Beiträge von KasuarFriday

    Es geht ja auch nicht drum das es ein Hund aushalten kann, sondern einfach darum, dass es absolut ungesund ist, wenn ein Hund solange einhält.

    Ich muss jetzt einfach fragen, denn ich kenne deine beruflichen Hintergrund nicht (oder auch dein hobbytechnisches Fachwissen): weißt du das? Also, ist das ein tiermedizinischer Fakt? Ich weiß, hier im Forum tummeln sich diverse TÄ, TA-Helferinnen und -Helfer und andere vom Fach, gehörst du da mit dazu?

    Hintergrund meiner Frage ist, dass Elvis über Nacht total entspannt 12 bis 14 Stunden einhält und ich mir bisher nichts dabei gedacht habe. Wenn das echt ein Problem ist, gehe ich gerne zwischendrin noch mal mit ihm raus, aber wie gesagt, jetzt bin ich auch neugierig auf die medizinischen Hintergründe.

    Kinder, Eltern und einfach alle gehören "aufgeklärt". Eine Bekannte meiner Mutter hat von einer Bekannten erzählt, die im Herbst dort oben irgendwo auf dem Dorf* einen Jungen ins Auto eingesammelt hat, der an der einsam gelegenen Schulbushaltestelle am Straßenrand stand und dabei (wohl aus der Nähe) von einem Wolf beobachtet wurde.

    Da muss man als Eltern erst einmal drauf kommen, dass Kinder nicht mehr unbedingt alleine an der Schulbushaltestelle stehen sollten. (Und es würde mir als Elernteil auch nicht gefallen, dass mein Kind dort so beunruhigt ist, dass es zu Fremden ins Auto einsteigt)
    .
    Da ergeben sich einfach neue Situationen über die in der Tat aufgeklärt werden muss und die dann auch gestaltet werden müssen. Wie auch immer, durch Fahrgemeinschaften statt Schulbus, Kinder warten mit Aufsichtpersonen, Bushaltestellen werden "wolfssicher" eingezäunt ...

    * Bekannte einer Bekannten, unklare genauer Begegebnheit und mir nicht gemerkte Ortsangabe ist der Grund, warum ich die Story nie erzähle, so sehr es mich auch beeindruckt hat, es hat halt was von stiller Post.

    Für mich klingt es, als sei eher das Auto (immer noch) ein Problem. Unter anderem deshalb, weil sie darin nicht essen kann.

    Eure Beziehung liest sich für mich sehr gut, meine Vermutung ist tatsächlich, dass sie inzwischen weiß, wenn du sie außerhalb der Gassizeiten von deinen Eltern aus mitnimmt, muss sie ins Auto. Und das möchte sie nicht gerne, aus welchem Grund auch immer.

    ... aber keine Ahnung, wie man das trainiert! Mag sie andere Dinge außer Futter? Spielzeuge? Dann könnte erstmal ganz oft im Auto ein neues Spielzeug auf sie warten. Oder würde es ihr helfen, wenn die Hündin deiner Eltern mit einsteigt (wenn die autosicher ist), so dass deine sich an ihr orientieren kann und sich dem Auto gegenüber in der Überzahl fühlt ;) Oder wenn auch deine Eltern mit einsteigen und ihr ersteinmal eine Runde um den Block dreht - denn alle lieben das Auto.

    Der sieht riesig aus :shocked:

    Laut Wikipedia -> Wolf – Wikipedia sind die wohl so 60 - 90 cm groß. Weiß jemand es hier jemand genauer? Ich weiß nicht, wo die deutsche Wolfspopulation herkommt:

    "Mitteleuropäische Wölfe liegen zwischen diesen Extremen. Männliche polnische Wölfe aus dem Białowieża-Urwald hatten eine mittlere Kopf-Rumpf-Länge von 119 Zentimetern und eine Schulterhöhe von 70 bis 90 Zentimetern, weibliche aus demselben Gebiet eine mittlere Kopf-Rumpf-Länge von 111 Zentimetern (Extremwerte: 97 und 124 Zentimeter) und eine Schulterhöhe von 60 bis 80 Zentimetern."

    Dass er auch mal wilder mit mir spielen kann. Ich will überhaupt nicht Richtung Schutzhundeausbildung gehen.

    Ich glaube, das ist einfach nicht nötig. Die Hunde, die ich kenne, spielen z. T. auch sehr wild mit ihren Haltern, beißen nur eben nicht so feste zu (so wie Hunde im Spiel untereinander ja auch). Feste zubeißen kann er ja beim Zergeln.Will sagen: ich denke nicht, dass deinem Hund etwas fehlt bei euren Spielen.
    Mein Tipp wäre, spar das Geld für den Beißarm und kauf deinem Mister eine Kiste Plüschtiere, die er zerfetzen kann (wenn er das mag) oder Steak für euch beide.

    Und von mir auch noch einmal :)

    Von der Rasse her hätten wir bevorzugt an einen Irish Setter oder Labrador gedacht

    Was gefällt euch an diesen Rassen? Also, jetzt einfach mal als Ausgangspunkt. Kennt ihr tolle Hunde dieser Rasse und wünscht euch auch so einen Charakter? Findet ihr sie optisch ansprechend? Waren das schon immer eure Traumhunde (und weshalb)?
    Die Antworten sind auch hilfreich, wenn sich dadurch am Ende herauskristallisiert, dass eine andere Rasse viel besser zu euch passt - oder eben z. B. der Setter der perfekte Hund für euch sein könnte.

    wobei wir uns ohne Garten jedoch an eine kleinere Rasse den Beagle orientiert haben.

    Ich sage es mal ganz platt: gerade einen Beagle würde ich nicht als "Kompromisshund" nehmen.
    Andere haben es hier schon sehr schön geschrieben, der Beagle ist ein selbständiger Jagdhund. Ein Bekannte von mir hat inzwischen 3 Beagles, die er alle bei der Jagd einsetzt. Dort wird nicht in der Meute gejagt, sondern der Beagle wird als Hasenbracke eingesetzt: sein Job ist dabei, einen flüchtenden Hasen über Kilometer und Kilometer selbständig zu verfolgen. Am Ende dieser langen Flucht kehrt der Hase nämlich zu seinem Ausgangspunkt (genauer, zu seinem "Wohnort") zurück und dort wartet der Jäger. Hasenspuren sind sehr flüchtig, daher braucht ein Hund für eine solche Jagd einen starken Jagdtrieb, eine sehr gute Nase für Spuren, starken Spurwillen und eine enorme Portion Durchhaltevermögen, um dranzubleiben, auch wenn er den Hasen zwischendurch mal "aus der Nase" verliert. Genau auf diese Eigenschaften sind Beagles seit Ewigkeiten selektiert worden, nur mit solchen Beagles wurde gezüchtet, das macht diese Hunde aus. Das verschwindet nicht in ein, zwei, drei Generationen.
    Wer diese Eigenschaften brauchen kann, toll findet oder die geeignete Umgebung dafür hat, für den ist ein Beagle super. Falls man einen erwachsenen Beagle übernimmt, hat man vielleicht auch das Glück einen wenig jagdinteressierten Vertreter zu finden (die gibt es, aber selten).

    ... aber ich muss gerade daran denken, dass mit ein ehemaliger Hundehalter erzählt hat, dass er früher (als er noch einen Hund hatte) ab ca. 18 Uhr hier im Auslaufgebiet hauptsächlich Beaglehalter angetroffen hat, die ihren vor einigen Stunden verschwundenen Hund suchten.

    Mich würden Meinungen interessieren, ob man sinnvoll wegen der Wohnung vom Irish Setter und Labrador Abstand nimmt und ob ein Beagle die bessere Alternative wäre.

    Ich schließe mich allen obigen Antworten an: Nö. Da der Hund ja nicht in der Wohnung ausgeführt wird, ist die Wohnungsgröße m. E. nicht relevant.
    Und Auslauf brauchen körperlich gesunde Hunde etwa gleich viel, da ist die Größe auch egal.

    Nachdem was ich hier gelesen habe, kommt mir langsam das Gefühl, das ein Beagle genauso wenig für die "Wohnungshaltung" (ohne Garten) geeignet ist wie ein Setter oder Labrador

    Genauso gut oder genauso schlecht :)
    Ein Garten ist für die Halter sehr praktisch (ich hab keinen), weil man die Hunde z. B. abends noch einmal schnell zum Pinkeln rauslassen kann, bei akutem Durchfall keinen weiteren Weg zum nächsten Grünstreifen hat und im Sommer vielleicht auch gemeinsam in der Sonne liegen kann.
    Aber der Garten sollte keinen Auslauf ersetzen (wie langweilig für den Hund!) und der Hund sollte auch nicht Stunden alleine im Garten verbringen müssen (die meisten Hunde sind lieber bei ihren Menschen).

    Für mich ist ein Garten in Sachen Hundehaltung vergleichbar mit einem Auto: total praktisch, aber nicht notwendig.

    Ich denke nicht alle Beaglezüchter halten Ihre Hunde für Jagdbetrieb.

    Das ist richtig, aber die allermeisten müssen sich trotzdem mit Jagdtrieb auseinandersetzen. Denn wie geschrieben, bis auf ein paar wenige Ausnahmen ist der vorhanden und zwar kräftig. Und da der starke Jagdtrieb genetisch fixiert ist - nur dafür sind diese Hunde über Jahrhunderte gezüchtet worden! - ist den Genen völlig egal, was der jeweilige Halter jetzt mit dem Hund vorhat. Der Hund kann sich nicht aussuchen, ob er einen starken Jagdtrieb hat. Er hat ihn.
    Oh und: ein starker Jagdtrieb heißt, der Hund sucht aktiv Spuren und folgt ihnen. Er ist dabei vollkommen in diese Tätigkeit versunken (hochkonzentriert) und kann euch kaum oder gar nicht mehr wahrnehmen. Auch laute Rufe, Einwirken oder Schmerzen nimmt er kaum wahr. Das alles ist züchterisch gewollt. Ein guter Jagdhund soll sich nicht von der Spur ablenken lassen, nicht durch andere Jäger, nicht durch Dornen in seinem Weg etc.. Und Beagles sind gute Jagdhunde.

    Last not least: ich würde die Größe des Hundes auch an seiner "Tragbarkeit" festmachen, also wie viel Hund kann auch die körperlich schwächere Person von euch noch in die Wohnung tragen. Mein Hund Elvis wurde 2016 wegen eines alten Kreuzbandrisses operiert und durfte 2 - 3 Wochen lang keine Treppen steigen. Er lässt sich sehr brav tragen, aber viel mehr als seine 22/23 Kilo hätte ich nicht so gut geschafft.

    Zum Thema Abgabe: Wie du ja weißt war das bei uns ja auch schon ein großesThema und ich kann dich gut verstehen. Bevor ich Jordi bekommen habe, konnte ich die Leute nie verstehen, die ihren Hund abgeben. Nun kann ich es. Es gibt einfach Umstände, da geht’s nicht mehr und dann ist es für alle beteiligten besser, wenn der Hund ein anderes schönes zuhause findet. Ich will damit nicht sagen, dass du sie jetzt abgeben sollst, aber ich finde den Gedanken nicht verwerflich oder verurteile ihn.
    Du machst so viel für sie und irgendwann ist eine Grenze erreicht. Ich bin ja auch ein sehr aufopferungsvoller Mensch und verliere mich dann gerne mal. Es ist wirklich ein schmaler grad, inwiefern man sich für den Hund einschränkt damit er nicht leidet und inwiefern man selber leiden kann. Mein leidensdruck war zwischenzeitlich zu groß und ich hatte Jordi nicht behalten, wenn es sichnicht gebessert hätte. Die Hundehaltung soll ja eigentlich bereichernd sein und nicht zu einem Ballast werden.

    Ich hätte das früher nicht so gedacht, aber inzwischen glaube ich, dass wirklich einfach nicht jeder Hund in jedes Leben und in jede Lebenssituation passt. Früher war mir aber eben auch nicht klar, wie spezialisiert viele Hunderassen sind, also dass sie traditionell für ganz bestimmte Aufgaben in ganz bestimmten Umgebungen und ganz bestimmten Einsatzsituationen gezüchtet worden sind. Für viele Hunderassen liegen diese Zeiten nur ein paar Generationen zurück oder sind immer noch aktuell.
    Hunde sind zwar außerordentlich anpassungsfähig, aber selbst sie kommen auch mit all ihrem Willen und ihrer Entschlossenheit ggf. nicht gegen hunderte von Jahren an Zuchtauslese & Genetik an.

    Das oben hat jetzt nicht direkt etwas mit dem Alleinebleiben zu tun, aber wenn man sich für einen Hund bereits sehr verbiegen muss, um dessen Bedürfnissen möglichst weit entgegenzukommen, bekommt auch eine Alleinbleibproblematik mehr Gewicht.

    Im Sinne von Mensch und Hund ist dann ja auch die Frage, inwieweit der gegenseitige Kompromiss (denn auch der Hund muss ja massive Kompromisse machen) für beide Teile des Teams ok ist.
    Das kann jeder Halter nur vollkommen individuell für sich und seinen Hund beantworten und sicherlich fällt diese Antwort auch je nach Tageszeit, Nervenkraft, Jahreszeit, etc. anders aus.

    Aber wie bereits weiter oben in einem anderen Beitrag geschrieben, ich glaube inzwischen wirklich, dass ein (übertrieben gesagt) sich Aufopfern für den Hund auch dem Hund nicht guttut.
    Jedes soziale Lebewesen möchte akzeptiert, geliebt und gerne auch bewundert werden für das, was es ist. Dann geht es ihm gut. Immer wieder zu merken, dass man irgendwie Probleme bereitet, dass man immer wieder irgendwie schlechte Stimmung auslöst und dass die eigenen Bedürfnisse anderen eine Last sind, das ist einfach nicht schön und kann natürlich nicht glücklich machen. ... und kein Mensch kann eine solche Situation dauerhaft glaubwürdig überspielen.

    Auf einem anderen, aber dazugehörigen Blatt stehen eventuelle, selbst eingeredete Schuldgefühle des Haltes. In diesem Fall rede ich mal als Beispiel von mir :) Ich habe in den ersten beiden Jahren mit Elvis oft gedacht, er wäre bei einem Jäger besser aufgehoben. Bis mir klar wurde, dass kein Jäger Elvis als Jagdhund einsetzen würde, ganz besonders nicht in Deutschland. Es hat mir geholfen, zu realisieren, dass ich möglicherweise tatsächlich Elvis' beste Option bin. Mit all meinen Fehlern und Unzulänglichkeiten. Ohne diese Schuldgefühle ging es mir und damit auch Elvis dann plötzlich besser.
    Darum finde ich es auch wichtig, sich ganz realistisch zu überlegen, wie die für den Hund bessere Option aussehen würde. Unter welchen Haltungsbedingungen würde der Hund aufblühen. Die kann man dann ggf. suchen oder ein lebenswertes Arrangement in diese Richtung finden.

    Last not least habe ich in den letzten Wochen viel gelesen und ein Fazit daraus ist, dass der Halter für den Hund eher die Elternrolle übernimmt als die "Chefrolle". Wir als Halter tun vieles für unsere Hunde, was die Eltern für einen Kaniden tun, bevor er sich selbständig macht und seine eigene Familie gründet (wir beschaffen ihnen Nahrung, füttern sie, pflegen sie, streicheln sie, umsorgen sie, geben ihnen einen Ort an dem sie sicher etc.). Das finde ich wichtig im Kopf zu haben, damit dem Hund nicht zu viel Verantwortung zugeschoben wird. und man sauer wird, weil der Hund nicht "mitmacht". Sie sind eben keine gleichebrechtigten Partner :)
    Aber ich glaube eben auch wie gesagt, dass bei aller Fürsorge, es Hunde gibt, die nicht für jede Sitation "passend" gemacht werden können.

    Uff, sorry, langer Text, kein echtes Fazit.
    Ich glaube, was ich sagen will ist, dass einfach nicht alles machbar ist und man sich und seinem Hund auch das Leben sehr schwer machen kann, wenn man das versucht. Gleichzeitg glaube ich aber ebenso, dass es grandiose, kompromissbeladene Arrangements gibt, in denen alle Beteiligten ihr persönliches Glück finden. Mögen U und M gemeinsam in den Sonnenuntergang spazieren, vielleicht irgendwo außerhalb des Molochs der Großstadt, wo U dann ihre gechillte Seite auspacken kann.