Zitat
Dominanz ist nicht negativ belegt, nur ich möchte behaupten, daß es zu 90 % falsch gedeutet wird.
Das trifft es meiner Meinung nach genau auf den Punkt.
Negativ ist allein, was von Menschen bei der Erziehung daraus gemacht wird, insbesondere wenn jegliches Verhalten des Hundes als "uns dominieren wollen" gedeutet wird.
Es werden Regeln aufgestellt (wir essen zuerst, gehen zuerst durch die Tür, beginnen ein Spiel, drehen den Hund auf den Rücken), die dem ach so dominanten Hund das Gefühl geben sollen, er spielt nur die zweite Geige - dumm nur, dass das eigentliche Ziel - die "Rudelführerschaft" - nicht mit vermeintlich dominantem Verhalten erreicht wird.
Ein "Rudelführer" zeichnet sich nicht dadurch aus, dass er seine Untergebenen ständig dominiert, sondern durch Souveränität, Vertrauenswürdigkeit, Verlässlichkeit.
Und das nächste Problem bei diesen Dominanzregeln ist, dass sie rein gar nichts mit aus Hundesicht dominantem Verhalten zu tun haben, sondern von uns willkürlich aufgestellte Regeln sind, die uns vermitteln, wir wären der Chef. Also, selbst wenn wir unseren Hund dominieren wollten, damit tun wir es nicht.
Des weiteren ist natürlich die Frage berechtigt, ob die Beziehung zwischen uns und dem Hund überhaupt ein Rudel darstellt. Die Argumente, die dagegen sprechen, kennen wir wohl alle.
Niemand wird bestreiten, dass unsere Beziehung zum Hund eine Art Über-/Unterordnungsverhältnis ist, dass es letztlich wir sind, die sagen, wo es langgeht, anders wäre unser tägliches Zusammenleben überhaupt nicht möglich.
Aber das bedeutet nicht, dass wir den Hund dominieren - bzw im Gegenzug unterdrücken oder unterwerfen müssen.
Eine auf Vertrauen basierende Zusammenarbeit ist bei der Erziehung und auch für ein entspanntes Zusammenleben meiner Meinung nach weitaus vorteilhafter als zwanghaftes "Dominanzverhalten" unsererseits.
Schöne Grüße, Caro