Beiträge von sara

    Ressourcenverteidigung allein ist doch aber nicht zwingend Dominanz.

    Erforderlich ist, dass der andere es auch akzeptiert. Erst dann hat der eine Hund den anderen dominiert.


    EDIT: Silvia, genau das meinte ich mit Privilegien. Es muss sich nicht immer nur auf Ressourcen beziehen.

    Dominanz liegt vor (korrigiert mich wenn das falsch ist), wenn ein Hund für sich Privilegien beansprucht, und diese einem anderen nicht zugesteht. Das setzt auch voraus, dass der andere Teil bereit ist, dies zu akzeptieren.

    Es ist also immer abhängig von den Beteiligten und von der jeweiligen Privilegie.

    Zitat

    Dominanz ist nicht negativ belegt, nur ich möchte behaupten, daß es zu 90 % falsch gedeutet wird.

    Das trifft es meiner Meinung nach genau auf den Punkt.

    Negativ ist allein, was von Menschen bei der Erziehung daraus gemacht wird, insbesondere wenn jegliches Verhalten des Hundes als "uns dominieren wollen" gedeutet wird.

    Es werden Regeln aufgestellt (wir essen zuerst, gehen zuerst durch die Tür, beginnen ein Spiel, drehen den Hund auf den Rücken), die dem ach so dominanten Hund das Gefühl geben sollen, er spielt nur die zweite Geige - dumm nur, dass das eigentliche Ziel - die "Rudelführerschaft" - nicht mit vermeintlich dominantem Verhalten erreicht wird.

    Ein "Rudelführer" zeichnet sich nicht dadurch aus, dass er seine Untergebenen ständig dominiert, sondern durch Souveränität, Vertrauenswürdigkeit, Verlässlichkeit.

    Und das nächste Problem bei diesen Dominanzregeln ist, dass sie rein gar nichts mit aus Hundesicht dominantem Verhalten zu tun haben, sondern von uns willkürlich aufgestellte Regeln sind, die uns vermitteln, wir wären der Chef. Also, selbst wenn wir unseren Hund dominieren wollten, damit tun wir es nicht.

    Des weiteren ist natürlich die Frage berechtigt, ob die Beziehung zwischen uns und dem Hund überhaupt ein Rudel darstellt. Die Argumente, die dagegen sprechen, kennen wir wohl alle.

    Niemand wird bestreiten, dass unsere Beziehung zum Hund eine Art Über-/Unterordnungsverhältnis ist, dass es letztlich wir sind, die sagen, wo es langgeht, anders wäre unser tägliches Zusammenleben überhaupt nicht möglich.
    Aber das bedeutet nicht, dass wir den Hund dominieren - bzw im Gegenzug unterdrücken oder unterwerfen müssen.
    Eine auf Vertrauen basierende Zusammenarbeit ist bei der Erziehung und auch für ein entspanntes Zusammenleben meiner Meinung nach weitaus vorteilhafter als zwanghaftes "Dominanzverhalten" unsererseits.

    Schöne Grüße, Caro

    Zitat

    Ich wollte nicht drauf eingehen weil ich mich ja nicht dazu zähle, auch wenn es vielleicht jetzt so rüber gekommen ist.

    Dann muss ich das wohl missverstanden haben - aber welchen Zweck hat es dann für Dich, den Hund zu unterwerfen und auf seine Spielaufforderungen nicht einzugehen?


    Zitat

    Ein Rudelführer fordert zum spiel auf

    Aber das ist doch genau die Dominanztheorie, oder nicht?

    Okay, sorry, dann weiß ich jetzt was Du meinst. ;) Darf ich fragen, wieso Du nicht drauf eingehen magst? =)


    Zitat


    Dieser Hund sollte dann Sitz machen...
    (und es gibt manchmal Situationen in denen der Hund nicht entscheiden kann ob er gerade lust dazu hat oder nicht, zb an einer Straße oder für ihn gefährlichen Situation wo ihn ein schnelles Sitz schützt vom Auto überfahren zu werden)
    ...und hat seinen Besitzer gebissen, unser Trainer übte dann mit ihm das Sitz und hat nachdem der Hund auch nach ihm geschnappt hat, den Hund auf den Rücken befördert, darauf hin klappte es mit dem Sitz auch ohne zu beißen, und diese Hund rennt nun ständig VOLLER VERTRAUN unsem Trainer hinterher, also war das für mich in diese Situation eine richtige entscheidung.

    Wie, der Hund sollte Sitz machen und hat gebissen?? Huch, da muss aber einiges schief gelaufen sein. :gott:

    Sorry, ich hab Deinen Beitrag jetzt nicht so ganz verstanden. :ops: Welche Dominanzgeschichte?

    Und wie Du auch festgestellt hast, ist es doch völlig normal, dass der Hund beim Spielen knurrt.

    Und wenn mein Hund mich tatsächlich mal böse anknurren würde, dann würde ich mal gründlich überlegen, was da falsch gelaufen ist. Aber man "löst" so ein Problem nicht, indem man den Hund unterwirft.
    Knurren ist eine Ausdrucksweise wie jede andere, wieso sollte ich es dem Hund verbieten, oder ihn sogar dafür bestrafen?

    Zitat


    Weil es dem menschlichen Kontrollverhalten entspricht. D.h. dem was wir Menschen unter einer "Machtdemonstration" verstehen. Und weil wir Menschen uns so verhalten, muss das auch ein Hund so machen, oder wie war das :???: Genau darin sehe ich den Haken an extremen Rudel und Dominanz usw Theorien. Sie ensprechen nicht den biologischen Tatsachen, sondern der menschlichen Philosophie. Schade.

    Ich dachte, vielleicht haben die Dominanz-Theoretiker dafür auch eine sinnvolle Erklärung... Aber naja. ;)


    @ Thera: Genau so seh ich das auch. Wieso sollte man auch immer Angst davor haben, dass der Hund einen "übertrumpfen" will? Viel zu anstrengend.


    @ Danny: Ja, diese Frage kommt oft. Komisch, dass mir das noch nie passiert ist, dass mein Hund mich angeknurrt hat - ich glaube ja fast, es liegt daran, dass er mir vertraut. ;)

    Hm, und wie macht man das bei Hunden, die stärker als man selbst sind?

    Wieso dreht man überhaupt einen Hund auf den Rücken? Was genau soll das bringen?

    Und selbst wenn Hunde das untereinander machen würden, so können wir ihr differenziertes Verhalten doch kaum nachahmen - dazu fehlen uns einige hündische Ausdruckmöglichkeiten. Also ich zumindest kann nicht mein Fell sträuben oder meine Ohren drehen. ;)

    Dieses Thema hatten wir ja wirklich schon so oft, aber ich frage es mich immer wieder: wieso macht es mich zum Rudelführer, wenn ich zuerst gehe, spiele, esse...?


    Ich persönlich brauche das nicht, dass ich hinter jedem Knurren, Vorlaufen, Spielauffordern einen Angriff auf meine Rudelführerschaft befürchten muss. Mein Hund ist mein Freund, kein Konkurrent.