Beiträge von DiemitdenAussies

    Wenn alle Stricke reissen, mache einen Notfallplan:
    - Eltern anrufen (tag und nach)
    - Tierarzt (tag und nacht)
    - Die Möglichkeit in eine Klinik zu fahren (tag und nacht)
    - Wer fährt dich und Hund (tag und nacht)
    Wo fahrt ihr hin ( tag und nacht)

    Der Plan steht soweit. Ich habe meine Mutter natürlich auf diese Sorge angesprochen. Sie hat selbst ein ganz schlechtes Gefühl, wegzufahren. Aber sie raucht auch mal Abstand und Ruhe...
    Zum Glück haben wir einen tollen Tierarzt, der auch zu mir nach Hause käme, wenn es brennt. Dann mein Bruder, der sicherlich helfen und mitfahren würde...oder eben mein Freund, wenn er da ist. Alleine wäre ich nicht, das stimmt. Gut, dass du mich daran erinnerst. Das vergesse ich manchmal in meiner ganzen Sorge.

    Die Idee hatte ich auch schon. Das war aber leider keine Lösung. Wenn man sie begrenzt, jault sie, läuft gegen die Begrenzung, macht unter sich und läuft da dann zig mal durch. Sie läuft ja ohne Ziel, ohne zu schauen. Sie läuft einfach...ganz abwesend und monoton immer die gleichen Wege.
    Die Ärztin meinte, dass sie durch das Laufen Stress abbaut und wir ihr das unbedingt erlauben sollen...

    Danke @Liv. Das hilft mir sehr. Und ich hoffe wirklich, dass ich nichts allein entscheiden muss und dabei vielleicht doch einen Fehler mache.

    ich hänge eben auch sehr an ihr. ich habe sie ja fast sechs Jahre geführt. Der erste Hund, den ich selbst ausgebildet habe, Begleithundeprüfung, dann Sport. Sie war für mich immer DER ideale Hund. So verlässlich, so eigen, so loyal. Umso mehr tut es weh, dass all das weg ist.

    Natürlich habe ich große Angst davor, aber ich bin eben anders als meine Mutter. ich trage die Verantwortung für sie irgendwo mit. Sie war lange Zeit mein Hund. ich kann es nicht einfach so abgeben. Trotzdem muss ich meine Mutter berücksichtigen, die eben ganz anders ist als ich. Weniger abgeklärt, was den Tod betrifft. Ich bin eher rational, denke, dass sie ein schönes Leben hatte und es nicht verdient hat als Schatten ihrer selbst gegen Schränke zu knallen, nicht zu wissen wo sie ist, wer wir sind und was das Leben noch von ihr will...

    Was sagt denn der Tierarzt dazu? Vielleicht ist es leichter für deine Mutter, wenn er als Arzt auch zu dieser Option tendiert?

    Der Tierarzt rät leider zu nichts. Er sagt, dass sie keine Schmerzen hat und das Verhalten klar auf Demenz zurückzuführen ist.
    Bald habe ich Luna zwei Wochen, wenn meine Eltern im Urlaub sind und davor habe ich Angst. Ich hoffe sie hält wenigstens so lange durch, bis sie wieder da sind. Ich will das nicht entscheiden müssen, wenn es ihr tatsächlich plötzlich sehr sehr schlecht geht...

    Wir tun ja jetzt schon alles für sie und machen es ihr so leicht wie möglich. Es gibt aber ja nie einen Hoffnungsschimmer. Es wird von Tag zu Tag schlimmer. Seit Wochen schläft meine Mutter nicht mehr richtig, weil sie mit Luna nachts wach bleibt. Zum einen, weil sie Angst hat, dass sie sich verletzen könnte und zu anderen, weil sie sie dann nachts sehr oft raus lässt. Luna geht raus, dreht eine Rund eim Garten und macht danach in die Wohnung.

    Wie verwirrend und bedrohlich muss es für einen Hund sein, wenn er allen Halt verliert, alles was mal vertraut und geliebt war und er keine Bezugspersonen mehr hat? Das finde ich genau so schlimm wie Atemnot und Schmerzen

    Genau das ist es, was mich daran quält. Meine Mutter redet sich die Situation irgendwie schön. ich kann es verstehen. Sie hat nach dem Tod unserer Joy schon sehr gelitten und hat Angst davor, Luna gehen zu lassen. Ich bin da etwas abgeklärter, habe mich innerlich schon verabschiedet und ich befürchte, dass meine Mutter es rauszögert, bis es gar nicht mehr geht und sie wirklich leidet.

    @Gammur: Danke für Deine Worte. Ich werde mal versuchen, mit meiner Mutter zu reden und ihr das zu erklären. Der letzte Sommer. Es wird definitiv ihr letzter sein. ich weiß nämlich nicht, wie weit das noch gehen kann...

    @Liv: Auch dir danke für Deine Worte. Für mich ist es einfach schwer. Ich wäre so weit, sie gehen zu lassen. Auf so ein Wunder würden wir beide hoffen - meine Mutter und ich.