Beiträge von Czarek

    Wenn die lege artis nun beim Haustier aber so steigt, dass es auf Humanniveau ist, wird es eben auch extrem teuer.

    Mein Tierarzt beispielsweise gibt fürs Röntgen eine Spritze. Da wird nicht aufwändig beatmet, das dauert 10min. Natürlich könnte der Hund da auch krepieren. Die Wahrscheinlichkeit ist nur recht gering bei so einer leichten kurzen Narkose bei einem fitten jungen Hund.

    Zähne genauso, die werden gereinigt und gezogen, was faul aussieht. Möchte ich ein Dentalröntgen, muss ich in die Tierklinik. Die haben das Dentalröntgengerät überhaupt da. Die haben auch eine Onkologin und einen Augenfacharzt und und und. Mit einer simplen Augenentzündung muss ich aber mit dem Hund nicht zum Fachspezialisten. Da reicht es, wenn der normale Hausarzt einmal prüft, ob eine Hornhautverletzung vorhanden ist, und dann gibt er mir antibiotische Augentropfen mit. Anders wiederum sieht es aus, wenn ich eine EVCO Augenuntersuchung haben will. Da muss ich ja zu einem Arzt, der das machen darf.

    Am Ende kann man für jeden Hund individuell entscheiden, was für ihn nötig ist und was er braucht. Meinen jungen fitten unempfindlichen Rüden lasse ich anders behandeln als mein herzkrankes altes Ömchen oder meine bei Narkose etwas heikle Hündin.

    Außerdem bin ich neben der finanziellen Seite auch ein großer Fan vom Können verschiedener Ärzte. Meinen rustikalen Haustierarzt, der extrem viel Zucht macht, ziehe ich trotz der vielleicht nicht ganz so krassen Ausstattung der Klinik immer vor. Ich glaube, der könnte mit Augenbinde und mit Arm auf dem Rücken besser Kaiserschnitte operieren als jede top ausgestattete Praxis mit jungen unerfahrenen Ärzten. Weil er die Erfahrung und das Können hat. Dafür hat er bei anderen Bereichen kaum Berührungspunkte. Da schaue ich eben auch nicht aufs Geld, sondern gucke, wer mir am besten schnell helfen kann.

    Manchmal ist so ein Besuch beim teuren Facharzt dann auch trotzdem günstiger, als wenn ich x mal zum günstigen Dorftierarzt um die Ecke fahre, der an irgendwas herumdoktort, ohne die Ursache abzustellen und der jedes Mal nur ein neues Mittelchen verschreibt.

    Naja man kann die Tierarztkosten schon niedriger halten. Ich sehe da den Anspruch vieler Tierbesitzer, dass sie eben alles wie in der Humanmedizin haben wollen. Der Hund bekommt eine rundum Versorgung, Blutbilder, wird ins CT geschoben, selbst Kastration und Zahnsanierung wird komplett mit Inhalationsnarkose gemacht, mit Anästhesisten usw. Hunde, die Krebs haben, bekommen sogar Chemos, Prothesen, Orthesen, gelähmte Hunde bekommen Wägelchen, Schmerztherapien durch Spritzen, teilweise gibt es sehr komplexe OPs an unseren Haustieren, die gar nicht mal so super genesungsversprechend sind.

    Das will ich gar nicht bewerten, ich mache es mit meinen Hunden ja genauso. Und ich renne auch bei unklaren Wehwehchen zum Tierarzt und lasse meinen alten Hund auch im hohen Alter noch operieren, gebe Dauerschmerzmittel, rennt 4 wöchentlich zur Hundephysio, bekommt Unterwasserlaufbandtherapie usw. Ebenso wie ich als Züchter und Deckrüdenbesitzer wirklich jede vorgeschriebene und nicht vorgeschriebene Untersuchung hab machen lassen und auch meinen Käufern anrate, dass ein Sporthund geröntgt gehört, selbst wenn er keine Zuchtambitionen hat.

    Aber Fakt ist, das kostet. Und wer diesen ganzen "Luxus" haben möchte, der muss dafür eben auch tief in die Tasche greifen. Es wird sich wahrscheinlich in Zukunft fast jeder Mensch öfter überlegen, ob die ganz große Diagnostiktour sich rentiert oder ob Schmerzmittel reichen. Ob der uralte Hund nicht doch einfach durch seine Schmerzen früher eingeschläfert wird. Ob der Hund, der humpelt und sonst ganz normal sein Leben lebt, nicht einfach ab und zu weiter humpelt. Ob ein verkrebster Hund mit Tablettenchemo noch einige Wochen länger lebt oder nicht usw.

    Ich finde, das ist auch einfach ein Ding in Deutschland, weil die allermeisten Menschen hier gesetzlich versichert sind und meinen, dass mit ihrem Krankenkassenbeitrag alles abgegolten ist. Man sieht ja nie eine Rechnung. Dass das beim Hund genauso sein müsste, auch mit Vollversicherung.

    Die wenigsten hier sind privat versichert und müssen glatt mal eine 5stellige Summe vorstrecken. Oder streiten sich mit der Beihilfe, weil die sich weigert die 50% der Rechnung zu zahlen, auf denen man sitzen bleibt obwohl man doch vollversichert ist. Oder sie sehen, wie viel Geld es kostet für 3min ins MRT geschoben zu werden, weil die Rechnung erstmal nach Hause geht.

    Wir waren jetzt beim Tierarzt, Progesterontest per Blut und Abstrich bei der Hündin, Spermiogramm und Abstrich beim Rüden. Waren 175Euro für alles zusammen. Fand ich sehr human.

    Bei dem Tierarzt vorher hab ich nur für Progesterontest mit ph Verfärbung 110Euro bezahlt. Da bin ich auch vom Glauben abgefallen. So ein Test kostet 50 Cent und dann gab es da auch nur die Aussage "joa, also so langsam geht's von Grün nach Blau, könnten los". Da hab ich mich maßlos geärgert, weil diese Behandlung das Geld echt nicht wert gewesen ist. Da hätte ich drauf verzichten können und bin beim nächsten Mal auch nicht wieder hin.

    Ich habe vor längerer Zeit diese wasserdichte Decke gekauft:

    https://www.zooplus.de/shop/hunde/hun…riant=1391968.0

    Gedacht war sie fürs gemeinsame Rumlungern auf nassem Gras. Aber als Elvis jetzt seine Blasenentzündung hatte, habe ich seine Flocke damit eingeschlagen. Da er zusätzlich zu kritischen Zeiten noch eine Windel trug, hat die Decke sich aber nicht beweisen müssen.

    Sie ist finde ich ganz schön, ein Mü steifer als normale Decken und - Fleece eben - ein Haarmagnet. (Zooplus hat auch eine beigefarbene wasserdichte Decke, die passt vieleicht gut zu Bettis Fellfarbe).

    Toi toi toi euch aber, dass das nur eine einmalige Sache war.

    Bei 30 Grad waschbar steht da. Sorry alles mit Ausscheidungen geht in Kochwäsche, sonst mufft es irgendwann.

    Wir benutzen die ganz leicht auf Tapetenspuren und Schmarren, wenn entweder die Hunde Dreck an die weiße Tapete geschüttelt haben oder beim Treppenaufgang der Koffer gegen die Wand geratscht ist. Oder Fliegenschiss auf der Tapete. Alles, was man sonst mit normalem Schwamm und bisschen Putzwasser nicht weg bekommt.

    So sieht der Flur wieder ein bisschen frischer aus und ich jammere nicht ständig, dass wir wieder streichen mu2, weil ich Streichen hasse.