Beiträge von sara

    Hm, also das mit dem Leinenruck würde ich mal eher lassen.

    Das Problem bei der Strafe ist vor allem das Timing. Der Hund kann die Strafe nur mit seinem Fehlverhalten verknüpfen, wenn sie eben in dieser Sekunde erfolgt. Ansonsten reagiert er nur auf Deine scharfe Stimme, den Ruck etc, er merkt ja, das Frauchen wegen irgendwas böse ist - zum Lernerfolg trägt dies aber nichts bei.
    Gleiches gilt für das Ignorieren auf dem Nachhauseweg. Auch wenn's schwer fällt und man tierisch sauer auf die Fellnase ist (ich kenn das :D), man muss sich zusammenreißen. Der Hund lernt durch so eine "späte" Strafe nichts. Im Gegenteil: Du als Hundeführer wirkst unberechenbar, es besteht die Gefahr von Fehlverknüpfungen und unerwünschtem Meideverhalten.

    Ich mache es immer so, dass ich dem Hund, wenn er nach einer Extra-Runde im Wald sich wieder zu mir bequemt, ein Kommando gebe, das er sicher ausführt und ich ihn dann dafür wieder belohnen kann - der Hund soll ja merken, dass es sich lohnt auf Deine Befehle zu gehorchen. Korrigiert mich gerne, wenn das Unfug ist! Aber das klappt bei uns ganz gut, sie ist dann wieder auf mich konzentriert, und ich hab den Ärger vergessen. ;)

    Setze Dich ruhig und bestimmt durch, und wie gesagt, solange sie nicht zuverlässig hört, würde ich sie einfach an der Schleppe lassen. Manchmal muss man im Training einfach einen Schritt zurückgehen, um vorwärts zu kommen.

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    Mit Deiner Argumentationsweise müßte ich mich an kein Tempolimit und an keine rote Ampel usw. halten, solange ich dabei niemanden gefährde. Denn da geht es auch um das blose Einhalten ein Regel, die aber durchaus Ihren Sinn hat.

    Fährst Du nie schneller als erlaubt? Und gehst nie mal über eine rote Ampel? ;)


    Nein, es geht nicht immer nur um das Einhalten von Regeln.

    Man kann auch Rücksicht nehmen, ohne die Regeln zu beachten.
    Und man kann auch im Rahmen der Regeln sich rücksichtslos verhalten.


    Mein Hund läuft auch hier im Wohngebiet (bei uns Leinenzwang) meist ohne Leine.
    Bisher habe ich ganze 2 Menschen getroffen, die sich darüber beschwert haben, obwohl mein Hund bei Fuß gelaufen ist - es hat nur die Schnur gefehlt. ;) Beides ältere Herren, die bekannt dafür sind, nur junge Frauen mit Hund anzusprechen. ;)
    Aber die meisten Leute freuen sich, wenn sie uns sehen, "das ist aber ein braver Hund" etc.
    Bin ich nun rücksichtslos?

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    Dass er ein gebrochener Hund ist, konnte ich aus dem erstem Beitrag nicht zwingend herauslesen, denn wie ich schon sagte, verkennt man das Verhalten von HSH schnell.

    Hm, aber ich denke doch mal schon, dass man auch als Normal-Hundehalter den Unterschied zwischen einem "Häuflein Hund" und einem ausgeglichenen, "gelangweilten" HSH erkennen kann. ;)

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    Erziehen im klassischen Sinne muss bzw. kann man HSH eigentlich kaum, sondern das eigentliche Erziehungsziel ist, sie auch als Erwachsene unter Kontrolle zu haben.

    Hm, aber welche Kosten werden hierbei für die Kontrolle in Kauf genommen?
    Ein gebrochener Hund - das sollte nicht das Ziel von Erziehung sein, egal um was für einen Hund es sich handelt.

    Ich kenn mich nun mit HSHs nicht besonders aus, aber das sind doch keine Monster, die nur mit Wurfkette und Unterwerfung in Schach zu halten sind? :???:

    Ich "durfte" vor nicht allzu langer Zeit genau so einen Hund kennen lernen. Die Wurfkette flog quasi als Allheilmittel immer wieder durch die Luft, einmal sogar direkt auf den Hund drauf. :/

    Zwischen "Führen" und "Unterwerfen" besteht ein himmelweiter Unterschied. Natürlich ist eine gewisse Führung für den Hund im alltäglichen Zusammenleben wichtig. Aber die Folgen, die durch ständiges Unterdrücken, Unterwerfen, Strafen für ein intelligentes Lebwesen verursacht werden, haben damit absolut nichts mehr zu tun.
    Führung wird nicht durch eine Reihenfolge beim Laufen, Essen, Spielen vermittelt, sondern durch Verlässlichkeit und Vertrauen.

    Aber das ist wohl eine persönliche Entscheidung, die jeder für sich treffen muss: möchte ich einen funktionierende Befehlsempfänger - oder ein eigenständiges Lebewesen als Kameraden.

    Schlimm nur, wenn solche Methoden auch noch als "artgerecht" gepriesen werden - als Ersatz für die eigene Unfähigkeit zu Reflektieren, wird dann immer auf irgendwelche längst überholten Wolfsstudien verwiesen. Welcher Art ist es gerecht, dass sie in ständiger Unterdrückung lebt?

    Ich frage mich, was man als Hundebesitzer von so einer gebrochenen Seele hat? Ist man noch stolz auf den Gehorsam? Oder erkennt man überhaupt nicht, wie (oder dass?!) der Hund hierbei fühlt?

    Viel zu oft hört man von solchen Hunden.

    Grüße, Caro