Also wenn es nur aufs ruhige Führen hinauslaufen soll und sie gerade dort Probleme hat, würde ich wirklich erstmal nur das üben. Dann kann sie auch auf dem Platz besser Ruhe halten.
Zur Belohnung: Wenn dein Hund in hoher Erregnungslage oder in einer Trainingssituation nicht angefasst werden möchte (so eine hab ich auch hier sitzen), kannst du sie auch mit einem tollen Leckerli oder mit einem ruhigen verbalen Lob belohnen. Allerdings würde ich keine Belohnung wählen, bei der der Hund hochdreht. Sie soll ja das Pferd mit Ruhe und entspanntem Laufen verbinden und nicht in hoher Erregungslage immer aufs Zergeln warten und sich dadurch im worst case noch hochpushen. Es kann aber helfen, ihr zum Stressabbau eine Beiswurst zwischen die Zähne zu stecken, die sie dann tragen und kauen darf. Das müsstest du ausprobieren.
Hihi. Ja ich weiß wie das ist. Der Große war ja auch nicht einfach die ersten vier Jahre etwa. Ich bin froh, dass er jetzt so ein Lämmlein ist und ich mich auf den kleinen Atompilz konzentieren kann..."Blitzi" ist schon der richtige Kosename für sie.
Also aussehen sollte es wie folgt: Du leitest erstmal ganz normal den Vorsitz ein. Hund sitzt vor. alles gut. Dann machst du einen Schritt zu Seite und der Hund soll SOFORT mitkommen und wieder in den Vorsitz kommen.
Wichtig ist hier (das habe ich selbst bitter feststellen müssen ), dass der Hund die Vorsitzposition gut verinnerlicht hat und weiß, wo er hingehört. Ist das der Fall (wie bei meinem Rüden), hat man mit der überhaupt keine Schwierigkeiten damit. Mit dem musste ich das gar nicht üben. Der macht das einfach, weil der Vorsitz sehr gut und zuverlässig sitzt. Bliss ist im Vorsitz noch etwas unsicher und bei ihr habe ich das Problem, dass sie bei der Übung gerne mal schief sitzt oder direkt eindrehen möchte (sie denkt ja immer, sie wüsste, was als nächstes kommt ) . Ich muss sehr stark mit den Armen ausholen und Rudern, um sie gerade zu ziehen. Das ist etwas mühsam. Ich werde erstmal wieder die Vorsitzposition aus allen erdenklichen Richtungen festigen (erst von vorne, dann etwas seitlich, dann ganz von ddr Seite, dann mit dem Rücken zu ihr) und denke, dass das Problem damit wie von selbst gelöst sein wird.
@physioclaudi: Ja...das ist meine süße Asiperle Bliss . Wenn du sie klaust und sie mir nach einer Weile problemfrei wiederbringst, drücke ich ein Auge zu . Ansonsten behalte ich sie doch lieber .
Jetzt weiß ich aber nicht, wie ich am cleversten da weiter üben soll? Immer mal wieder mitnehmen zum Führen?
Ja genauso würde ich es machen und ich würde ziemlich klar kommunizieren, dass ihr Verhalten von dir so absolut nicht gewünscht ist. Ruhiges Verhalten am Pferd immer super duper loben. Zeig ihr auch, wie sie sich stattdessen verhalten soll. Zum Beispiel indem du ein neues Kommando gibts (zB "Seite), wo sie dich dann nicht überholen darf und erstmal IMMER zwischen Pferd und Hund laufen. Klappt das irgendwann, kannst du es auch beide nebeneinander laufen lassen. Ich würde das tatsächlich sehr langsam aufbauen. Erstmal immer nur ein paar Schritte. Ruhig loben. Dann Pause und vielleicht dann einfach ruhiges Schmusen mit ihr. Das Zergeln würde ich in diesem Zusammenhang eher lassen. Das würde ich so oft machen, wie es geht, damit das Routine bekommt. Ich kenne viele Aussies, die genau dieses Problem am Pferd haben. Die sind erstmal überfordert und unsicher und meinen, sie müssten die Situation irgendwie in die Hand nehmen. ist für die Rasse recht typisch. Das Vorpreschen und in die Nase gehen gehört auch zum typischen Hüterepertoire des Aussies.
Endlich wieder ein guter Tag! Wir haben das herrliche Wetter genutzt und haben einen tollen Spaziergang gemacht. Alle Hunde dabei. Auch Grete hat uns mit meiner Mutter begleitet.
Direkt aus dem Auto raus...erste Hundebegegnung. Ich schon so: Bliss war noch leicht angespannt von der Vorfreude (sobald die ins Auto steigt, ist die ja happy) und deshalb bin ich einen leichten Bogen gelaufen. Das hat prima funktioniert. Bliss ließ sich ins "Ran" rufen, hat Blickkontakt gehalten und Leckerchen kassiert. Dann wenig später die erste frontale Hundebegegnung an der Leine seit Wochen, die ruhig und ansprechbar verlaufen ist. Erst beim Abstand von etwa 5 Metern wurde Bliss leicht nervös und hat etwas gemeckert, ist dann aber doch ruhig vorbei und war auch wenige Sekunden später wieder entspannt. Das war schon echt klasse. Wenig später: Dritte Hundebegegnung im Freilauf. Bliss war super höflich, obwohl der Hund eine ziemlich wilde Wutz war und sie recht laut spielerisch angerempelt hat. Man merkte schon, dass der Hund nicht Bliss' Ding war (sie mag keine distanzlosen Hunde) , aber sie war richtig toll abrufbar und hat sich von der Rüpeline nicht beirren lassen. Die nächste Hundesichtung fand nur von Weitem statt. Und sie hat sich den fremden Hund tatsächlich einfach nur ganz in Ruhe angesehen. Ohne Janken, ohne Bellen, ohne Spannung. Ich konnte sie dabei ablegen und sie blieb ruhig. Puhhh .
Ich hatte solche Sorge, dass dieser letzte Doofspaziergang, den wir hatten, uns irgendwas kaputt gemacht hat. Aber es geht wieder voran. Und ein bisschen schimmerte meine alte, gelassene Bliss wieder durch.
Danach ging es erstmal zur Oma. Kaffeetrinken. Da hat Bliss dann auch ein Plätzchen haben dürfen. Hat sie sich wirklich verdient.
@Streichelmonster meinst du das ist bei Bliss eine allgemeine Unsicherheitsphase oder es hängt wirklich mit Grete zsm? Weil sie der Meinung ist, für sie Verantwortung zu tragen evtl.? Du schreibst ja immer wieder mal, dass sie in der Erzieherrolle so aufgeht. Möglicherweise überfordert sie das ja doch ein bisschen, sie ist ja auch noch jung.
Ja das vermute ich auch. Sie hat sie ja auch ziemlich bemuttert, als Grete neu war. Ich versuche da auch zu intervenieren und allzu starkes Gluckengetue zu unterbrechen, aber da die Spitzin nun langsam älter wird, lässt das langsam von selbst nach. Komisch ist halt daran, dass Bliss auch so unsicher und kratzig ist, wenn Grete nicht dabei ist. Hormonchaos kann ich mir da durchaus auch vorstellen und hoffe echt, dass der Spuk vorbei ist, wenn Grete älter ist und Bliss im Januar läufig wird.
Stinmt. Ich erkenne sie da auch kaum wieder. Dieses Verhalten hat sie früher nur bei Hunden gezeigt, mit denen sie schlechte Erfahrungen gemacht hat. Dass sie bei allen Fremdhunden jetzt so nervös ist, kam ziemlich aus dem Nichts und hat sich verstärkt, als Grete einzog.
Hier gibt es nur eine handvoll Hunde, die ich nicht weiträumig umgehe. Die meisten sind in irgendeiner Form ungemütlich, einige darunter würde ich als gefährlich für Fremdhunde einstufen. Darunter besagter DSH von heute, eine weiße schäferhündin und ein Huskyrüde für meinen Rüden. Offlinekontakte sind hier eher unspektakulär, aber sehr selten. Meine Hunde wollen mit anderen nicht spielen und es geht rasch weiter. Aber eben nur bei dieser handvoll Hunde, die ich kenne und einschätzen kann. Die meisten Hunde sind hier angeleint unterwegs (viele Huskys und Jagdhunde) und eben...ungemütlich. Ich denke, dass das vor allem daran liegt, dass man hier oft stundenlang läuft, ohne überhaupt einen Hund zu treffen, wenn man nicht gerade immer zu den Stoßzeiten losläuft. Hier ist halt jeder Hundekontakt irgendwie immer ein "Happening" für die Hunde und nix alltäglich-normales. Das ist vielleicht der Nachteil, auf dem Land zu wohnen. Mir passt das eigentlich ganz gut. Ich brauche keine "ich liebe jeden"-Hunde. Mir reicht es völlig, wenn man sich ohne Theater und Aufregung aus dem Weg gehen kann. Ich hoffe nur, dass Bliss bald wieder etwas sicherer wird. Mir geht dieses panische Hochdrehen, dass sie seit etwa 1 1/2 Monaten zeigt, nämlich wirklich stark an die Nerven.