Beiträge von Sus.scrofa

    Interessante Vorgehensweise. Ich glaube nicht, dass sich Intelligenz daran messen lässt, wie schnell ein Hund ein Kommando lernt und in wieviel Prozent der Fälle er gehorcht. Im Gegenteil.

    Mein Cocker Spaniel lernt einen einfachen Befehl in der Regel nach einer Wiederholung. Z. B. ging sie automatisch bei Fuß, wenn Jogger kommen, weil ich das einmal von ihr gefordert hatte. Seit ich sie einmal davon abhalten musste, weil sie dreckig war, springt sie nur noch mit Erlaubnis auf's Bett usw. Tabus werden ab dem ersten Mal sofort akzeptiert und eingehalten. Ich halte diesen Hund für den dümmsten, den ich je hatte. Klingt brutal, ist aber so. Ich hab sie ja trotzdem lieb. Ich würde mir sogar jedes Mal wieder den dümmsten Welpen aussuchen, weil's einfach viel umkomplizierter ist.

    Mein letzter Hund war ne Intelligenzbestie und hat mich in der Erziehung bald in den Wahnsinn getrieben. Tabus mussten zigmal hinterfragt werden, ob ich mir denn wirklich wirklich sicher sei, dass man dieses oder jenes nicht tun darf. Gleiches galt für Kommandos.

    Wären Hunde Roboter, könnte man das sicherlich so messen, wie die Psychologen das machen. Aber beim Hund glaube ich nicht, dass man das Lernen von Befehlen und das Gehorchen einfach 1 zu 1 auf die Intelligenz übertragen kann. Das würde man bei menschen schließlich auch nicht tun, oder? Wenn man Hunden jegliche andere Motivation und Charakterzüge abspricht, kann man das Ignorieren eines Befehls natürlich als Dummheit auslegen.

    Der Labbi gestern war ja krass. Ich hab ja schon viel gehört, dass die wirklich alles fressen, aber Nägel?! :shocked: Und wenn die Story so stimmt, wie die Besitzerin erzählt hat, dass die Nägel runter gefallen sind und er in den paar Sekunden schon 9 gefressen hatte, kann man mit dem Viech doch gar nicht ohne Maulkorb raus gehen? Krass.

    Die Bulldogge tat mir leid. Ich fand das wieder extrem heftig: Schon mehrfach wegen kaputtem Rücken operiert, jetzt wegen nem bösartigen Tumor da, erhöhtes Narkoserisiko, weil züchterische Fehlkonstruktion und ganz nebenher konnte man Frauchen kaum noch verstehen, als der Hund ins Mikrofon geröchelt hat, was aber als normal durchgeht.

    Abgesehen davon, dass ich viele Erziehungsmethoden gerade bei den alten "traditionsbewussten" Jägern nicht gut heißen kann, hab ich hier doch etwas mit den Ohren geschlackert:

    Es wurde ja bereits vor einiger Zeit in einem anderen Strang erwähnt, dass auch hier im Forum Fotos von Hunden zu sehen sind, die ein Tele tragen. Erkennt nur scheinbar kaum jemand oder es äußert sich niemand dazu. Ich kann es zugegeben nicht verstehen, wie man mit Tieren so umgehen kann, und bin auch ganz froh darum.

    Echt jetzt? Mir nie aufgefallen, vielleicht gucke ich nicht oft genug in die Pfoto-Threads. Von meiner gibt's hier wohl Fotos mit Ortungsgerät (kleiner oranger Kasten mit langer Antenne). Ich hoffe, dass die nicht gemeint sind. Das Dingen sagt mir nur wo der Hund ist und verteilt garantiert keine Stromschläge!

    Haste recht @DandeDT10, hätt ich erklären sollen: Bei uns in der Ecke gibt's keine Niederwildjagden. Der Unterschied Drückjagd/Treibjagd besteht hier hauptsächlich im Verhalten der Jäger/Treiber. Und ja, in Belgien ist die klassische Treibjagd ein wildes Spektakel mit viel Gebrüll, und Getröte, teilweise werden sogar Knaller geworfen. Und die Schützen stehen außen rum und schießen nach außen. Was das Draufhalten und den Kugelfang angeht: Sagen wir mal, wo in Belgien noch die klassische Treibjagd stattfindet, möchte ich nicht außen stehen und das mit dem Kugelfang ausprobieren. Und auf Wild in vollem Karacho ohne vorherige Altersansprache wird definitiv geschossen. Glücklicherweise wandert diese Jagdform langsam aber sicher auf ein Verbot zu.

    Ich hab jetzt gar nicht drüber nachgedacht, dass das in Deutschland eigentlich so definiert ist, dass Treibjagd auf Niederwild und Drückjagd auf Hochwild ist. Wenn man hier davon redet, meint man was anderes. Mein Fehler.

    Hm, ich habe mit Paulas Erziehung keine große Mühe gehabt.
    Ich habe 3 Setter getroffen, die schon älter waren, die eine sogar schon 14 Jahre alt.

    Entschuldige! Ich wollte hier auch nicht den Teufel an die Wand malen und dir Angst machen! Setter gelten ja eigentlich als gesunde Rasse. Und als meine noch lebten hörte ich auch oft Stories von Hunden, die so alt geworden sein sollen. Hier läuft sogar auch ein sehr alter (wohl nicht ganz reinrassiger) herum. Das ist eben nur mein persönliches Pech. Das wollte ich kein drittes Mal herausfordern.

    Ich hab bei meinem Cocker auch ein Montagsexemplar erwischt. Nach allem, was ich von denen so höre, dürfte die gar nicht so unkompliziert und brav sein, wie sie ist. Man muss halt auch mal Glück haben. :D (Dafür kommt sie aus der absoluten Epilepsie-Linie :verzweifelt: Ich spechte nicht auf einen alten Hund, ich will nur möglichst wenig Zeit mit Ausbildung verplempern.)

    Yesterday is history. Today is a gift. Tomorrow is mystery... ;)

    Mal vorweg: Ein absolut legendärer Nachsuchenhund in unserer Ecke, von dem bis heute noch alle schwärmen, war ein Dobermann. Also lass dich mit deinen Hütehunden erstmal nicht abschrecken. :gut:

    Zu deiner letzten Frage: Regelmäßig nicht. Frieda (Cocker Spaniel) geht von Ende September bis Mitte Januar als Stöberhund auf Hochwilddrückjagden mit mir durch, hauptsächlich auf Rot- und Rehwild, Schwarzwild nur theoretisch (da dreht sich die Rollenverteilung Jäger/Gejagter immer etwas um, wenn du verstehst, was ich meine :pfeif: ). Die Intensität wechselt. Dieses Jahr waren es 14 Jagden. Für den Rest des Jahres ist sie normaler Haushund und das klappt auch gut.

    Nachsuche haben wir auch schon gemacht, was mich auch immer sehr interessiert hat. Ist mir aber in der Praxis zu heiß, wenn der Schütze was von einem Reh erzählt und man am Ende einem angeschweißten Keiler gegenüber steht. Kommt halt immer auf die Reviere an. Bei uns ist sehr viel Rotwild (Nordeifel) und ich kann aus leidlicher Erfahrung sagen, dass mir nichts so dermaßen den Allerwertesten auf Grundeis gehen lässt wie ein verletzter Hirsch (oder einer, der einfach grundsätzlich auf Krawall gebürstet ist). Das Gefühl, wenn der im Gebüsch auf einen zukommt, kann man schlecht beschreiben. Es ist auf jeden Fall richtig mies. Nachsuche würde ich nur noch mit einem Hund machen, der genau weiß, was er tut, wo er dran gehen und zupacken muss und wo nicht. Meine ist kein solcher Hund.

    Was für mich den Reiz ausmacht mit Hund zu jagen: Das Gefühl ist einfach toll. Plötzlich haben wir beide exakt das gleiche Ziel und gehen beide zusammen unseren allerniedrigsten Instinkten nach. Das ist nicht mehr nur Hund und Halter, das sind Partner. So empfinde ich das. Und das merkt man auch bei den anderen. Wenn am Ende der Jagd einer von den Hunden in der Hütte auf den Tisch klettert, um sich einen Spekulatius aus der Schüssel zu fischen, wird das von allen so akzeptiert. Es sind dann eben nicht mehr nur Haustiere.

    Was die Jagdform angeht: Ich bin keine Freundin der klassischen Treibjagden (Viel hilft viel: Viele Treiber, viele Hunde, viel Krach, hochflüchtiges Wild, nervöse Schützen, schlechte Schüsse und am Ende arme Viecher, die z. B. ohne Unterkiefer herum laufen). Ich gehe auf Ansitzdrückjagden. Da sitzen die Schützen erhöht (besserer Kugelfang, weil Schusslinie nach unten), es gibt nur wenige Treiber und nur wenige kleine, langsame Hunde. Man brüllt auch nicht rum und die Schützen sitzen überall im Treiben, also nicht außenrum, folglich traut sich da auch keiner, einfach drauf zu halten, weil überall Treiber sein können. Dann bringt man das Wild langsam in Bewegung und geschossen wird nur, wenn das Wild stehen bleibt (Ausnahme Schwarzwild). Durchgeher schießen wenn überhaupt nur in Notwehrsituationen. So hat man bessere Schüsse, weniger Nachsuchen und weniger Tierleid. Mit einem kurz jagenden Hund macht das als Durchgeher einfach nur Spaß - vor allem wenn man mal sieht, wie der Hund so völlig in seiner Rolle aufgeht.

    Wann ist endlich wieder Herbst?! :motzen: :D

    Für die Prüfung drücke ich dir die Daumen. :gut:

    Da @Stachelschnecke mich hier getagged hatte:

    Ja, ich hatte zwei Irish Setter Hündinnen, die beide nach ca 2 Jahren intensiver Ausbildung auch vollkommen unkompliziert im Wald waren. Ich habe aber auch wirklich 2 Jahre intensiv nur gearbeitet, also Radiustraining, Impulskontrolle, Vorstehen etc. auf JEDEM Spaziergang. Eine Hündin brauchte zudem so dringend eine Aufgabe, dass ich sie auf`s Plastikflaschensammeln abgerichtet hatte. Diese Hündin war wirklich schwierig und hat mich im Junghundealter fast in den Wahnsinn getrieben. Die erste war unkomplizierter, wäre aber auch in den ersten zwei Jahren hinter Wild gnadenlos her gegangen. Beide Hunde kamen aus Formzucht.

    Ich hatte viele Setter im Bekanntenkreis und hatte auch viel Kontakt zu Züchtern. Ich kannte Setter (Irish Red und Gordon), die waren nach einmal Hetzen so jeck, dass die die so genannte "Raseritis" bekamen. Die rannten nur noch herum. Einer ist sogar an einer Glastür gestorben. Und die Züchter beschwerten sich häufiger, dass die Leute mit dem Jagdtrieb nicht zurecht kämen.

    Ich halte Setter für geniale, sensible Hunde, wenn sie einmal fertig ausgebildet sind. Dafür sollte man sehr genau wissen, worauf es bei der Rasse ankommt. Aber der Weg da hin kann trotzdem sehr lang und anstrengend sein. Bei mir kam noch dazu, dass sie mit 5/6 Jahren ohne jeglichen außerplanmäßigen TA-Besuch plötzlich gleich totkrank waren (Hunde aus komplett unterschiedlichen Linien). Ähnliches ist einem Ehepaar im Bekanntenkreis mit 2 Englischen Settern passiert. Die sind jetzt beim dritten. Ich wollte mein Glück nicht noch mal versuchen. Es gibt Rassen, in die man weniger stressige Ausbildungszeit investieren muss. Wenn der Hund morgen tot ist, möchte ich behaupten können, von der gemeinsamen Zeit möglichst viel ganz entspannt verbracht zu haben. Es sind die besten (und übrigens auch schönsten :herzen1: ) Hunde der Welt, aber ich möchte keinen mehr - nicht für Geld und gute Worte.

    Genau steht drin, dass die Hunde nach drei Stunden Gassi nach Nachschlag fragen, bzw. weiter beschäftigt werden wollen. Ich mache aber an normalen Tagen nix weiter. Auch keine geistige Förderung. Die haben immer alle nach dem Gassi gepennt. Deswegen habe ich mich halt gefragt, ob ich bisher einfach extremes Glück hatte. Aber nachdem das die meisten ja ähnlich machen, bin ich beruhigt.

    Hier auch. Setter wie Spaniel pennen im Haus eigentlich durchgängig. Der einzige Unterschied war, dass die Setter nach einem Tag gar nicht laufen die Tapete von den Wänden geschält hätten. Den Spaniel nervt das eher, dass Frauchen bei jedem Wetter raus muss. Die würde auch problemlos eine ganze Woche ohne Spazieren auskommen und sich dabei ordentlich rund fressen. Meine ist eher ein Ziviliisationshund. Nach längeren Touren wird sie zum Schluss immer schneller und wartet dann am Auto, dass wir endlich wieder ins Warme können. Wir laufen täglich so ca. 1.30h bis 2h meist ohne Beschäftigung, bzw. Frauchen denkt so vor sich hin und Frieda ist mit Schnüffeln ausreichend beschäftigt.

    Ich kenne übrigens massig Jagdhunde im Dienst die abseits der Jagd wirklich nur mal die ein oder andere Runde um den Block laufen...