Beiträge von KasuarFriday

    Ich bin etwas auf dem Sprung und es hat bestimmt schon jemand geschrieben aber, das folgende klingt für mich nach ziemlich viel Programm für eine 8-monatige Tierschutzhündin, die man erst vor 4 Wochen übernommen hat:

    Sie (...) kann nach kurzer Zeit Sitz. Platz, Pfote, Tabu, wartet beim Fressen im Platz bis ihr Futter frei gegeben wird. Setzt sich vor die Tür bis diese auf geht.

    Wir gehen auch schon mit ihr zur Hundeschule, waren zwei mal im Gruppentraining im Erziehungskurs und hatten eine Einzelstunde.

    Dazu kommen sicherlich noch einige Aktivitäten, die jetzt nicht aufgeführt sind. Für die Hündin hat sich innerhalb kürzester Zeit ihr Leben zweimal umgekrempelt - mit dem Umzug ins deutsche Tierheim im April und jetzt mit dem Einzug ins neue Zuhause.

    Die neue Umgebung, Tagesabläufe, Grundbedingungen und Hausregeln kennenzulernen ist schon echt stressig und für mich klingt es so, als werde das hier (ohne böse Absicht, ganz klar!) unterschätzt.

    Das bedeutet einfach eine Riesenpackung Stress für die junge Dame, da finde ich Übersprungshandlungen wie springen und kneifen nicht groß verwunderlich.

    Im Umgang mit den anderen Hunden ist sie zwar sehr lieb, aber sie geht auch eher auf Abstand und klemmt den Schwanz ein, als dass sie mit den anderen Hunden tobt.

    Dazu, weil es für den nächsten Punkt wichtig ist: es kann einfach gut sein, dass sie im Tierheim in Rumänien schlechte Erfahrungen mit anderen Hunden gemacht hat.

    Mein Hund kommt aus einen mit viel Herzblut geführten italienischen Tierheim. Aber die haben da einfach bitterlich wenig Platz und es werden immer mehr Hunde. Darum setzen sie mehrere Hunde in ein Gehege, was nicht immer super funktioniert. Elvis hat an den Beinen viele kleine Narben und auf der Stirn eine größere. Auf Fotos aus seiner Tierheimzeit gibt es welche ohne diese Narbe und später dann mit.

    Für kranke Hunde, junge Hunde, verletzte Hunde usw. können solche Haltungsbedingungen extrafies sein, weil sie nicht so gut kommunizieren oder sich wehren können.

    Muss bei deiner Hündin nicht der Fall sein, aber ich finde das wichtig, es im Kopf zu haben.

    Draußen ist sie überfordert, wenn zum Beispiel ein anderer Hund kommt. Also sie freut sich geht freiwillig hin und schnuppert, aber danach fängt sie an an uns hoch zu springen und uns zu kneifen.

    Elvis will auch meistens zu anderen Hunden hin, schnuppern, gucken - und ist dann komplett überfordert. Wenn er kann rennt er weg, wenn er das nicht kann oder es ihm gerade nicht einfällt, hampelt er so doll um den anderen Hund rum, dass er den oft richtig nervt und auch durchaus angegangen wird, wenn ich nicht eingreife.

    Daher kann ich mir vorstellen, dass du ihr Verhalten genau richtig deutest, sie ist komplett überfordert.

    Ich habe mich dann entschieden, sie in solchen Situationen draußen, also wenn ich merke, dass sie unsicher ist und anfängt zu springen, dann knie ich mich zu ihr und halte sie im Arm, dann wird sie schnell ganz ruhig, wir gehen noch paar Schritte weiter und dann zurück nach Hause.

    Das finde ich super. In so Situationen wie Hundebegegnungen könntest du auch einmal austesten, ob es ihr vielleicht auch/mehr hilft, wenn du den Abstand zum anderen Hund wieder vergrößerst.

    Als Hundehalter ist das erstmal oft ganz schön schwierig, weil man ja meistens auch ein Gespräch mit dem anderen Halter angefangen hat und nicht einfach mitten im Satz weggehen kann.

    Ich warne uns unbekannte Halter inzwischen meistens vor, dass Elvis nur kurz gucken will, das klappt gut.

    Und, sicher hat das auch schon jemand geschrieben: Es muss auch nicht jeder Hund immer jedem anderen Hund Hallo sagen. Ich weiche mit Elvis auch vielen Hunden einfach aus und er ist oft spürbar erleichtert. Vielleicht geht es deiner Hündin ja auch so. ... es ist ja oft ein Ausprobieren, da sie einfach nicht sprechen können.

    Ganz generell würde ich aber das Program jetzt erstmal etwas herunterfahren. Nicht so viel neues, noch nicht schon unbedingt Hundeschule, nicht so große Runden, nicht so viele unterscheidliche/aufregende Runden und nicht superviele Hundebegegnungen. Sie hat sicherlich so schon einen gut hohen Stresspegel.

    Einen guten Indikator hast du ja auch schon gefunden: wenn sie draußen anfängt zu springen, war es zu viel. Dadurch kannst du dich gut an ihr jeweiliges Limit rantesten. Beruhigen und nach Hause gehen ist wenn sie schon am Springen ist m. E. genau richtig, cooler ist natürlich, wenn ihr das Gassi so hinbekommt, dass sie gar nicht so weit kommt (leichter gesagt als getan, das wird sich auch mit Tagesform und der zunehmenden gewöhnung ans tolle neue Zuhause ändern).

    Aber sie hat offensichtlich auch ein schönes, liebevolles Zuhause und kann das mit weniger Stress bestimmt auch besser genießen - und ihr eure tolle neue Hündin auch.

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    So sieht Sie derzeit aus

    So eine Hübsche. Es tut mir sehr leid, dass sie aktuell in so einem schlechten Zustand ist und ich finde es schön, dass ihr euch um sie kümmert.

    Ich als Romantikerin sage: Genau, wartet den Termin am Samstag ab. Gebt ihr vielleicht auch dann noch etwas Zeit, um zu sehen, ob sie sich nicht doch besser erholt, als zunächst gedacht. Und wenn ihr merkt, das ist einfach keinem Lebewesen zumutbar, macht ihr noch ein paar schöne Tage. Mit liebevoller Pflege, Schmerzmittel auf Maximum und gutem & gut für sie essbarem Essen. Damit sie nach ihrer Zeit als Straßenhund zumindest noch einmal erlebt, wie es ist, in Sicherheit und umsorgt zu sein und sie mit diesem Gefühl sterben kann.

    kann ich im Schlafzimmer irgendwas machen, dass mein Mann Nachts nicht fast erstickt (wegen Pollen)? Ich aber auch nicht, weil ich mit geschlossenem Fenster absolut nicht schlafen kann?

    Kommt drauf an, wie weit das Fenster für dich auf sein muss. Bei kipp würde ich einen Luftfilter nutzen (gibt welche mit besonders stillem Modus für die Nacht). Bei ganz offen geht das auch, ist aber natürlich viel weniger effektiv.

    Eventuell kann er unterstützend auch diese Nasensprays testen, die einen leichten Film über die Nasenschleimhaut legen, keien Ahnung, ob oder wie gut das funktioniert.

    In einem anderen Artikel heißt es, die Frau wurde unter anderem deshalb verletzt, weil der Wolf sie zu Fall brachte, als sie ihren kleinen Hund auf dem Arm ins Haus zu retten versuchte. Also das Alptraum-Szenario aller Kleinhunde Besitzer, nur diesmal auch noch mit Wolfsbeteiligung. Bin gespannt, was sie alles falsch gemacht hat.

    Ganz klar, was die Hundehalterin falsch gemacht hat: mit dem Hund auf dem Arm konnte sie nicht klatschen und rufen und so den Wolf total effektiv vertreiben.

    Im Ernst: Ein Alptraum.

    Ich sag jetzt zwar nix, wenn sie nur bissl knabbert, so ganz leicht, ohne was zu beschädigen, aber möglicherweise ist es für sie doch etwa negativ besetzt.

    Elvis hat manchmal auch so Momente auf Couch und Bett, an denen er in irgendwas reinbeißen muss. Darum liegt meistens irgendwo in Griffnähe eines seiner Spielzeugtiere, die geb ich ihm dann zum Knautschen, damit er die Decken & Kissen nicht so vollsabbert.

    Vielleicht unterschätze ich wie sensibel der Hund - zumindest zuhause - dann doch sein kann. Mit ihrer eigenständigen, selbstbewussten Art und dem ständigen nach vorne gehen, verliert man das leicht aus dem Blick.
    Darum hinterfrage ich mein Verhalten ja auch...

    Ich finde deine Art cool, wie du da rangehst.

    Zum Unterschätzen: Ja, das kann schon sein, bzw. haben die Viecher einfach viele Facetten.

    Elvis ist z. B. total erkundungsfreudig, hat keine Angst (außer vor Feuerwerk) und wenn ihm was einfällt, macht er das meistens einfach, wenn er nicht aus viel Erfahrung weiß, dass ich das blöde finde und ihn da stoppen werde. Auch nach seinen Knie-OPs war er schnell und entschlossen wieder auf den Beinen. Daher habe ich ihn immer als Kämpfer und ein bisschen als Dampfwalze eingeordnet – und habe überhaupt nicht gecheckt, was den einen Abend los war, an dem er einfach kein Gassi gehen, sondern bloß liegenbleiben wollte. Er konnte irgendwie nicht richtig aufstehen, wirkte dabei aber nicht beunruhigt. Am nächsten Tag hat sich rausgestellt, er hatte einen Bandscheibenvorfall und dann einfach aufgegeben.

    Mein Elvis. Aufgegeben. Das hat mich wirklich erschüttert und mein Bild von ihm erweitert. ... man denkt, man kennt seinen Hund.

    Ich hoffe du tappst nicht in allzu viele Streichelfallen :D

    Hehe, das ist hier alles unsicheres Terrain, alles ist möglich. Bisher ging es, aber die tauchen manchmal ganz still und leise auf, man weiß es nie ...!

    Bei Taya ist es anders, weil sie sich auch draußen ganz anders verhält. Wenn da jemand auf einer Bank sitzt, würde sie auch bei dem bleiben. Ich muss sie da oft an der Leine weg zerren.
    Das macht so das Gefühl, das ich ihr egal bin.

    Argh, das erinnert mich! Die ersten Monate, die ich ihn hatte, wollte Elvis in jeden Hauseingang reingehen, in jedes Austo einsteigen, zu jedem Menschen hin. Und wir wohnen mitten in der Großstadt, direkt an einer Hauptstraße. Das war ein Spaß!

    Damals war ich mit ihm auch noch oft im Hundeauslauf, dort ist er dann jeden Hundebesitzer abgelaufen. Lustig war, dass er dabei jedem Mensch eine Art festes Zeitkontingent gegeben hat und wenn das abgelaufen war, musste er weiter zum nächsten. Das war wirklich, als müsse er Termine einhalten.

    Ich weiß gar nicht mehr genau, wann sich das gegeben hat. Aber da dachte ich anfangs auch öfter "Ist es so schlimm bei mir, dass du woanders hinwillst?"

    Von mir erst einmal auch ganz viel Sympathie. Ich gebe zu, kuscheln ist für mich wirklich wichtig und zum Glück ist Elvis ein absoluter Schmusehund. Inzwischen weiß ich, dass es Hunde gibt, die da komplett anders gestrickt sind und ich hätte daran sehr zu knabbern. Ganz besonders, wenn mich dann auch noch das Gefühl beschleicht, der Hund legt sich extraweit weg. Das würde mich sehr treffen.

    Ich habe in diesen Thread nur aus Neugier reingelesen, aber über ein paar Dinge bin ich gestolpert. Das muss nix heißen, ich bin echt die nicht große Hundeflüsterin und Elvis ist mein erster Hund. Und bevor irgendwas schräg rüberkommt: Ich freue mich, dass Taya so ein gutes Zuhause gefunden hat, so einen Glückgriff wünsche ich jedem Tierschutzhund.

    Dennoch halte ich es für möglich, dass es am Anfang ein paar unabsichtliche Missverständniss gab und ich hoffe, ich kann gut erklären was ich meine. Ob ich damit richtig liege ist wie gesagt eine komplett andere Geschichte.

    Aber vorweg:

    Ich mache mir auch Druck, weil sie draußen nur an der Schleppleine laufen kann, da sie zwar grundsätzlich schon zurück kommt, aber wenn was anderes interessanter ist, eben auch nicht. Und mein Gedanke war so - mehr Kontaktliegen, mehr Beziehungsaufbau, dann läuft das draußen in einigen Monaten vielleicht auch besser.

    Also, ich drücke euch natürlich die Daumen, dass das bei euch so funktioniert. Hier drüben ist das aber null so. Elvis ist eine absolute Jagdsau mit großem Radius und trotz wirklich enger Bindung gibt es nur extrem wenige Gebiete, in denen ich ihn frei laufen lassen kann. Das muss also zumindest nicht zusammenhängen und ich denke, den Druck kannst du dir nehmen.

    Was mir auffiel:

    Die erste Nacht hat sie im Bett geschlafen, das war offenbar für sie okay. Ich hab sie dann raus verbannt, weil ich EINE Hundehaarfreie Zone haben möchte und seitdem hat sie keinen Bock mehr aufs Schlafzimmer generell.

    Sie ist im Oktober eingezogen, ja. Davor hat sie wohl auf einem Hof gelebt, wo sie nicht ins Haus durfte

    Mir kam das ein bissl so vor wie - "wenn ich nicht im Bett schlafen darf, dann komme ich gar nicht mehr ins Schlafzimmer und such mir woanders einen Platz". (Sie hat in jedem Zimmer einen, also reichlich Auswahl).

    Mittlerweile ist es immerhin so, dass sie öfter im selben Zimmer wie ich ist und manchmal mit ins Schlafzimmer kommt, wenn ich sie frage, ob sie mit will. Mache ich das nicht, bleibt sie im Vorzimmer auf ihrem Platz liegen.

    Ich kenne Erzählungen von Tierschutzhunden, die anfangs echt Probleme haben, über Schwellen zu gehen (usw.) weil sie vorher auch nie ins Haus durften; das wird ihnen ja sicherlich nicht immer nett vermittelt.

    Daher kann ich mir vorstellen, dass Taya gerade am Anfang das Bettverbot falsch verstanden hat – als auf das ganze Schlafzimmer bezogen.

    Ganz besonders wenn sie in ihrer Vergangenheit ein paar Mal doch ins Haus gelangt ist und dann aus dem Zimmer zurück in den Hof verbannt wurde.

    Dann war "komplett verboten" ja vermutlich auch ein Prinzip, das sie bereits kannte.

    Dazu passt für mich auch, dass sie auf Einladung mitkommt. Denn dann weiß sie, dass sie darf.

    Im Wohnzimmer ist sie anfangs auf der Couch rum geturnt, hat aber immer in die Couch gebissen. Das habe ich verboten, seitdem ist die Couch gestrichen.

    Sie kommt selten mal auf die Couch um neben mir zu liegen, hat scheinbar kein Interesse daran gekrault zu werden.

    Bei meinem Partner ist es etwas besser. Wenn er sich auf die Couch setzt und Taya einlädt, kommt sie schon freudig an.

    Da bin ich jetzt gerade selber unsicher: Jetzt ist die Couch für Taya aber wieder erlaubt? Oder war sie nie verboten, nur das in die Couch beißen und sie hat es so verstanden, dass die ganze Couch tabu ist?

    Ich kann mir vorstellen, dass sie das auch hier gerade anfangs in den falschen Hals gekriegt hat, bzw. möglicherweise aufgrund ihrer Vergangenheit falsch verstanden hat.

    Und – falls sie jetzt wieder auf die Couch darf – auch immer noch einen leichten Konflikt mitschleppt, ob mit dir auf der Couch sein wirklich ok ist, weil das war es ja auch mal nicht.

    Wenn dein Partner ihr da nie was verboten hat, ist er in dieser Hinsicht für sie vielleicht konfliktfreier.

    Taya macht das sehr sehr selten. Da es bei meinem Partner schon deutlich besser ist, gibt mir das schon sehr zu denken. Mag sie mich einfach nicht?

    Anfangs war das noch weniger der Fall

    Ich kann mir vorstellen, dass das daher kommt dass sie deine Direktionen anfangs falsch bzw. zu total verstanden hat. Wie gesagt, wer weiß, wie in ihrem früheren Leben die dortigen Hausregeln umgesetzt wurden und auch, wie sie überhaupt aussahen, z. B. ob/welcher Kontakt mit den Menschen für sie auf dem Hof erlaubt war.

    Ich glaube nicht, dass sie dich nicht mag. So schon, weil dein Umgang mit ihr einfach nett klingt und du offensichtlich sehr auf ihre Bedürfnisse achtest und viel Schönes mit ihr unternimmt. Und auch deshalb:

    Interessant! Das macht Taya auch, wenn ich aufstehe und an ihrem Platz vorbeigehe, dreht sie sich auf den Rücken und bleibt so liegen.

    Das würde ich auch als Einladung verstehen.

    Elvis macht das auch, manchmal generell weil er sich wohlfühlt, aber auch oft als konkrete Einladung, z. B. gestern als ich in einem Zimmer aufgeräumt habe und er dort auf seinem Platz lag und fand, es sei Zeit für Elvis-Zeit!

    Wenn er das unter meinem Schreibtisch liegend macht wenn ich arbeite, nenne ich das eine Streichelfalle. :)

    Vielleicht könntest du mal testen, ob ihr einen Kuschelplatz etablieren könnt, der noch nicht mit möglichen anfänglichen Missverständnissen belegt ist (wie z. B. die Couch es möglicherweise ist). Zum Beispiel eine neue Decke oder neuen Platz. Dann kannst du ihr an ihren anderen Plätzen ihren Rückzugsraum lassen. Ich wünsche euch jedenfalls schöne Schmusestunden!

    Vielleicht noch einmal anders angesetzt: Du darfst deinem Hund Zeit geben anzukommen und überhaupt erst einmal zu verstehen, was passiert ist und was gerade passiert. Und du darfst mit ihm eine liebevolle, vertrauensvolle Beziehung aufbauen und so nett zu ihm sein, wie du es sein möchtest. Oder Bindung, wie man es nennen möchte.

    Ein Hund, den man neu übernimmt weiß ja nicht, was jetzt eigentlich los ist. In diesem Fall war es für den Zweijährigen mindestens die dritte Station in seinem Leben bei neuen Menschen. Er weiß nicht, dass das sein neues Zuhause ist, dass die Fremden, von denen er jetzt abhängig sind, ab jetzt "seine" Menschen sind. Er weiß ja nicht einmal, ob sie ihn regelmäßig füttern werden und dafür sorgen, dass er rechtzeitig nach draußen kommt, wenn er mal muss. Er merkt das erst mit der Zeit.

    Bis dahin muss er sich in völlig neuen Gegebenheiten zurechtfinden. Das fällt selbst uns Menschen, die wir sprechen und uns informieren können, sehr schwer. Selbst in Situationen, in denen wir viel mehr Wissen und Orientierung haben wie z. B. der erste Tag in einer neuen Arbeitsstelle oder alleine auf einer Party auf der man niemanden kennt, fühlen wir uns unwohl, unsicher und verletzlich.

    Bei Tierschutzhunden liegt außerdem ja oft zumindest ein Teil ihrer Vergangenheit im Dunklen. Gerade mit Handlungen wie Anbinden, Bedrängen und Bedrohen wäre ich da extravorsichtig, man weiß einfach nicht, was der Hund da schon erlebt hat.

    Ein Hund geht auch nicht kaputt oder schnappt über, wenn man auf ihn Rücksicht nimmt bzw. einfach ganz normal auf ihn eingeht. Im Gegenteil, in vielen Aspekten "funktioniert" der Hund als soziales Wesen ähnlich wie der Mensch. Eine Freundschaft entsteht nicht durch Grenzen setzen.

    Darum wird ja auch das Konktaktliegen gerade in der ersten Zeit empfohlen, falls der Hund es mag oder sogar sucht.

    Natürlich ist Grenzen setzen im Alltag immer mal wieder ein Thema, genau wie auch mit Menschen. Aber es ist - zumindest hier - ist es nicht das wichtigste Thema.

    Welches Buch mir beim Nachdenken über deinen Thread noch eingefallen ist, ist "Wege zur Freundschaft" von Ulla Reichmann. Da geht es eigentlich um jagende Hunde, ich glaube, sie hat später auch genereller geschrieben. Vielleicht kein Buch zum Kaufen, sondern eher mal zum aus der Bibliothek ausleihen und Reinlesen.

    Yo, noch eine Helikopterhundemuddi hier!

    Wenn man hier liest, zeigt sich m. E. ziemlich deutlich, dass die meisten Helimuddis aufgrund von Erfahrungen helikoptern. So ist es bei mir auch.

    Elvis ist mein erster Hund und ich dachte in aller Unschuld, die Viecher hätten ganz gute Instinkte. Elvis hat mir gründlich beigebracht, dass das Quatsch ist. Von vergammelte Muscheln fressen über sich im Freilauf durch einen Stacheldraht zwängen, um zu versuchen von einer steilen Böschung aus auf ein meterweit entferntes Schiff zu springen war ein bunter Strauß toller Ideen dabei, die mich Nerven und Jahre meines Lebens gekostet haben.

    Dazu kommt, dass seine Gesundheit nicht so dolle ist, vieles sich aber erst verzögert oder erst nach Jahren rauskristallisiert. Er kam mit einer Otitis zu mir und vertrug dann auf dramatische Weise seine Ohrentropfen nicht. Nach ca. 1,5 Jahren bekam ich heraus, dass er einen alten Kreuzbandriss und aufgrund der Folgen bei jedem Schritt Schmerzen hatte. Usw., usw.

    Und so langsam habe ich mich von der bemühten aber unbedarften Ersthundehalterin zur Helimuddi entwickelt. ... ich setz mich mich mal hier hin, ja?