Von den amerikanischen Verhältnissen der Hundehaltung mal abgesehen:
Nichts, aber rein gar nichts rechtfertigt es, einen Hund derart an der Leine zu strangulieren.
Und schon gar nicht gehört sowas ins Fernsehen, angepriesen als gewaltfreie Erziehung, so dass die Gefahr besteht, dass einige Hundebesitzer dies unbedacht übernehmen und nachahmen. Denn: der "Hundeflüsterer" macht das ja auch, und der hat ja Ahnung - wieso sollte das nicht bei Ottonormal-Hundebesitzer klappen. Und vor allem: wie sollte man es sonst machen? Eine Alternative wird ja gar nicht gezeigt.
Über die Zielsetzung von Millan wissen wir gar nichts. Aber wenn es ihm allein darum ginge, den Menschen zu zeigen, dass Hunde Lebewesen sind, die Bedürfnisse haben, würde er nicht so mit ihnen umgehen.
Für mich wirkt es doch recht reißerisch - wenn man möchte, dass die Menschen ihr Verhältnis zu ihren Haustieren überdenken, dann sollte man sie an dieses Thema anders heranführen als durch brutale Bilder einer "Kampfhundezähmung".
Denn das geht wirklich auch anders, ohne den Leuten Brutalität in der Erziehung vorzuführen. Durch sowas wird man total abgestumpft und die Sensibilität gegenüber den tatsächlichen Problemen geht letztlich verloren.
Auch eine moderne, artgerechte Hundeerziehung, frei von physischer und psychischer Gewalt, könnte in einem entsprechenden Format interessant und spannend rübergebracht werden. Zumal der Großteil der Leute eben keine hochaggressiven Hunde besitzt, sondern eher mit kleinen Problemen zu kämpfen hat.