Also ich finde die Ressourcenverteidigung bei meinem Cocker zumindest deutlich stärker ausgeprägt als bei meinen Settern. Auch bei der Züchterin fiel das schon auf, dass die Welpen nicht gern gemeinsam mit Sachen spielten, sondern immer nur einer sich was nahm und die anderen, die dann dran wollten, was auf die Mütze kriegten. Der Cocker meiner Mutter ist wohl auch so gewesen.
Zu Hause ist das kein Problem - mir gegenüber würde sie das niemals tun. Ich kann ihr alles problemlos weg nehmen. Aber ich musste mich stark an die zwei Gesichter meines Hundes gewöhnen. Die ist eigentlich ein netter Kuschelhase, bis jemand an ihr oder mein Zeug geht. Dabei bin ich Ressource Nummer Eins, danach kommen meine Sachen, die irgendwo liegen oder stehen (Rucksack, Kamera, Auto etc.) und dann Futter, Spielsachen, selbst gegrabene Löcher usw. Anfangs hatte ich echt Mühe, da schnell genug hinterher zu kommen. Z.B. setz ich mich bei einer Jagd auf eine Bank und urplötzlich flippt mein Hund aus und stürzt sich wie eine Furie auf den Hund vom Förster, weil der es wagte, an der Bank vorbei zu gehen, die Frauchen gerade Kraft ihres Gesäßes als die unsere auserwählt hat. Da muss man als Halter auch erstmal drauf kommen, sowas vorherzusehen, wenn man vorher nur Hunde hatte, die da völlig locker drauf waren.
Dabei unterscheidet sie zwischen kleineren und eher devoten Hunden (die werden richtig übel von jetzt auf gleich angegangen, wenn ich nicht aufpassen würde) und größeren und/oder selbstbewussteren Hunden. Bei denen geht sie weg. Das sieht dann so aus, dass wenn sie mit dem Nachbarshund sehr intensiv spielt und die Nachbarin ein Spielzeug wirft, das beide Hunde haben wollen, das Spiel sofort beendet ist, weil Frieda sich zurück zieht, weil sie mit dem Konzept "Wir spielen beide damit." überhaupt nichts anfangen kann.
Die Züchterin und meine Mutter sagten beide, das wäre cockertypisch. Meine Stichprobe ist klein, aber wie gesagt, deutlicher als beim Setter ist es auf jeden Fall. Von denen kannte ich das gar nicht.