Von mir erst einmal auch ganz viel Sympathie. Ich gebe zu, kuscheln ist für mich wirklich wichtig und zum Glück ist Elvis ein absoluter Schmusehund. Inzwischen weiß ich, dass es Hunde gibt, die da komplett anders gestrickt sind und ich hätte daran sehr zu knabbern. Ganz besonders, wenn mich dann auch noch das Gefühl beschleicht, der Hund legt sich extraweit weg. Das würde mich sehr treffen.
Ich habe in diesen Thread nur aus Neugier reingelesen, aber über ein paar Dinge bin ich gestolpert. Das muss nix heißen, ich bin echt die nicht große Hundeflüsterin und Elvis ist mein erster Hund. Und bevor irgendwas schräg rüberkommt: Ich freue mich, dass Taya so ein gutes Zuhause gefunden hat, so einen Glückgriff wünsche ich jedem Tierschutzhund.
Dennoch halte ich es für möglich, dass es am Anfang ein paar unabsichtliche Missverständniss gab und ich hoffe, ich kann gut erklären was ich meine. Ob ich damit richtig liege ist wie gesagt eine komplett andere Geschichte.
Aber vorweg:
Ich mache mir auch Druck, weil sie draußen nur an der Schleppleine laufen kann, da sie zwar grundsätzlich schon zurück kommt, aber wenn was anderes interessanter ist, eben auch nicht. Und mein Gedanke war so - mehr Kontaktliegen, mehr Beziehungsaufbau, dann läuft das draußen in einigen Monaten vielleicht auch besser.
Also, ich drücke euch natürlich die Daumen, dass das bei euch so funktioniert. Hier drüben ist das aber null so. Elvis ist eine absolute Jagdsau mit großem Radius und trotz wirklich enger Bindung gibt es nur extrem wenige Gebiete, in denen ich ihn frei laufen lassen kann. Das muss also zumindest nicht zusammenhängen und ich denke, den Druck kannst du dir nehmen.
Was mir auffiel:
Die erste Nacht hat sie im Bett geschlafen, das war offenbar für sie okay. Ich hab sie dann raus verbannt, weil ich EINE Hundehaarfreie Zone haben möchte und seitdem hat sie keinen Bock mehr aufs Schlafzimmer generell.
Sie ist im Oktober eingezogen, ja. Davor hat sie wohl auf einem Hof gelebt, wo sie nicht ins Haus durfte
Mir kam das ein bissl so vor wie - "wenn ich nicht im Bett schlafen darf, dann komme ich gar nicht mehr ins Schlafzimmer und such mir woanders einen Platz". (Sie hat in jedem Zimmer einen, also reichlich Auswahl).
Mittlerweile ist es immerhin so, dass sie öfter im selben Zimmer wie ich ist und manchmal mit ins Schlafzimmer kommt, wenn ich sie frage, ob sie mit will. Mache ich das nicht, bleibt sie im Vorzimmer auf ihrem Platz liegen.
Ich kenne Erzählungen von Tierschutzhunden, die anfangs echt Probleme haben, über Schwellen zu gehen (usw.) weil sie vorher auch nie ins Haus durften; das wird ihnen ja sicherlich nicht immer nett vermittelt.
Daher kann ich mir vorstellen, dass Taya gerade am Anfang das Bettverbot falsch verstanden hat – als auf das ganze Schlafzimmer bezogen.
Ganz besonders wenn sie in ihrer Vergangenheit ein paar Mal doch ins Haus gelangt ist und dann aus dem Zimmer zurück in den Hof verbannt wurde.
Dann war "komplett verboten" ja vermutlich auch ein Prinzip, das sie bereits kannte.
Dazu passt für mich auch, dass sie auf Einladung mitkommt. Denn dann weiß sie, dass sie darf.
Im Wohnzimmer ist sie anfangs auf der Couch rum geturnt, hat aber immer in die Couch gebissen. Das habe ich verboten, seitdem ist die Couch gestrichen.
Sie kommt selten mal auf die Couch um neben mir zu liegen, hat scheinbar kein Interesse daran gekrault zu werden.
Bei meinem Partner ist es etwas besser. Wenn er sich auf die Couch setzt und Taya einlädt, kommt sie schon freudig an.
Da bin ich jetzt gerade selber unsicher: Jetzt ist die Couch für Taya aber wieder erlaubt? Oder war sie nie verboten, nur das in die Couch beißen und sie hat es so verstanden, dass die ganze Couch tabu ist?
Ich kann mir vorstellen, dass sie das auch hier gerade anfangs in den falschen Hals gekriegt hat, bzw. möglicherweise aufgrund ihrer Vergangenheit falsch verstanden hat.
Und – falls sie jetzt wieder auf die Couch darf – auch immer noch einen leichten Konflikt mitschleppt, ob mit dir auf der Couch sein wirklich ok ist, weil das war es ja auch mal nicht.
Wenn dein Partner ihr da nie was verboten hat, ist er in dieser Hinsicht für sie vielleicht konfliktfreier.
Taya macht das sehr sehr selten. Da es bei meinem Partner schon deutlich besser ist, gibt mir das schon sehr zu denken. Mag sie mich einfach nicht?
Anfangs war das noch weniger der Fall
Ich kann mir vorstellen, dass das daher kommt dass sie deine Direktionen anfangs falsch bzw. zu total verstanden hat. Wie gesagt, wer weiß, wie in ihrem früheren Leben die dortigen Hausregeln umgesetzt wurden und auch, wie sie überhaupt aussahen, z. B. ob/welcher Kontakt mit den Menschen für sie auf dem Hof erlaubt war.
Ich glaube nicht, dass sie dich nicht mag. So schon, weil dein Umgang mit ihr einfach nett klingt und du offensichtlich sehr auf ihre Bedürfnisse achtest und viel Schönes mit ihr unternimmt. Und auch deshalb:
Interessant! Das macht Taya auch, wenn ich aufstehe und an ihrem Platz vorbeigehe, dreht sie sich auf den Rücken und bleibt so liegen.
Das würde ich auch als Einladung verstehen.
Elvis macht das auch, manchmal generell weil er sich wohlfühlt, aber auch oft als konkrete Einladung, z. B. gestern als ich in einem Zimmer aufgeräumt habe und er dort auf seinem Platz lag und fand, es sei Zeit für Elvis-Zeit!
Wenn er das unter meinem Schreibtisch liegend macht wenn ich arbeite, nenne ich das eine Streichelfalle. :)
Vielleicht könntest du mal testen, ob ihr einen Kuschelplatz etablieren könnt, der noch nicht mit möglichen anfänglichen Missverständnissen belegt ist (wie z. B. die Couch es möglicherweise ist). Zum Beispiel eine neue Decke oder neuen Platz. Dann kannst du ihr an ihren anderen Plätzen ihren Rückzugsraum lassen. Ich wünsche euch jedenfalls schöne Schmusestunden!