Beiträge von Staci2001

    Es wären damals zwei Operationen nötig gewesen, und das wollten wir ihr nicht zumuten. Zweimal vom Hals bis zum Po aufschneiden wäre einfach eine Quälerei gewesen welche wir diesem quirligen Wesen nicht antun wollten.

    Wir haben ins gegen das Einschläfern entschieden. Es war ein tränenreiches Wochenende und ich zweifle auch immer noch ein Stück weit, aber der Gedanke daran das sie uns zeigt wann ihre Zeit gekommen ist, überwiegt einfach. Ich wünsche mir einfach das sie es früh genug zeigt, wir es früh genug erkennen und sie erlösen können, ohne das sie viel leidet. Die Wunschvorstellung wäre natürlich ein sanftes gehen im Schlaf wenn es soweit ist.

    Wie sagte mein mann gestern: solange sie trinkt und frisst, uns und Besuch schwanzwedelnd begrüßt, nach Krümel sucht während wir essen und auf das Klappern der Hundeleine reagiert, wird sie das alles auch noch tun dürfen.

    Guten morgen,
    ich wende mich an Euch, weil mir und auch meinem Mann das alles so verdammt schwer fällt.
    Unsere Hündin - ein kleiner schwarzer Pinschermix - ist nun knappe 13,5 Jahre alt und hat seit 3,5 Jahren Michdrüsenkrebs.
    Wir haben uns damals bewusst gegen eine Operation entschieden, weil wir diesem quirligen kleinen Tierchen diese zwei aufwendigen Operationen ersparen wollten.
    Sie hat damit auch einige Jahre ganz gut gelebt, aber wir merken das sie nun immer mehr abbaut. Sie liegt viel in ihrem Körbchen und kann auch einfach nicht mehr wie sie möchte, da der Tumor mittlerweile Orangengross ist.
    Sie leckt viel daran herum, was dazu führt das sie offene, wundgeleckte Stellen hat. Zudem magert sie immer mehr ab, und ist mittlerweile auch völlig blind.
    Aufgrund von zwei Löchern in und neben dem eigentlichen Tumor, waren wir gestern bei unserer Tierärztin, welche meinte das dies der Zeitpunkt wäre, wo man das Tier erlösen würde. Sie vermutet das sie sich die Löcher gebissen hat und das sie das tut weil sie Schmerzen hat. Zudem ist es ein Infektionsherd, was das ganze auch nicht unbedingt begünstigt.
    Ich bin schon seit Jahren bei dieser Ärztin und vertraue ihr eigentlich auch voll, da sie niemand ist der Tiere so einfach aufgibt, aber auch nicht unnötig lang am leben erhält.
    Trotzdem ist das alles eine extrem schwere Entscheidung.
    Mein Mann und ich dachten immer, wenn es Zeit wird für sie, und sie auch nicht mehr leben möchte, dann zeigt sie uns das auch, aber sie hat auch durchaus ihre gute Momente. Sie frisst immer noch, läuft dauernd unter dem Tisch rum während wir essen, in der Hoffnung einem der Kinder fällt doch mal was runter, sie freut sich auch wenn Besuch kommt. Das laufen fällt ihr schwer durch die Größe des Tumors, so das sie nur noch kurze Strecken gehen kann, zudem läuft sie einfach oft vor Türen, Autos, Möbel, weil sie einfach nichts mehr sieht.

    Wir haben zwar einen Termin für Montagabend, aber die Entscheidung steht noch nicht. Die Angst falsch zu entscheiden ist zu groß. Es entsteht ein bitterer Beigeschmack weil wir in 1,5 Wochen in den Urlaub fahren, und wir uns fragen: beeinflusst das unsere Entscheidung? Wobei ich dazu sagen muss, ich war die ganze Zeit auf Urlaub mit unserem Mädchen eingestellt, hab extra eine Unterkunft dafür ausgesucht, keine allzu weite Strecke.
    Und wären die Löcher nicht aufeinmal da gewesen, wären wir wohl auch vorerst nicht zum Tierarzt gefahren, der Checkup stand eigentlich für nach dem Urlaub auf dem Plan.

    Wie entscheidet man sowas? Hört man auf die Tierärztin - die einen seit Jahren begleitet und bei der man sich immer gut beraten fühlte?
    Hört man auf sein Herz, welches einem sagt, sie hat auch ihre guten Momente, vielleicht geht's ihr ja doch nicht so schlecht? Oder auf die Zweifel, welche sagen, es reicht, sie hatte ein schönes Leben, es ist egoistisch sie unseretwillen am Leben zu halten...?

    Es ist so verdammt schwer...