut verwerten könnte.
Chronisch allergisches Geschehen- noch reversible Folgen
Dauern die Kontakte zu Allergenen allzu langean,stellt sich der Körper des Hundes auch organisch darauf ein, dies kann zu weiteren entzündlichen Vorgängen auch im Darm führen, die Schädigungen nehmen zu, die Unverträglichkeiten ebenso, die Haut kann bereits starke Schäden haben,Ohrenzündungen tendieren dazu chronisch zuwerden.
Konnte man das Allergen identifizieren, eine Ausschlussdiät ohne das Allergen einbringen, und der Hund reagierttrotzdem noch mit Durchfällen und braucht sehr viel Futter, würde ich von einem nicht reversiblen chronischen Krankheitsbild sprechen, wenn dieser Zustand länger als ein halbes Jahr andauert.
Hier ist sicherlich nicht alles richtig, einiges diskussionsbedürftig,sicherlich fehlen Dinge und sind erweiterungsbedürftig. Gerne alles hier rein.
Meine Motivation dabei: Ich kenne persönlich viele Hundehalter, darunter viele durchaus intelligente Menschen. Sie haben zum Teil keinen blassen Schimmer, was zu tun ist,wenn der Hund sich anfängt zu kratzen und ähnliches mehr. Es fehlt jegliches systematisches Angehen, welches nei allergischen Geschehen unabdingbar ist. Auch hier im DF stelle ich immer wiieder ein völliges Unwissen fest.
Wenn man schon mal ein paar Symptome und Begleiterscheinungen und überhaupt Begriffe kennt, kann man viel genauer beobachten und ggf. auch dem Arzt berichten.
All dies kann hilfreich sein.
Meinem Hund geht’s übrigens immer noch gut. Fortsetzung folgt, es sei denn es hat hier wirklich niemand Bock drauf. Kann ich mir aber nicht vorstellen.
LG
Mikkki