Nun ja, Western und Englisch sieht grundlegend verschieden aus- aber das Prinzip dahinter sollte immer das gleiche sein. Entsprechend kann es durchaus helfen einen auf Western spezialisierten Trainer am Englisch gerittenen Pferd arbeiten zu lassen schlicht um gewisse "Vehaltensketten" und Probleme aus der Welt zu schaffen.
Ich bin mal auf einem Pferd geritten- der hat dich binnen 10sek auf den Boden befördert wenn du eine "klassische" englische Gallopphilfe gegeben hast. Den englisch zu reiten war möglich- aber interessant. Wenn man ihn aber in Westernmanier mit Stimme und Gewichtsverlagerung "beschleunigt" hat (auch auf einem VS-Sattel) dann lief der wie ne 1. Ein Traum von Pferd.
Ursprünglich sollte der Dicke übrigens in die Wurst weil er sich eben nicht mehr Problemlos englisch reiten lies.
Anderes, sehr trauriges Beispiel: Traum von Araber, Hengst, 6 Jahre alt. Besitzer: 2 Mädchen von 12 und 13 Jahren. Der süße war, wenn man ihm nur eine gewisse "Bestimmtheit" entgegengebracht hat (z.b "ich komm jetzt in deine Box, mir hupe was du davon hälst") ein tolles Pferd. Nur leider hatten die Mädchen erstens keinen Plan (aber nen reichen Papi) und zweitens Angst vor dem Pferd.
Der biss die beiden ständig aus der Box, bedrohte sie dass es gefährlich wurde und am Ende wurde ein 6 Jahre altes Pferd mit top Abstammung verwurstet weil er von den "Besitzerinnen" nicht zu bändigen war. Und weder die beiden Gören noch der Vater waren bereit ihn einfach zu verkaufen- lieber direkt verwursten.
So schaut leider die Realität bei Pferden aus: es werden unpassende Pferde gekauft weil "so hübsch", oder weil (wie im oberen Fall) "der kann dann ja noch decken, Abstammung passt ja" und dann werden sehr junge Tiere zu Salami weil die Besitzer komplett überfordert sind.
Pferde sind keine Hunde. Sie arbeiten gerne mit Menschen- aber in dem Moment wo sie merken sie können sich erfolgreich entziehen und interessantere Dinge machen wirds schlicht gefährlich.
Ich habe einem Pferd auch schon aus Reflex eine auf die Nase gegeben. Schnappte die olle Ziege nach meinem Gesicht (beim trockenführen). Madame wollte nämlich lieber grasen als auf dem Sandweg im Kreis zu laufen. Wenn sie WIRKLICH gewollt hätte hätte sie mich aber auch schlicht ins Gras schleifen können- gegen die gut 500kg Rennpferd hätte ich keine Chance gehabt.
Es ist einfach ein Unterschied ob man mit einem Tier arbeitet dass man im Notfall schlicht über Kraft irgendwie gebändigt bekommt (und sei es nur sich draufwerfen und hoffen) oder mit einem gegen das man, wenn es wirklich will, nicht mal den HAUCH einer Chance hat. Pferde reißen Anbindehaken aus Wänden und könnten Problemlos so manchen Zaun einfach zu Brennholz verarbeiten- da hat ein 80kg Menschlein einfach schlechte Karten.
Das betrifft allerdings nur Pferde die bereits verhaltensauffällig sind. Und damit meine ich jetzt nicht "bisschen zickig", sondern auffällig auf eine Art und weise die das Pferd, die Umwelt und den Menschen gefährden. Da MUSS man manchmal auch "durchgreifen", denn die Alternativen sind manchmal einfach Tierquälerei (z.b ein Pferd dass auf einer komplett verschlammten Weide steht, man es aber nicht gefahrlos von der Weide gesammelt bekommt. Oder eines dass erst mal Wochen in der Box stehen muss weil man nicht rankommt ohne aus der Box getreten zu werden,...)
Die Grundlegende Ausbildung bei jungen Pferden sollte aber IMMER auf Kooperation, Spaß und Belohnung aufbauen. Aber auch da mit der nötigen Konsequenz damit man sich nicht ein Terrorpferdchen heranzieht.