Mal vorweg: Ein absolut legendärer Nachsuchenhund in unserer Ecke, von dem bis heute noch alle schwärmen, war ein Dobermann. Also lass dich mit deinen Hütehunden erstmal nicht abschrecken. 
Zu deiner letzten Frage: Regelmäßig nicht. Frieda (Cocker Spaniel) geht von Ende September bis Mitte Januar als Stöberhund auf Hochwilddrückjagden mit mir durch, hauptsächlich auf Rot- und Rehwild, Schwarzwild nur theoretisch (da dreht sich die Rollenverteilung Jäger/Gejagter immer etwas um, wenn du verstehst, was ich meine
). Die Intensität wechselt. Dieses Jahr waren es 14 Jagden. Für den Rest des Jahres ist sie normaler Haushund und das klappt auch gut.
Nachsuche haben wir auch schon gemacht, was mich auch immer sehr interessiert hat. Ist mir aber in der Praxis zu heiß, wenn der Schütze was von einem Reh erzählt und man am Ende einem angeschweißten Keiler gegenüber steht. Kommt halt immer auf die Reviere an. Bei uns ist sehr viel Rotwild (Nordeifel) und ich kann aus leidlicher Erfahrung sagen, dass mir nichts so dermaßen den Allerwertesten auf Grundeis gehen lässt wie ein verletzter Hirsch (oder einer, der einfach grundsätzlich auf Krawall gebürstet ist). Das Gefühl, wenn der im Gebüsch auf einen zukommt, kann man schlecht beschreiben. Es ist auf jeden Fall richtig mies. Nachsuche würde ich nur noch mit einem Hund machen, der genau weiß, was er tut, wo er dran gehen und zupacken muss und wo nicht. Meine ist kein solcher Hund.
Was für mich den Reiz ausmacht mit Hund zu jagen: Das Gefühl ist einfach toll. Plötzlich haben wir beide exakt das gleiche Ziel und gehen beide zusammen unseren allerniedrigsten Instinkten nach. Das ist nicht mehr nur Hund und Halter, das sind Partner. So empfinde ich das. Und das merkt man auch bei den anderen. Wenn am Ende der Jagd einer von den Hunden in der Hütte auf den Tisch klettert, um sich einen Spekulatius aus der Schüssel zu fischen, wird das von allen so akzeptiert. Es sind dann eben nicht mehr nur Haustiere.
Was die Jagdform angeht: Ich bin keine Freundin der klassischen Treibjagden (Viel hilft viel: Viele Treiber, viele Hunde, viel Krach, hochflüchtiges Wild, nervöse Schützen, schlechte Schüsse und am Ende arme Viecher, die z. B. ohne Unterkiefer herum laufen). Ich gehe auf Ansitzdrückjagden. Da sitzen die Schützen erhöht (besserer Kugelfang, weil Schusslinie nach unten), es gibt nur wenige Treiber und nur wenige kleine, langsame Hunde. Man brüllt auch nicht rum und die Schützen sitzen überall im Treiben, also nicht außenrum, folglich traut sich da auch keiner, einfach drauf zu halten, weil überall Treiber sein können. Dann bringt man das Wild langsam in Bewegung und geschossen wird nur, wenn das Wild stehen bleibt (Ausnahme Schwarzwild). Durchgeher schießen wenn überhaupt nur in Notwehrsituationen. So hat man bessere Schüsse, weniger Nachsuchen und weniger Tierleid. Mit einem kurz jagenden Hund macht das als Durchgeher einfach nur Spaß - vor allem wenn man mal sieht, wie der Hund so völlig in seiner Rolle aufgeht.
Wann ist endlich wieder Herbst?!

Für die Prüfung drücke ich dir die Daumen. 